Staatsakt am Nürburgring: Dreyer sagt Opfern der Flutkatastrophe weiter Solidarität zu

Tiefes Mitgefühl und enormer Respekt prägen die Gedenkveranstaltung für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz. Keiner werde allein gelassen, lautet eine zentrale Botschaft - und, dass auf das Unglück Hilfe folgt.

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Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer spricht am Nürburgring. Foto: Thomas Frey/dpa

NÜRBURG. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat den Opfern der Flutkatastrophe bei einem Staatsakt auch weiter Solidarität zugesagt. «Ich weiß, dass die größte Sorge vor Ort jetzt ist, vergessen zu werden, wenn sich die Kameras wieder auf andere Ereignisse richten», sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch am Nürburgring.

Den Betroffenen sage sie aber: «Niemand wird vergessen! Nicht die Verstorbenen, nicht diejenigen, die einen geliebten Menschen verloren haben, nicht diejenigen, denen alles genommen wurde, nicht diejenigen, die tief verwundet sind.»

Die Naturkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli habe Rheinland-Pfalz bis ins Mark getroffen. «Die vielen Schicksale gehen mir nicht aus dem Kopf», sagte Dreyer in ihrer Rede. Aber die Betroffenen sollten wissen, dass sie nicht allein sind. «Ganz Rheinland-Pfalz nimmt Anteil an ihrem Leid. Und wir sind in der Trauer verbunden mit unserem Nachbarland Nordrhein-Westfalen, das ebenfalls viele Todesopfer zu beklagen hat. Mit uns trauert ganz Deutschland.»

Am Staatsakt nahmen unter anderem auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie Angehörige der Toten und Vermissten, Verletzte, Geschädigte, Hilfskräfte und Bürgermeister der betroffenen Orte teil.

Steinmeier sprach von «enormem Respekt», dass die Menschen trotz Verzweiflung nicht aufgegeben haben. «Dass Sie trotzdem anpacken, nach vorne blicken, so unendlich schwer es auch oft fallen mag. Und auch dafür möchte ich Ihnen danken», betonte er. Für die Betroffenen sei nichts mehr, wie es war. «Ich möchte Ihnen, den Angehörigen und Hinterbliebenen, heute mein tiefes Beileid und meine Anteilnahme aussprechen. Wir, das ganze Land, trauern mit Ihnen.»

Steinmeier mahnte zügige Hilfe an. «Sie, die sie so schwer getroffen wurden. Sie brauchen dringend finanzielle Unterstützung, und ich begrüße den umfangreichen Hilfsfonds, den die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat.» Auch die Länder hätten Gleiches getan. «Die Gelder müssen so schnell wie möglich zu Ihnen kommen, zu denen, die diese Hilfe dringend brauchen.» Das Unheil gehe alle an. «Wir alle müssen uns die Frage stellen, was können wir tun, um auf solche Katastrophen, auf solche Extremwetterlagen besser vorbereitet zu sein.»

Dreyer sagte, die Landesregierung werde alles dafür tun, dass «die alte Heimat auch die neue Heimat» sein könne. «Wir wollen zusammen mit den kommunal Verantwortlichen und allen Menschen vor Ort ein Ahrtal mit Zukunft aufbauen. Eines, in dem die Menschen gern und möglichst sicher leben können.» Vermutlich werde nicht alles wie zuvor. «Lassen Sie uns den Wiederaufbau nutzen, um das Tal nachhaltig und zukunftssicher zu entwickeln! Die Landesregierung steht den Betroffenen und den Kommunen dabei zur Seite, darauf können sie sich verlassen», betonte die Ministerpräsidentin.

In Rheinland-Pfalz kamen bei dem Hochwasser nach extremem Starkregen am 14. und 15. Juli 133 Menschen im besonders betroffenen Ahrtal und ein Mensch im Bereich des Polizeipräsidiums Trier ums Leben. Der Nürburgring ist laut Staatskanzlei «ein Symbol für Solidarität und Hilfe» für flutgeschädigte Bürger und Bürgerinnen: Hier waren nach der Katastrophe die vielen Einsatzkräfte koordiniert und Hallen mit Sachspenden gefüllt worden.

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1 KOMMENTAR

  1. Man kann Verstorbene nicht wieder lebendig machen, aber man sollte gewisse Leute, die teils dafür verantwortlich sind, zur Rechenschaft ziehen, und nicht wie vieles im Sande verlaufen lassen.

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