Verbraucherzentrale fordert: Versicherung gegen Flut für alle Häuser

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Zerstörungen in Altenahr. Foto: Julia Cebella/dpa/ Archivbild

MAINZ. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat vor dem Hintergrund der jüngsten Flutkatastrophe eine Versicherungspflicht für Elementarschäden für alle Gebäude gefordert. Bisher böten nur wenige Versicherer Hausbesitzern automatisch eine Absicherung gegen Starkregen und Hochwasser an, teilte der Verein am Montag in Mainz mit. Zwei Drittel der Häuser in Rheinland-Pfalz sind den Verbraucherschützern zufolge nicht gegen Unwetterschäden versichert.

Nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen läuft in Deutschland eine Debatte darüber, wie Schäden durch Flutkatastrophen nach Starkregen und Überschwemmungen besser abgesichert werden könnten. Die Versicherungsschäden durch die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands belaufen sich nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf vier bis fünf Milliarden Euro.

Die Verbraucherschützer argumentieren, dass die Preise bei Millionen von Verträgen in einer Solidargemeinschaft bezahlbar wären, wenn jeder Hauseigentümer sein Gebäude gegen Unwetterschäden versichern müsste – ähnlich wie bei Auto-Versicherungen. Dadurch könnte bei Großschäden allen ohne Hilfsaktionen geholfen werden.

GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen hatte sich zuletzt erneut gegen eine Pflichtversicherung als einzelnes Instrument ausgesprochen.

(dpa)

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14 KOMMENTARE

  1. In den letzten Jahren haben sich einige Versicherer von der Sparte getrennt. Warum, kann man sich wohl denken.1-2 Leitungswasserschäden und der Beitrag steigt in der Immobilienversicherung.
    Hierbei sind die Schäden eher klein, wenn man das mit einem Elementarschaden vergleicht.
    Läuft der Fluss durch das Wohnzimmer bleibt nur die Elementarversicherung dessen Beitrag abhängig von Zonen sind. Die Zonen sind gestaffelt von günstig bis zu „nicht versicherbar“.
    Solidargemeinschaft? Es darf doch einfach nicht sein, dass ein Hauseigentümer ein Risiko versichern muss, dass er womöglich gar nicht hat. Meiner Meinung sind hier die Gemeinden und das Land in der Pflicht Maßnahmen zu ergreifen, dass sich solch eine Katastrophe nicht wiederholt. Ordentliche Kanäle und Hochwasserschutzmaßnahmen ist wohl eine bessere Lösung auf Dauer, denn wer möchte schon in einem Gebiet wohnen, dass regelmäßig geflutet ist. Selbst mit einer Versicherung und astronomisch hohen Beitrag wohnt es sich dann nicht besser.
    Übrigens, der Vergleich mit der KFZ Versicherung, auch wenn dort „ähnlich“ steht, ist falsch.
    Bei KFZ geht es darum abgesichert zu sein, wenn ich einem Dritten einen Schaden zufüge.
    Alle weiteren Risiken, können dann zusätzlich versichert werden.
    Sodele, jetzt wisst Ihr schon mehr, als die Verbraucherzentrale.

  2. Es kann und darf ja wohl nicht sein, dass die Allgemeinheit einigen Wenigen das Häuschen am idyllischen Fluß, der regelmäßig über die Ufer tritt, finanzieren soll.
    Völlig falscher Ansatz und der Vergleich mit der KFZ-Versicherung ist wirklich hahnebüchen.

  3. Der größte Hochwasser-Schaden sind nicht beschädigte Gebäude, sondern deren Inhalt (Hausrat). Da nützt dann eine Gebäudeversicherung mit Elementarzusatz eh nix, weil darüber nicht versicherbar.

  4. Allein in unserer Region sind in den letzten 15 Jahren ja drei sehr große Neubaugebiete mit insgesamt ca. 500 Bauplätzen direkt an der Mosel entstanden. Obwohl diese Areale in Riol, Longuich und Schweich nur wenige Jahre vorher beim Jahrhunderthochwasser von 1993 meterhoch unter Wasser standen.

    Wer da gebaut hat, kennt das Risiko, der will es nicht anders.

    Und jetzt soll ich diesen Luxemburger Großverdienern, die ihre Protz-Paläste mitten ins Überflutungsgebiet gebaut haben, noch die Versicherung mitfinanzieren? wird ja immer doller….

    • Bezogen auf die Lage der Wohngebiete stimmt das zwar faktisch aber dennoch Wow.
      Das trieft ja am Ende vor Neid…

      • Lassen Sie doch das Totschlagargument bezüglich einer Neiddebatte.

        Fakt ist, dass viele Leute in der Grenzregion ihre Einkommenssteuer und Sozialabgaben in der Steueroase Luxemburg ableisten. Viele Kosten sowie z.B. Bodenakkumulationen im vorgelagerten Absatzmarkt jedoch auf der deutschen Seite sozialisieren.
        Sollen jetzt neben den Ausbildungskosten, Infrastrukturkosten etc. etc. (Großteil Steueraufwende der deutschen Arbeitnehmer) auch noch die Versicherungskosten in den Risiko-Baugebieten einer Elementarversicherung über alle Versicherungsnehmer solidarisch verteilt werden?
        Meiner Meinung nach ein klares NEIN, weil das auch asozial wäre.

