++ Amokfahrt-Prozess: „Völlig unbeeindruckt“ – Amokfahrer wartete gelassen auf Festnahme ++

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Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

TRIER. Nach der Amokfahrt mit fünf Toten in Trier hat der mutmaßliche Täter mehreren Polizisten zufolge ruhig und gelassen hinter seinem Auto auf die Polizei gewartet. «Ich hatte den Eindruck, dass er mich stoisch und leicht grinsend anschaute», sagte Carsten Wagner, der als einer der ersten Polizisten das Tatauto erreichte, am Freitag im Prozess gegen den mutmaßlichen Amokfahrer vor dem Landgericht Trier.

Der Mann habe angelehnt hinter seinem Auto gestanden und eine Zigarette geraucht. Bei der Festnahme habe der Angeklagte keinen Widerstand geleistet. Er hatte den SUV nahe der Porta Nigra an einer Straßenseite geparkt.

Die Anklage wirft dem 51-Jährigen fünffachen Mord und versuchten Mord in 18 weiteren Fällen vor. Der Deutsche soll am 1. Dezember 2020 mit seinem Geländewagen durch die Trierer Fußgängerzone gerast sein, um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen. Dabei sei er in einem Zickzackkurs wahllos und gezielt auf Passanten zugefahren. Bei der Tat wurden fünf Menschen getötet. Zudem gab es zahlreiche Verletzte und Traumatisierte.

Die Polizeibeamten sagten, das Tatauto sei an der Front stark beschädigt gewesen. Sie hätten dort Haut- und Haarreste, eine Handtasche und andere Habseligkeiten gesehen. «Es sah fürchterlich aus.» Der mutmaßliche Täter habe bei der Festnahme klar auf Fragen der Polizisten geantwortet, zum Beispiel nach Waffen oder einem Ausweis, sagte Wagner. Seinem Eindruck nach habe er nicht unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gestanden. Der Mann habe «teilnahmslos, völlig unbeeindruckt» gewirkt, sagten andere. «Es war surreal.»

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