Klingbeil sieht Dreyers Endspurt in RLP als Vorbild für Bundes-SPD

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Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

MAINZ. Wahlkampfmanager Lars Klingbeil erwartet zur Bundestagswahl einen hohen Anteil von Briefwahlstimmen. Und eine künftig stärkere Rolle für die SPD-Landesgruppe aus Rheinland-Pfalz.

Weniger als zwei Monate vor der Bundestagswahl schöpfen die Sozialdemokraten Hoffnung aus der Landtagswahl vom März in Rheinland-Pfalz. «Wir haben gesehen, welchen Schlussspurt Malu Dreyer hingelegt hat», sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bei einem Besuch in Mainz. «Das können wir auch.» Er sei fest davon überzeugt, dass der SPD-Kandidat Olaf Scholz eine Chance habe, Kanzler zu werden.

Aus Sicht des SPD-Wahlkampfmanagers ist CDU-Kandidat Armin Laschet der größte Konkurrent im Rennen um die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). «Am Ende wird es eine Zuspitzung geben», erwartet Klingbeil. «Armin Laschet steht für den Status quo», also für die Weiterführung der bestehenden Verhältnisse. «Annalena Baerbock steht für Veränderung, aber nicht für Erfahrung.» Scholz liege da in der Mitte. «Er wird sicherlich nicht bei ‚Deutschland sucht den Superstar‘ gewinnen, weil er nicht der Entertainer ist. Aber mit seiner Ernsthaftigkeit und fachlichen Kompetenz hat er nachgewiesen, dass er etwas bewirken kann. Und darum geht es.»

Die Bundes-SPD habe die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg genau analysiert, sagte Klingbeil, auch weil es die ersten größeren Wahlen unter den Bedingungen der Corona-Pandemie gewesen seien. So rechne die Partei ähnlich wie im März mit einem hohen Briefwahlanteil und setze auf frühzeitige persönliche Begegnungen mit Wählerinnen und Wählern. Als Direktkandidat in Berlin habe zum Beispiel Kevin Kühnert das Ziel, an 10.000 Haustüren zu klingeln, bereits erreicht.

Er erwarte, dass die künftige rheinland-pfälzische Landesgruppe der SPD im Bundestag eine stärkere Rolle spielen werde als bisher, sagte Klingbeil. Spitzenkandidat Thomas Hitschler sei «engagiert und kompetent». Und unter den erwarteten neuen Gesichtern habe die Trierer Kandidatin Verena Hubertz als Start-up-Gründerin schon jetzt bundesweite Aufmerksamkeit gefunden. Die bisherige Landtagsabgeordnete Tanja Machalet werde sich als profilierte Sozialpolitikerin einbringen.

Bislang werde der Wahlkampf von der Pandemie und den Folgen der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen geprägt, sagte Klingbeil. «Bis zur Wahl am 26. September werden auch noch andere Themen in den Fokus rücken wie bezahlbarer Wohnraum und die Einführung einer Kindergrundsicherung.» (dpa)

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