40-Millionen Projekt in Schweich – Schule soll im Sommer 2022 bezugsfertig sein

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SGD-Nord Präsident Uwe Hüser (rechts) machte sich zusammen mit (von links) Architektin Ulrike Stein, Bürgermeisterin Christiane Horsch, Landrat Günther Schartz und Thomas Vogt von der oberen Bauaufsicht der SGD Nord ein Bild von den Baumaßnahmen. Foto: Kreisverwaltung Trier-Saarburg

SCHWEICH. Ein außergewöhnlicher Gebäudekomplex entsteht zurzeit in Schweich: Im Rahmen eines integrativen Schulprojekts werden dort die Räumlichkeiten für zwei Schulen geschaffen – nämlich für eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung und eine vierzügige Grundschule. Das rund 40-Millionen-Euro-Gemeinschaftsprojekt des Landkreises Trier-Saarburg und der Verbandsgemeinde (VG) Schweich wird vom Land Rheinland-Pfalz finanziell erheblich unterstützt. Im Bewilligungsverfahren für die Landesförderung spielte die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord eine entscheidende Rolle.

„Durch die von der SGD Nord durchgeführte baufachliche Prüfung und die abschließende positive Stellungnahme wurde es möglich, dass ein solch wichtiges Projekt wie der Bau dieser Schulen mit rund 13,8 Millionen Euro gefördert werden kann“, erklärt Uwe Hüser, der Präsident der SGD Nord. Zusammen mit der Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Christiane Horsch und Landrat Günther Schartz besuchte Präsident Hüser nun die Baustelle, um sich einen Eindruck von dem Projekt zu verschaffen. Die SGD Nord müsse sich als so genannte „technische staatliche Verwaltung“ natürlich an die gesetzlichen Bestimmungen halten, sie verstehe sich aber nicht als „reine Prüfinstanz“. „Unsere Experten arbeiten projekt- und ergebnisorientiert und sehen sich vielmehr als baufachliche Beratungsstelle im Zusammenhang mit der Gewährung finanzieller Zuwendungen“, so Hüser.

Zusammenarbeit war vor Baubeginn also gefragt. Und zusammenarbeiten müssen und wollen die Akteure auch weiterhin. Ein Zweckverband wurde zur Verwirklichung und Finanzierung des Neubaus gebildet. Letzteren werden etwa 360 Grund- und etwa 80 Förderschüler besuchen und ihn dort im Rahmen eines inklusiven Ansatzes in einem bewussten Miteinander als Lern- und Lebensort erfahren. Dem Zweckverband gehören der Landkreis Trier-Saarburg als zukünftiger Träger der Förderschule und die VG Schweich als Träger der Grundschule an. Landrat Schartz ist aktueller Verbandsvorsteher. „Es ist ein einzigartiges Schulprojekt in Rheinland-Pfalz und wir sind alle sehr stolz auf unser Leuchtturmprojekt“, erklärte VG-Bürgermeisterin Christiane Horsch. Und Landrat Schartz fügte hinzu: „Die Schule hat mit ihrem inklusiven Ansatz Modellcharakter in pädagogischer Hinsicht, von dem die Kinder in vielfältiger Weise in ihrer Entwicklung profitieren können.“

Zum Gebäudekomplex gehören zwei Unterrichts- und Inklusionsabteilungen, Foyer, Mensa, eine Sporthalle und ein Therapiebad. Als besonderen Clou erhält das Gebäudeensemble zur Wärmeversorgung, aber auch zur Kühlung einen Eisspeicher mit Wärmepumpen sowie Luft- und Wärmekollektoren, der mit zusätzlich 1,4 Millionen Euro zu Buche schlägt. Die Anlage wird von der Europäischen Union über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zu 50 Prozent gefördert. Neben dem pädagogischen Anspruch sei das integrative Schulprojekt daher auch in technischer Hinsicht vorbildlich, sagte der Landrat. Mit dem Eisspeichersystem würde auch in Sachen Klimaschutz ein wertvoller Beitrag geleistet.

Die Förderschule befindet sich bislang als Treverer Schule in der Stadt Trier und in deren Trägerschaft. Sie soll an ihrem neuen Standort in Schweich und dann in Trägerschaft des Kreises auch Schüler aus der Stadt Trier sowie dem Landkreis Bernkastel-Wittlich und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm aufnehmen. Die alte Grundschule in Schweich ist stark sanierungsbedürftig. Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen hatten gezeigt, dass Neubau und Erweiterung der Schule der Verbandsgemeinde wirtschaftlicher sind als eine Sanierung am alten Standort.

Nach derzeitigen Planungen soll die Schule im Sommer 2022 bezugsfertig sein. Laut Kreisverwaltung werden die Gesamtkosten um rund 2,5 Prozent überschritten, was allerdings auf die in den vergangenen drei Jahren gestiegen Baukosten zurückzuführen sei.

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