RKI: Starker Anstieg bei Corona-Fällen von Kindern und Jugendlichen

8
Schüler einer vierten Klasse in einer Grundschule: Bei Kindern bis 14 Jahren haben sich die 7-Tage-Inzidenzen in den vergangenen vier Wochen mehr als verdoppelt. Foto: Matthias Balk/dpa/Symbolbild

BERLIN. Nach Beobachtungen des Robert Koch-Instituts scheint sich die Rolle von Kindern und Jugendlichen bei der Ausbreitung des neuen Coronavirus zu ändern.

Die Covid-19-Fallzahlen stiegen in allen Altersgruppen an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, heißt es im jüngsten Online-Lagebericht des RKI. Ausbrüche beträfen momentan insbesondere private Haushalte, zunehmend aber auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld, während die Anzahl der Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen abgenommen habe.

Bei Kindern bis 14 Jahren haben sich die 7-Tage-Inzidenzen nach den RKI-Daten in den vergangenen vier Wochen bundesweit mehr als verdoppelt – auf zuletzt mehr als 100 Fälle pro 100.000 Einwohner. Für Kinderärzte kann neben dem zunehmenden Öffnen von Kitas und Schulen dabei aber auch vermehrtes Testen eine Rolle spielen. Die Öffnungen seien natürlich Anlässe für Eltern, ihre Kinder testen zu lassen, sagte Reinhard Berner, Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, dem Berliner «Tagesspiegel». «Das ist vorher einfach oft nicht geschehen, wenn das Kind zuhause im Lockdown gehockt hat und Schnupfen hatte.»

Besonders frühzeitig zeige sich die Zunahme der registrierten Infektionsfälle in der Altersgruppe bis fünf Jahre, heißt es beim RKI. Das betreffe auch die Daten zu Ausbrüchen in Kitas. Sie stiegen rasch an. Eine ähnliche Entwicklung deute sich auch nach der Öffnung der Schulen an. Bei dieser Entwicklung spiele die zunehmende Ausbreitung der leichter übertragbaren Variante B.1.1.7 eine Rolle.

Familien und Beschäftigte sollten ihr Infektionsrisiko außerhalb von Kita oder Schule minimieren und bei Zeichen einer Erkrankung 5 bis 7 Tage zuhause bleiben, rät die Gesundheitsbehörde. Falls es zu Erkrankungen in einer oder mehreren Gruppen komme, solle eine frühzeitige Schließung der Einrichtung erwogen werden, um eine weitere Ausbreitung innerhalb der Kita und in die betroffenen Familien zu verhindern.

Für Schulen empfiehlt das RKI weiterhin das Aufteilen von größeren Gruppen wie Klassen und Jahrgängen in kleinere Gruppen und die Beschränkung auf Kontakte innerhalb dieser festgelegten Gruppe. Dazu bleibt es beim Ratschlag für einen Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht sowie eine gestaffelte Öffnung nach Jahrgängen – mit Distanzunterricht für ältere Schüler. (dpa)

8 KOMMENTARE

  1. Es sind nicht die Covid-Fallzahlen die ansteien, es sind die Infektionen.
    Eine Infektion die keinen ernsthaften Krankheitsausbruch nach sich zieht ist bedeutungslos und für Kinder sogar positiv, denn ihr Immunsystem kann sich dann anpassen. Das ist übrigens ein Vorgang, der bei jedem Lebewesen dauerhaft passiert, da sich die Viren und Bakterien der Umgebung dauernd ändern. Also nicht gleich wieder Panik schieben wo keine angebracht ist.

  2. Wenn man dieses ganze rumgeiere sieht , muß man zwangsläufig feststellen das unsere Regierung in den über 12 Monaten der Pandemie eigentlich nichts aus der Sache gelernt hat ! Täglich kommen neue Erkenntnisse auf den Tisch die dazu führen das wieder eine ganz andere Richtung eingeschlagen wird .
    Der Gipfel ist der Erlass der Bildungsministerien , bei dem alle Schüler ab Klasse 1 sich einmal wöchentllich in der Schule selber testen sollen . Man stelle sich eine Schulklasse von 25 Kindern vor , von denen einer sich positiv testet und sofort nach Hause in Quarantäne muss . Richtig toll für das Kind , welches erstmal als Bazillenschleuder oder Seuchevogel da steht . Mal ganz abgesehen von den Fehlerquoten dieser Selbsttests , raten unzählige Ärzte davor sie nur von medizinisch geschultem Personal durchführen zu lassen , und hier sollen das Kinder machen ? Ein kompletter Witz !

