Kunstprojekt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Mutterhaus: Porträts aus Ton erschaffen

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Foto: Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen

TRIER. 13 Jugendliche aus der stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie haben in ihrer letzten Ferienwoche zusammen mit dem Trierer Künstler Ali Anvari Großes geschaffen: persönliche Porträts aus Ton.

Was macht meine Person aus? Wie kann ich mich auch jenseits meiner Kopfform oder Frisur darstellen? Was bin ich?

Diese Fragen sind den Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren sicher durch den Kopf gegangen, während ihre Hände den Ton formten. Die entstandenen Porträtköpfe sind so individuell, wie die Jugendlichen sich sehen und fühlen. Mal sind die Gesichter realistisch dargestellt mit fein ausgeführten Ausgenbrauen, einer Frisur und in menschlicher Proportion. Einem Kopf entwächst eine Krone, aus einem anderen winden sich medusenartige Tentakel.

Manche Porträts zeigen sich selbstbewusst wie römische Cäsaren, daneben gibt es Individuen in geduckter Haltung, mit ausdruckslosem Blick oder fantasievoll schneckenförmigen Ohren. Bis hin zu abstrakten Formen reichen die Werke, die die Kinder im Anschluss an die kreative Woche mit nach Hause nehmen durften.

„Unsere Jugendlichen konnten unter künstlerischer Anleitung und therapeutischem Coaching mit dem Material Ton arbeiten“, berichtet Mariele Hoffmann-Schulz, Ergotherapeutin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie lädt in den Sommerferien regelmäßig Künstler ein, um den Jugendlichen einen kreativen Impuls zu geben. „Im Fokus steht dieses Jahr das Modellieren von Skulpturen. Am Ende des Projekts sind nun Kunstwerk erschaffen worden, die zur Situation und innerem Erleben der einzelnen Jugendlichen passen.“ Das Material Ton bildete dabei einen optimalen und leicht formbaren Partner.

 

Künstler Ali Anvari zeigt Jörg Hoffmann, dem Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen, bei der Vernissage die Werke der Jugendlichen. Ergotherapeutin Mariele Hoffmann-Schulz und ihre Kolleginnen Paula May und Tamara Schaab (v.l.n.r.) haben das Kunstprojekt co-therapeutisch begleitet. Foto: Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen.Foto: KLINIKUM MUTTERHAUS DER BORROMÄERINNEN TRIER

Das Kunstprojekt in der KJP wurde vom Trierer Künstler Ali Anvari geleitet. „Ich begleite die jungen Menschen bei ihren Arbeiten. Nach einer Einführung in das Material und seine Handhabung konnten die Jugendlichen frei entscheiden, was sie machen. Ich habe als Idee einen tönernen Kopf mitgebracht und alle Kinder waren motiviert, auch ein Porträt zu gestalten.“ Mit kleinen Objekten haben sie zuerst das Material erkundet und ein Gefühl für den Ton und die Verarbeitung bekommen, um dann ganz fantastische individuelle Persönlichkeiten zu formen. Ali Anvari ist begeistert vom Workshop: „Viele waren selbst ganz positiv überrascht über die eigenen Ergebnisse! Die schönsten Phasen hier in unserem Raum waren die, in denen es ganz still war und Jeder und Jede hochkonzentriert am Werkstück gearbeitet hat. Das war eine tolle Atelieratmosphäre, in der man gespürt hat, wie sich die Kinder auf ihre Werke eingelassen haben.“

Linktipps:

Bildergalerie mit den Ergebnissen des Kunstprojekts in der KJP

http://www.ali-anvari.com/

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