Kinderarmut: Jedes zehnte Kind in RLP auf Grundsicherung angewiesen!

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Foto: Matthias Hiekel/dpa/Symbolbild

MAINZ. In den Städten nimmt die Armutsgefährdung von Kindern und Jugendlichen zu. Am höchsten ist ihr Anteil in Pirmasens. Die Antwort auf eine Bundestagsanfrage zeigt auch das erhöhte Risiko von Alleinerziehenden.

Jedes zehnte Kind, jeder zehnte Jugendliche in Rheinland-Pfalz bezieht eine Grundsicherung im Hartz-IV-System. Der Anteil von 10,7 Prozent für das vergangene Jahr ist zwar niedriger als im Bundesdurchschnitt von 12,9 Prozent, ist aber seit 2011 gestiegen – damals waren es 9,3 Prozent. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Katrin Werner (Linke) hervor.

Insgesamt sind 71.000 Kinder in Rheinland-Pfalz auf die Grundsicherung angewiesen. Der Bezug von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II gilt als Indikator für Armutsgefährdung.

Die teilweise erheblichen sozialen Unterschiede zwischen den Regionen des Bundeslands zeigen sich auch beim Hartz-IV-Bezug der jungen Menschen unter 18 Jahren. Die höchste Quote gibt es in der Stadt Pirmasens mit 25,6 Prozent, eine Zunahme von vier Prozentpunkten seit 2011. Danach folgen Ludwigshafen (22,6 Prozent – minus 0,8), Kaiserslautern (22,0 Prozent – plus 2,6), Worms (18,6 Prozent – plus 3,1), Koblenz (18,3 Prozent – plus 3,0) und Mainz (16,0 Prozent – plus 0,4).

Die Antwort zeigt auch, dass Kinder in Haushalten mit einem Elternteil eher in prekären Verhältnissen leben als Kinder in Haushalten mit beiden Eltern. Die SGB-II-Quote bei Alleinerziehenden erreichte in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr 31,3 Prozent.

Insbesondere in den Städten sei die Zunahme der SGB-II-Quoten von Kindern besorgniserregend, erklärte die Bundestagsabgeordnete Werner zur Antwort auf ihre Anfrage. «Diese Entwicklung muss gestoppt werden, und dazu ist ein effektiver Kampf gegen Kinderarmut notwendig.» Dabei nannte sie neben der Anhebung des Mindestlohns auf 13 Euro auch die Einführung einer allgemeinen Kindergrundsicherung. «Kinderarmut ist nicht nur eine Zahl, sie hat ganz konkrete Auswirkungen auf die Entwicklung, Bildung und Gesundheit der Kinder.» (dpa)

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