„Gräben zuschaufeln“: Bauern und Naturschützer appellieren gemeinsam an Landesregierung

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Foto: dpa

HEIDESHEIM. Bauernverbände und Naturschutzorganisationen haben sich in Rheinland-Pfalz zum ersten Mal zu einem gemeinsamen Appell an die Landesregierung zusammengeschlossen.

Insgesamt 15 Organisationen forderten am Donnerstag mehr Personal und Geld sowie weniger Bürokratie, um sowohl die Artenvielfalt zu erhalten als auch die Existenz landwirtschaftlicher Betriebe zu sichern.

Mit Blick auf die bislang oft scharf ausgetragenen Konflikte zwischen Naturschutz und Landwirtschaft sagte die Nabu-Landesvorsitzende Cosima Lindemann am Donnerstag in Heidesheim (Kreis Mainz-Bingen): «Wir reichen uns über die Gräben die Hand und sagen: Fangen wir an, sie zuzuschaufeln!» Dem gemeinsamen Schulterschluss seien intensive Diskussionen vorausgegangen, sagte der Präsident des Bauern- und Winzerverbands, Eberhard Hartelt, auch im Namen des nördlichen Bauernverbands. «Wir haben herausgefunden, dass wir viele Schnittmengen haben.» Die Landwirte stünden auch für Arten- und Naturschutz ein – «ja, wir leben davon.»

«Wir sind bereit zu Maßnahmen für den Artenschutz», sagte der Heidesheimer Landwirt Tobias Diehl. «Aber wir brauchen den finanziellen Ausgleich dazu, wir müssen von unserem Betrieb leben können.»

Hartelt äußerte die Hoffnung, dass der zurzeit angestrebte neue Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP Vorhaben zu Naturschutz und Landwirtschaft eng miteinander verbinde. Er sprach sich für eine Stärkung der Beratungsstellen für die Landwirtschaft aus – «das ist ständig gekürzt worden.» Hartelt plädierte für mehr Spielraum zu einem kooperativen Vorgehen von Landwirtschaft und Naturschutz statt einer kleinteiligen Regulierung über Verordnungen. «Gebt uns doch mal ein bisschen Vertrauen, um im Sinne des Arten- und Naturschutzes zu handeln – das ist wie bei der Kindererziehung.»

Das neue Bündnis will die Zusammenarbeit weiter fortführen. Die BUND-Landesvorsitzende sagte zu den Forderungen: «Wenn das nicht aufgegriffen wird, werden wir bei der neuen Landesregierung auf der Matte stehen.»

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