Traurige Corona-Wahrheit: Rheinland-Pfalz – zweitgrößter Wirtschaftseinbruch seit dem 2. Weltkrieg

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Foto: dpa-Archiv

MAINz. Die Corona-Pandemie hat in Rheinland-Pfalz zum zweitgrößten Einbruch der Wirtschaftsleistung in der Nachkriegsgeschichte geführt. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im vergangenen Jahr preisbereinigt um 4,5 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Dienstag mitteilte. Nur 2009 – dem Höhepunkt der Finanz- und Weltwirtschaftskrise – sank das Bruttoinlandsprodukt stärker (Rheinland-Pfalz minus 5,0 Prozent, Deutschland minus 5,7 Prozent).

Der Rückgang der Wirtschaftsleistung in Rheinland-Pfalz fiel 2020 etwas schwächer aus als in Deutschland (minus 4,9 Prozent). Der Anteil von Rheinland-Pfalz am deutschen Bruttoinlandsprodukt beläuft sich damit auf 4,3 Prozent.

Besonders stark betroffen von der Pandemie war die Industrie. Verglichen mit dem Vorjahr ging die Wirtschaftsleistung des Verarbeitenden Gewerbes demnach preisbereinigt um 10,7 Prozent zurück. Die Bruttowertschöpfung der Dienstleistungsbereiche, die einen Anteil von 66 Prozent an der gesamten Wertschöpfung haben, schrumpfte preisbereinigt um 4,0 Prozent.

Dagegen war das Baugewerbe von Pandemie und Lockdowns kaum getroffen. Gemessen am Vorjahr wuchs die Wirtschaftsleistung hier preisbereinigt um 5,5 Prozent – der kräftigste Anstieg des Baugewerbes seit zehn Jahren. Auch die Landwirtschaft lag im Plus: Im Bereich «Land- und Forstwirtschaft, Fischerei» stieg die Wirtschaftsleistung im Vorjahresvergleich um preisbereinigt um 2,1 Prozent.

Die Zahl der Erwerbstätigen ging erstmals seit zehn Jahren zurück und lag im Jahresdurchschnitt bei 2,02 Millionen. Verglichen mit 2019 hatten im vergangenen Jahr etwa 28 800 Personen weniger ihren Arbeitsort in Rheinland-Pfalz (minus 1,4 Prozent).

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