  3. Schon die Erkenntnisse aus Großbritannien zeigten, daß durch die Mutation B1.1.7, welche momentan einen großen Anteil der Infektionen auch in Deutschland verursacht, viel mehr Kinder und Jugendliche infiziert werden. Dies bestätigt sich durch mehr Ausbrüche in Kitas und Schulen in der letzten Zeit in Deutschland.
    Der erwünschte Vollbetrieb in Kitas und (hoffentlich im ausgedünnten Wechselbetrieb) in Schulen wird ohne die Durchführung von Tests ein deutlicher Treiber der Pandemie sein, denn die Kinder tragen die Infektion natürlich auch in die Familien.
    Die Selbsttests haben natürlich eine Fehlerquote und positive Ergebnisse sollten unbedingt durch einen PCR-Test überprüft werden. Es gibt natürlich auch falsch negative Testergebnisse. Beim kompletten Test einer Gruppe wird diese Gefahr verkleinert, da eine sich darin ausbreitende Infektion bei einem der Infizierten zu einem positiven Ergebnis führen kann.
    Natürlich kann ein Test pro Woche (so er denn schon überall zur Verfügung steht) nur der Anfang sein – eigentlich sollten es zumindest zwei sein.
    Die Selbsttests (nur im vorderen Nasenbereich abgestrichen oder Spucktests) sind explizit so konzipiert, daß sie auch von Laien ordnungsgemäß durchgeführt werden können – im Gegensatz zu den Schnelltests in den Teststationen mit Abstrich aus dem hinteren Nasen- bzw. Rachenraum, welche von medizinisch geschulten Fachkräften durchgeführt werden.
    Ihre Meinung ist daher ziemlich kurzsichtig.
    Übrigens sollten bei einem positiven Test in der Gruppe eigentlich bei allen Mitgliedern der Gruppe (auch beim Lehrer) zumindest zusätzlich Schnelltests durchgeführt werden, da ja alle Kontaktpersonen sind.
    Leider ist im vergangenen Sommer die Zeit vertrödelt worden, um durch Luftreiniger den Aufenthalt in Klassenräumen sicherer zu machen – zugegeben erfordert dies einen hohen finanziellen Aufwand. Aber jede Verlängerung der Pandemie kostet neben Menschenleben auch einen viel höheren finanziellen Aufwand.

  4. Schon die Erkenntnisse aus Großbritannien zeigten, daß durch die Mutation B1.1.7, welche momentan einen großen Anteil der Infektionen auch in Deutschland verursacht, viel mehr Kinder und Jugendliche infiziert werden. Dies bestätigt sich durch mehr Ausbrüche in Kitas und Schulen in der letzten Zeit in Deutschland.
    Der erwünschte Vollbetrieb in Kitas und (hoffentlich im ausgedünnten Wechselbetrieb) in Schulen wird ohne die Durchführung von Tests ein deutlicher Treiber der Pandemie sein, denn die Kinder tragen die Infektion natürlich auch in die Familien.
    Die Selbsttests haben natürlich eine Fehlerquote und positive Ergebnisse sollten unbedingt durch einen PCR-Test überprüft werden. Es gibt natürlich auch falsch negative Testergebnisse. Beim kompletten Test einer Gruppe wird diese Gefahr verkleinert, da eine sich darin ausbreitende Infektion bei einem der Infizierten zu einem positiven Ergebnis führen kann.
    Natürlich kann ein Test pro Woche (so er denn schon überall zur Verfügung steht) nur der Anfang sein – eigentlich sollten es zumindest zwei sein.
    Die Selbsttests (nur im vorderen Nasenbereich abgestrichen oder Spucktests) sind explizit so konzipiert, daß sie auch von Laien ordnungsgemäß durchgeführt werden können – im Gegensatz zu den Schnelltests in den Teststationen mit Abstrich aus dem hinteren Nasen- bzw. Rachenraum, welche von medizinisch geschulten Fachkräften durchgeführt werden.
    Ihre Meinung ist daher ziemlich kurzsichtig.
    Übrigens sollten bei einem positiven Test in der Gruppe eigentlich bei allen Mitgliedern der Gruppe (auch beim Lehrer) zumindest zusätzlich Schnelltests durchgeführt werden, da ja alle Kontaktpersonen sind.
    Leider ist im vergangenen Sommer die Zeit vertrödelt worden, um durch Luftreiniger den Aufenthalt in Klassenräumen sicherer zu machen – zugegeben erfordert dies einen hohen finanziellen Aufwand. Aber jede Verlängerung der Pandemie kostet neben Menschenleben auch einen viel höheren finanziellen Aufwand durch die witschaftlichen Einsränkungen.
    Komisch, daß die Webseite behauptet, ich hätte dasselbe schon einmal geschrieben. Dieses Tool scheint fehlerhaft zu sein!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.