Wahlkampfendspurt in Rheinland-Pfalz : SPD in zwei Umfragen stärkste Partei

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Die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Foto: Kristina Schäfer/SWR/dpa (Foto: dpa)

MAINZ. In Rheinland-Pfalz steigt kurz vor der Landtagswahl die Spannung. Die Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien warben am Freitag noch einmal eifrig um Stimmen und auch am Samstag standen noch einige Termine an, bevor schließlich am Sonntag um 8.00 Uhr die Wahllokale öffnen.

Mit großer Aufmerksamkeit werden die Parteien auf die jüngsten Umfragewerte geschaut haben. In der am Donnerstagabend veröffentlichten Meinungsumfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF kommt die regierende SPD auf 33 Prozent die oppositionelle CDU auf 29 Prozent. Dies ist unverändert im Vergleich zum ZDF-„Politbarometer“ in der vergangenen Woche.

Auf Platz drei folgen die Grünen, die allerdings im Wochenvergleich einen Prozentpunkt einbüßten und nun noch auf eine Wahlabsicht von 10 Prozent der Befragten kommen. Dahinter liegt die AfD mit unverändert 9 Prozent. Eine Wahlabsicht für die FDP bekundeten 6,5 Prozent – das sind 0,5 Prozentpunkte weniger als vor einer Woche.

Einen Tag nach dem ZDF hat auch eine Umfrage der „Bild“-Zeitung zur Landtagswahl am Sonntag in Rheinland-Pfalz einen Vorsprung für die SPD ergeben. Die Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa ergab für die Partei von Ministerpräsidentin Malu Dreyer einen Anteil von 32 Prozent, wie die Zeitung am Freitag berichtete. Dies waren zwei Prozentpunkte mehr als zu Beginn der Woche. Die CDU kam auf 29 Prozent, das ist ein Prozentpunkt weniger.

Die Grünen büßten in der Insa-Umfrage zwei Prozentpunkte ein und erhielten bei der Frage nach der Wahlabsicht einen Anteil von zehn Prozent – das ist der gleiche Wert wie in der ZDF-Umfrage. Ebenfalls zehn Prozent (unverändert) wurden für die AfD vorhergesagt. Die FDP kam auf sieben Prozent (plus ein Prozentpunkt), die Freien Wähler kamen auf vier und die Linke auf drei Prozent (jeweils unverändert).

Chancen auf einen Einzug in den Landtag haben die Freien Wähler mit einem Umfrage-Ergebnis von 5 Prozent, ein Prozentpunkt mehr im Wochenvergleich. Hingegen verharrt die Linke bei 3 Prozent. Die weiteren Parteien kommen zusammen auf 4,5 Prozent, das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als zuletzt.

Die Forschungsgruppe Wahlen gibt den statistischen Fehlerbereich für die Ergebnisse der Umfragen mit plus oder minus 2 bis 3 Prozentpunkten an. 31 Prozent der Befragten gaben an, sie wüssten noch nicht, ob und wen sie wählen wollten.

Befragt nach der Präferenz für das Amt des Ministerpräsidenten sprachen sich 58 Prozent der Rheinland-Pfälzer für Amtsinhaberin Malu Dreyer aus. Christian Baldauf als Regierungschef wünschen sich 28 Prozent der Befragten.

Bei der Landtagswahl 2016 hatte die SPD 36,2 Prozent erreicht, die CDU 31,8 Prozent, die AfD 12,6 Prozent, die FDP 6,2 Prozent, die Grünen 5,3 Prozent, die Linke 2,8 Prozent und die anderen Parteien zusammen 5,0 Prozent.

Am Freitag reiste CDU-Spitzenkandidat Baldauf zum Wahlkampf-Schlussspurt nach Trier, bevor er sich dann am Abend mit fünf CDU-Ministerpräsidenten zu einer digitalen Diskussionsrunde zusammenschalten wollte. Armin Laschet (Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen), Tobias Hans (Saarland), Daniel Günther (Schleswig-Holstein), Michael Kretschmer (Sachsen) und Volker Bouffier (Hessen) haben bereits das erreicht, was Baldauf am Sonntag anstrebt: Sie sind Regierungschefs. Am Samstag wollte Baldauf seine Wahlkampftour mit Stopps in verschiedenen Städten – unter anderem in Mainz, Worms, Speyer und seiner Heimatstadt Frankenthal – beenden.

Virtuell geht für Amtsinhaberin Dreyer am Samstag der Kampf um Wählerstimmen zu Ende. Bei einer digitalen Veranstaltung wollte sie noch einmal ihre politischen Schwerpunkte vorstellen und auch auf ihren eigenen Wahlkreis Trier eingehen. FDP-Spitzenkandidatin Daniela Schmitt hatte sich für Freitagabend prominente Unterstützung aus Berlin eingeladen: In ihr Wahlkampfstudio sollte der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner live dazu geschaltet werden.

Viele Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer erreicht diese letzte Kraftanstrengungen der Parteien nicht mehr richtig, weil sie ihre Stimme bereits längst per Briefwahl abgegeben haben. Die Landeswahlleitung rechnet wegen der Angst vor Corona-Infektionen mit einem Rekordanteil an Briefwählern – er könnte bei einer vermuteten Wahlbeteiligung von 70 Prozent bei rund zwei Dritteln liegen. Bei der rheinland-pfälzischen Landtagswahl 2016 betrug er knapp 31 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 70,4 Prozent. In den Wahllokalen gelten am Sonntag strenge Hygienevorschriften.

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