Test bestanden: Gute Noten für die Umweltspur in der Trierer Christophstraße

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Foto: Stadt Trier

TRIER. Die Umweltspur in der Christophstraße in Trier hat ihren Test bestanden. Der Pkw-Verkehr konnte während der Probephase im Herbst 2020 auf der verbliebenen Einzelfahrspur in diesem Abschnitt des Alleenrings gut abgewickelt werden. Das geht aus den begleitenden Verkehrsbeobachtungen und -zählungen der Hochschule Trier hervor.

Verkehrsdezernent Andreas Ludwig freut sich über die Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluierung: „Das bestätigt unsere Annahme, dass eine Umweltspur an dieser Stelle sinnvoll ist, einen Mehrwehrt für den Fahrradverkehr schafft und mit entsprechend deutlicher Beschilderung und Markierung dauerhaft eingerichtet werden kann. Ich werde mich für eine baldige Umsetzung der Umweltspur Christophstraße einsetzen.“

Die Stadt hatte vom 16. September bis zum 30. November 2020 auf einer 250 Meter langen Strecke zwischen der Porta Nigra und der Kochstraße eine Umweltspur in der Christophstraße eingerichtet. Im Zuge dessen konnte der rechte Fahrstreifen ausschließlich durch Fahrräder und Busse der SWT genutzt werden. Im Gegensatz zu ähnlichen Maßnahmen in Trier und in anderen deutschen Städten, wie beispielsweise Düsseldorf oder Essen, war die Umweltspur in der Christophstraße primär für den Radverkehr vorgesehen. Die Busse konnten die Umweltspur nutzen, waren jedoch nicht dazu verpflichtet.

Um zu eruieren, ob an dieser Stelle im innerstädtischen Verkehr in Trier eine Umweltspur permanent umgesetzt werden kann, wurde die temporäre Umweltspur durch ein interdisziplinäres Team wissenschaftlich begleitet. Das Team bestand aus zwei Master-Studierendengruppen, eines von der Hochschule Trier (Studiengang Bauingenieurwesen), das andere von der Universität Trier (Studiengang Angewandte Humangeographie). Unter der Leitung von Prof.  Roland Trapp (Hochschule) und Dr. Ann-Christin Hayk (Universität) untersuchten die Studierenden die verkehrsplanerische Maßnahme aus unterschiedlichen Perspektiven eingehend.

Die Studierenden der Hochschule führten Verkehrszählungen und -beobachtungen durch. Diese dienten der Analyse des Konfliktpotentials und damit potentieller Unfallgefahr und der Einschätzung der Qualität des Verkehrsflusses. Die Erkenntnisse aus den Erhebungen und Analysen liefern der Stadt Trier Informationen, die für das weitere verkehrsplanerische Vorgehen relevant sind. Eine Erkenntnis ist, dass die Reduktion der Anzahl der Fahrstreifen für Pkw von zwei auf eine keine nennenswerten Störungen des Verkehrsablaufs hervorruft. Um den Befolgungsgrad und das regelgerechte Benutzen der Umweltspur zu fördern, sollte auf eine eindeutige Markierung und Beschilderung der Umweltspur – insbesondere an den Knotenpunkten – geachtet werden.

Der Fokus der Studierendengruppe der Universität lag auf der Untersuchung von Akzeptanz und Wahrnehmung der verkehrsplanerischen Maßnahme innerhalb der Trierer Bevölkerung. Um das Stimmungsbild adäquat zu erheben, führten die Studierenden als zentrales Element der Erhebungen eine online-basierte Umfrage durch. Im Rahmen der Umfrage konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Gedanken und Bewertungen kundgeben. Die Ergebnisse der Befragung lieferten ein differenziertes Meinungsbild, welches sowohl negative als auch positive Aspekte enthält und der Stadt Trier ein valides Meinungsbild hinsichtlich der temporären Umweltspur in der Christophstraße liefert. Ergänzend führten die Studierenden Interviews mit Experten aus dem Bereich der Verkehrsplanung sowie Interessensvertretern von der Thematik nahstehenden Organisationen und Vereinen.

Die finalen Ergebnisse der studentischen Arbeiten wurden in zwei separat erarbeiteten Endberichten festgehalten. Beide Berichte können als PDF-Version bei der Stadt Trier angefordert werden: Ansprechpartner ist Jonas Klöpfer, Telefon: 0651/718-4611, E-Mail: jonas.kloepfer@trier.de. Der Endbericht der Universitätsgruppe kann über die Internetpräsenz der Universität abgerufen werden: https://www.uni-trier.de/fileadmin/organisation/Presse/Dokumente/Endbericht_Umweltspur_Christophstrasse.pdf

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13 KOMMENTARE

  1. Sehr gut gewählte Zeit. Lockdown und kaum motorisierter Verkehr. Daran erkennt man, was gewollt ist und wissenschaftlich nicht fundiert sein kann . Viele Kfz sind einfach weiter auf der achso tollen Umweltspur gefahren, weil es niemanden interessiert hat. Was sind das alles nur für Fachleute? Einzig gut daran ist, dass man in der Straße kaum nebeneinander fahren kann.

