Kirche: Gesprächsbedarf der Flutopfer an der Ahr wächst

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Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

BAD NEUENAHR-AHRWEILER. Bei den von der Flut betroffenen Menschen im Katastrophengebiet Bad Neuenahr-Ahrweiler gibt es immer mehr Gesprächsbedarf. «Wir merken, dass er jetzt größer wird, weil die Arbeit sich verändert», sagte die Pastoralassistentin aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, Johanna Becker, der Deutschen Presse-Agentur.

Die ersten groben Aufräumarbeiten gingen dem Ende zu, gleichzeitig nehme die Erschöpfung und Verzweiflung der Menschen zu. «Die Beerdigungsfragen kommen auch schon», sagte Becker. Bad Neuenahr-Ahrweiler gehört zum katholischen Bistum Trier.

Man sei dabei, ein Trauerkonzept für die nächsten Monate aufzustellen. Noch wisse man nicht, wann wieder beerdigt werden könnte. In Bad Neuenahr-Ahrweiler sei auch der Hauptfriedhof überschwemmt worden. Es gebe aber auch noch intakte Friedhöfe. «Aber es sind eben viel zu viele Menschen zu beerdigen», sagte sie.

Es sei angedacht, dass wenn Beerdigungen wieder möglich seien, Seelsorger die Menschen begleiteten. Eine Trauerbegleitung sei notwendig, um den Menschen gerecht zu werden, sagte Becker. In Bad Neuenahr-Ahrweiler seien alle großen Kirchen überflutet gewesen.

Sie ging davon aus, dass «die ganze Ahr, alle Menschen, die hier leben, betroffen oder nicht, auf eine gewisse Art und Weise traumatisiert sind». Weil dieses kleine Bächlein, über das sich die Ortschaften im Ahrtal auch alle definierten, innerhalb von Minuten von 60 Zentimetern auf 8 Meter angeschwollen sei. «Das hat viel Leben und Existenzen zerstört. Und das ist für fast jeden, der hier lebt, auf gewisse Weise eine existenzielle Frage.» (dpa)

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