Wälder in RLP: Probleme mit Abfall und Radfahrern

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Foto: dpa/Symbolbild

MAINZ. Die vielen Besucherinnen und Besucher während der Pandemie und wegen des guten Wetters haben Auswirkungen auf die Wälder. Abfall sei ein Dauerthema – genauso wie Mountain- und E-Bikes, sagte eine Sprecherin von Landesforsten Rheinland-Pfalz. Für viele Zweiradfahrer sei es attraktiv, abseits der Wege zu fahren. «Dieses Verhalten kann aber die Flora und Fauna des Waldes zerstören.»

Von einem flächendeckenden Müllproblem will die Forst-Verwaltung nicht sprechen. «Gerade im ersten Lockdown haben wir mehr Müll wahrgenommen.» Aber in den meisten Fällen sei es nur kleinteiliger Abfall gewesen, der aus Taschen von Besuchern gefallen sei. In diesem Jahr habe sich das Ausmaß der Vermüllung eingependelt. Statistisch erfasst wird der Müll nicht. «Vielmehr machen wir uns ein Stimmungsbild», erklärte die Sprecherin der Landesforsten. «Es kann also auch sein, dass wir uns nur an den Anblick gewöhnt haben.»

In einigen Fällen sei Waldgängern nicht bewusst, dass sie Regeln brechen. Eine Sprecherin des Unesco-Biosphärenreservats Pfälzerwald berichtete von Besuchern, die auf Wald- und Wanderparkplätzen in ihren Zelten campierten oder in Wohnmobilen übernachteten – obwohl diese Flächen nicht für eine Übernachtung ausgewiesen worden seien.

Auch der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz verfolgt die steigenden Besucherzahlen im Wald mit Aufmerksamkeit – schließlich gehören den Kommunen fast 50 Prozent der Waldflächen in Rheinland-Pfalz. «Die Entwicklung sehen die kommunalen Waldbesitzer positiv», sagte ein Sprecher. Die Gemeinden und Städte freuten sich darüber, dass mehr Bürgerinnen und Bürger das Angebot des Waldes annehmen würden. «Wichtig sind aber die Spiel- und Benimmregeln, die in einem Wald gelten.» Dazu gehöre zum Beispiel, dass Besucher auf Waldwegen blieben und Hunde an der Leine hielten.

Der Bund setzt auf Appelle statt auf Verbote. «Die Verbote zu kontrollieren, ist auch nicht machbar», so der Sprecher. «Niemand kann hinter einen Baum stehen und schauen, ob sich die Menschen an die Regeln halten.» Stattdessen hätten die Gemeinden und Städte an Wanderparkplätzen Schilder angebracht und in Gemeindeblättern um mehr Rücksicht gebeten. «Die Vermüllung hält sich aber im Rahmen und ist deutlich weniger als in städtischen Parkanlagen.» Bei den Wildtieren hätte der Gemeinde- und Städtebund ebenfalls seit der Pandemie keine signifikante Veränderung beobachtet. (dpa)

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