  2. Sie wissen doch das wir hier in Trier und anderswo von so genannten „Verkehrs Experten“ umzingelt sind.

  3. Ich als Rad und Autofahrer finde das absolut unnötig.
    Als Radfahrer nutze ich ich den Grünstreifen, der parallel zur Christophstraße verläuft. Ist ausreichend breit um Radfahrer und Fußgänger unterzubringen.
    Als Autofahrer finde ich es unüberlegt. Vor allem im Berufsverkehr, diese Straße noch zu verengen.
    Was machen die armen Radfahrer, die vom Bahnhof nach Zurlauben wollen? Sie fahren den Grünstreifen parallel zur Christophstraße, an der Porta und dem BKT vorbei.
    Mal wieder unüberlegter Aktionismus.

    • Es geht doch nur darum Autofahrer zu gängeln, die Trierer Geschäftswelt dankt es wenn keiner mehr kommt. Amazon werden die Hände gereicht.

  4. Ich finde es gut, dass man Studierende in so ein Projekt einbindet – und ich finde auch die Umweltspur gut.
    Das kann aber nur ein Anfang sein: Eine Fahrradspur und Reduzierung der Spuren für den Autoverkehr sollte es auf dem ganzen Alleenring geben!

    • Jawoll, genau so!
      Und dann Stau vom Verteilerring über Franz-Georg-Straße, Ostallee bis nach Mariahof sowie vom Ratio bis nach Zewen.
      Bin meistens per Fahrrad unterwegs und nutze sowohl den Grünstreifen in der Südallee/Kaiserstr. als auch den im nördlichen Alleenring – weshalb sollte ich durch die Christophstr. fahren?
      Haben wir nicht genug Chaos in Trier, weil es immer noch keinen Moselaufstieg gibt und alles am Ufer langfährt?
      Und der Zeitpunkt des genialen Tests war ja sehr gut gewählt, Respekt, ihr Planer.
      Gibt’s noch irgendwo Resthirn, um diese Idiotie zu verhindern?

    • Wir steigern das Bruttosozialprodukt. Drafi Deutscher hätte heute mit dem Liedtext keinen Erfolg mehr. Wir wollen unsere Zeit verplempern mit immer weiteren Fahrradspuren – unausgegorenen Tempo 30 Maßnahmen ( in BAWü mittlerweile sogar in Autobahnbaustellen – teils dauerhaft über längere Strecken ) – Elektogutmännchenautos, Regulierungswahn. Sarazzin hat schon oft den richtigen Buchtitel für seine Werke gewählt …

  5. Was kann schon beidem Baudezernent rauskommen: Als Leiter einer Kleinstadt schon überfordert und will dann in Trier mit den beengten Straßenverhältnisse etwas planen, das muss ja schiefgehen. An der Römerbrückenbaustelle wird seit ZWEI Jahren gebaut und dann lobt er im TV die schnelle Fertigstellung der Baustelle. Die Fahrradspur in der Christophtrasse ist völlig überflüssig und dass parallel in der Allee genügend Platz für Fußgänger und Radfahrer ist wird auch im Rathaus nicht gemerkt. Es wird Zeit für einen Wechsel im Baudezernat, auch in zweiter Reihe, z.B. Leiter des Bauamtes (Ostvergangenheit!).

  6. Könnte man nicht auch aus der rechten Fahrspur der A602 eine Fahradspur machen? Oder noch besser, am gesamten Ufer von Nord nach Süd. Und um den Spaß perfekt zu machen noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Km/h für die gesamte Strecke damit sich die Radfahrer nicht erschrecken wenn ein Auto an ihnen vorbeifährt. Ach ja, und alle 100 Meter ein scharfer Blitzer damit auch niemand schneller fährt.

    Aktuell nimmt unser Staat etwa 10 Milliarden an Kfz- Steuer ein. Weiter kommen noch etwa 41 Milliarden an Mineralölsteuer dazu. Die Steuereinnahmen über die Versicherungen und die Mehrwertsteuer lasse ich jetzt mal weg. Ok, zahlen wir Autofahrer zähneknirschend. Aber, und das ist ein ganz großes ABER, wo nimmt der Staat die 51 Milliarden an Steuernahmen her, wenn alle nur noch Fahrrad fahren? Ist wie beim Rauchen. Alle schimpfen über Raucher, freuen sich aber über die 15 Milliarden Tabaksteuer.

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