Trier: Zu Römerausstellung kommt weitestes Exponat aus Australien

Für die Sonderschau zum Untergang des Römischen Reiches 2022 in Trier sind weltweit Exponate angefragt. Den weitesten Weg wird ein Gemälde zurücklegen: Es kommt rund 16 000 Kilometer entfernt aus Australien.

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Das Foto zeigt das Gemälde mit dem Titel «Die Lieblinge von Kaiser Honorius». Foto: -/ Art Gallery of South Australia/dpa/Handout

TRIER. Es ist das Kunstwerk mit der wohl weitesten Anreise zur rheinland-pfälzischen Landesausstellung «Der Untergang des Römischen Reiches» 2022 in Trier: Aus Adelaide im Süden Australiens wird das Gemälde «Die Lieblinge des Kaisers Honorius» von dem britischen Maler John William Waterhouse nach Trier gebracht, wie ein Sprecher der Landesausstellung der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Kunstsammlung «Art Gallery of South Australia» – rund 16 000 Kilometer vom Ausstellungsort entfernt – stelle das Exponat für die große Sonderschau vom 25. Juni bis 27. November 2022 zur Verfügung.

Zu sehen sein werde das Kunstwerk im Stadtmuseum Simeonstift Trier, das sich mit zwei weiteren Trierer Museen einem der großen Rätsel der Weltgeschichte widmet. Es geht um die Frage, warum das Römische Reich untergegangen ist. Nach Angaben der Macher ist es das erste Mal, dass dieser Frage in einer Ausstellung nachgegangen wird. Mehr als 700 Kunstwerke von 130 nationalen und internationalen Leihgebern machten Trier in diesen Monaten «zu einer Schatzkammer auf Zeit», sagte der Sprecher.

Das Kunstwerk des Malers Waterhouse (1849-1917) stehe «für die These von der Dekadenz der Römer». Das Gemälde nehme Bezug auf die Überlieferung, der Kaiser habe sich bei der Nachricht vom Fall Roms lediglich um das Wohlergehen seines Lieblingshuhns Roma gesorgt, hieß es. Der britische Maler sei einer «der bekanntesten Künstler des Akademischen Realismus».

Bei der Ausstellung nimmt das Rheinische Landesmuseum Trier den Untergang der Römer historisch in den Blick. Die christliche Sicht übernimmt das Museum am Dom, die kulturhistorische Perspektive das Stadtmuseum Simeonstift Trier. Das Budget der Ausstellung beläuft sich auf rund 4,8 Millionen Euro. Auch das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt Trier und das Bistum Trier sind beteiligt.

Trier hat sich als Standort für große Ausstellungen zur römischen Antike profiliert. Im Jahr 2007 zog eine Sonderschau über Kaiser Konstantin den Großen Tausende Besucher an, 2016 gab es eine Ausstellung zum römischen Kaiser Nero – mit mehr als 272 000 Besuchern. Trier gilt als älteste Stadt Deutschlands und war einst größte Römermetropole nördlich der Alpen. (DPA)

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