        • Stimme Ihnen in weiten Teilen zu. Es wäre unsozial! Ich stimme auch Werner zu. Den (meisten) Menschen die da gebaut, gekauft oder was auch immer haben muss das Risiko klar gewesen sein auch wenn dieses Hochwasser atypisch für alles bisher dagewesene war. Mir ging es nur um den letzten Satz. Ich denke in diesem hat die Neiddebatte angefangen oder?

          @Deichbuddler: Nein habe ich nicht, ich wohne noch nicht mal direkt an einem Fluß. Ganz im Gegenteil!

      • Lieber Megaverdiener,

        herzlichen Glückwunsch zu Ihrem tollen Gehalt. Aber Neid ist das von meiner Seite aus nicht – eher herabschätzige Verachtung. Ich habe mein Eigenheim fernab der Wassermassen oben auf dem Berg gebaut und nicht in ein überteuertes, gentrifiziertes Neubaugebiet, wo aufgrund der Kosten die Grundstücksgröße derart beschnitten wird, dass hinter dem Haus gerade noch genug Platz für den Hasenkäfig ist. Zudem wage ich zu behaupten, dass mein gemauertes Haus, von einem ECHTEN Architekten geplant, auch noch sowas wie Charakter hat, im Gegensatz zu all den seelenlosen 0815-Schuhkartons, die man in den hiesigen Neubaugebieten bewundern darf. In diesem Sinne: beim nächsten Regen denke ich an Sie!

  5. Dass die Globus-Holding in Zewen zigtausende m² Boden direkt am Moselufer versiegelt, ist an Absurdität fast nicht mehr zu übertreffen. Der Stadtrat hat doch mit dem Stadtvorstand 2019 den Klimanotstand für Trier ausgerufen.
    An wen können sich denn finanziell die Zewener wenden, wenn dann nach der großräumigen Bodenversiegelung vom Globus-Markt – deren Stadtteil wie z.B. jetzt aktuell Ehrang am Absaufen ist?
    An die Stadträte?
    An den Stadtvorstand?
    An die Globus-Holding und den hypereichen Bruch?
    …oder werden dann diese Schadenskosten wieder über den dummen Steuer Michel sozialisiert?

    • Was ist denn das für ein Vergleich – mit Fakten hat dies nichts zu tun.
      Die Versiegelung der Flächen durch den Globus wird kaum Auswirkungen auf ein Hochwasser der Mosel haben und auch nicht dazu führen, dass mehr Häuser/Personen vom Hochwasser als jetzt betroffen sind (ist nämlich NICHT direkt am Moselufer, sondern so ca. 400-500m richtig B49).

      Nur so als Vergleich, wenn das Wasser beim Globus stehen sollte, hat die Innenstadt ein viel größeres Problem, da Trier-Nord nicht mehr zu halten wäre – ähnlich sieht das dann mit Pfalzel und Ruwer sowie anderen Ortslagen aus.
      Selbst beim Jahrhunderthochwasser 1993/1994 waren nur eine sehr überschaubare Anzahl von Häusern in Zewen (Oberkirch) betroffen, nicht aber der Ortskern selbst.

      Also wenn man keine Ahnung hat, sollte man nicht immer versuchen die Mücken scheu zu machen und vorallem nicht mit „fakenews“ glänzen. Ob man den Globus dort nun für gut findet oder nicht, dass Argument „Hochwasser“ ist hier allerdings völlig fehl am Platz (JTI, der TV, Schloss Wachenheim hätten dann die Mosel bereits in ihren Werkshallen stehen – und da hat sich noch niemals jemand drüber aufgeregt oder medial Gedanken gemacht).

      • …, dass sind keine Fakenews!
        Um Hochwasser in den Wohngebieten zu vermeiden, braucht eine Talstadt wie Trier jeden m² Boden und jeden einzelnen Baum als Wasserspeicher.
        Der Globus-Markt auf der grünen Wiese in Kombination mit dem Moselaufstieg ist eine ökologische Bankrotterklärung der Stadt Trier.
        Über den Trierer „KLIMANOTSTAND“ kann ich nur noch lachen.
        Schade, dass die Stadträte und der Stadtvorstand nicht für die kommenden Schäden finanziell belastet werden können. Aber mit dem dementen deutschen Michel kann man es ja machen. Gelle? Das sieht man jedenfalls an den neuesten Daten der Demoskopen.

  6. Das so eine Umweltzerstörung mit dem Globus auf der grünen Wiese und dem Moselaufstieg durch Stadtrat-Mehrheiten von Bündnis 90 / die Grünen in Trier möglich ist, können viele GRÜN-Wähler aus meinem Bekanntenkreis auch nicht verstehen. Dass die CDU bei diesen zukünftigen Umweltzerstörungen eine Schlüsselrolle gespielt hat, verstehen viele aus meinem Freundes und Bekanntenkreis auch nicht. Gerade weil die Union doch durch Marketingmaßnahmen versucht sich ein umweltfreundliches Image zu verpassen.
    (Mt 7,16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?)

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