Wie entwickeln sich die weltweiten Börsen?


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Symbolbild

Die Finanzkrise von 2008 ist fast jedem noch in sehr guter Erinnerung. Finanz und Kreditblasen hatten einige Banken in Schwierigkeiten gebracht was kurze Zeit später zu einer waschechten Krise im weltweiten Bankenwesen führte. Die Gefahr von langfristigen Folgen für die Wirtschaft konnte zwar größtenteils noch abgewendet werden, allerdings zeigt die Finanzkrise wie anfällig unser Wirtschaftssystem tatsächlich ist. Damals wurde auch die Börse von diesen Ereignissen erheblich in Mitleidenschaft gezogen und viele Broker an den Finanzmärktennutzten ihre Pip-Rechner um die ständig wechselnden Währungskurse schnellstmöglich zu aktualisieren. Jetzt leben die weltweiten Börsen und Finanzmärkte in der ständigen Angst, dass sich ein Szenario wie 2008 wiederholen könnte – nur mit weitaus gravierenderen Folgen. Doch wie realistisch ist diese Angst? Droht uns in absehbarer Zeit der nächste Börsencrash?

Die Gefahren für die Börse sind real und gehen nicht unbedingt von den Banken aus

Wer sich heute eingehender mit den internationalen Börsen beschäftigt, der muss unwillkürlich zu dem Schluss kommen das die Gefahr einer Finanzkrise wie 2008 durchaus eine reale Option ist.

Zwar haben Länder wie Deutschland versucht durch höhere Einlagenverpflichtungen der Banken besser gegen zukünftige Krisen gewappnet zu sein, allerdings muss man klar festhalten das die Welt und ihr Gefahren für das Börsen- und Finanzsystem weitaus komplexer sind. Gefahren für die weltweite Wirtschaft drohen nicht mehr nur durch Banken. Ein sehr gutes Beispiel ist hier der Wirecard-Konzern. Eins ein Shootingstar unter den Finanzunternehmen stellte sich erst vor kurzem heraus das dieses Unternehmen quasi insolvent war. Das war die Folgen von Veruntreuungen in Milliardenhöhe. Das hier auch die Finanz- und Bankenaufsicht nichts gemerkt hat und erst viel zu spät Unregelmäßigkeiten reklamiert hat sichert zudem auch nicht unbedingt das Vertrauen in die Kontrollgremien des Staates. Und doch konnte der Verlust, den die Misswirtschaft von Wirecard verursacht hat, noch relativ problemlos von der Börse verkraftet werden. Natürlich gab es kurze Zeit einiges an Unruhe an den internationalen Börsen, das legte sich aber innerhalb weniger Tage wieder. Und mittlerweile ist der Bankencrash von Wirecard kein Thema mehr das auf der Agenda der meisten Broker steht.

Hier liegen die wirklichen Gefahren für die Börse
Wenn man versuchen möchte herauszufinden wo die möglichen zukünftigen Gefahren für die Börse liegen, dann sollte man sein Augenmerk tatsächlich andere Bereiche richten:

  • Interne Gefahren innerhalb der Börsen

    Als eine der hauptsächlichen Bedrohungen für die Börse könnten sich tatsächlich Kleinanleger herauskristallisieren. Damit ist natürlich nicht der einzelne Anleger gemeint, sondern vielmehr das koordinierte Verhalten einer großen Zahl an kleineren Anlegern wie es zum Beispiel bei anderen organisierten Anlegern der Fall ist. Mit koordinierten Aktionen haben sie gegen die den Börsenmarkt beherrschenden Hedgefonds agiert. Was im ersten Moment durchaus als gute und berechtigte Aktion zu werten ist hat allerdings Hedgefonds mit milliardenschweren Einlagen in ernste Gefahr gebracht. Würden diese nun eine derartige Aktion nicht überstehen wäre die Folge ein Beben an der Börse wie es vielleicht seit dem berühmten “schwarzen Freitag” nicht mehr gegeben hat.

  • Äußere wirtschaftliche Einflüsse
    Was sich im ersten Moment eher lapidar erscheint ist aber aktuell und könnte bereits in naher Zukunft zu einem schwerwiegenden Problem werden. Ein Beispiel ist die Ölkrise. Die Ölindustrie liegt seit Beginn der Pandemie völlig am Boden. Gleichzeitig beschließen immer mehr Autohersteller ihre Produktion möglichst kurzfristig auf Elektroautos umzustellen. Durch diese Entwicklung könnte die Ölindustrie innerhalb weniger Jahre dermaßen an Bedeutung verlieren das sie auf dem Aktienmarkt nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Ebenfalls kritisch für die Börse kann z.B. eine stark wachsende Inflation werden oder die pandemiebedingte Neuverschuldung vieler Staaten. Sollten einzelne Staaten so in finanzielle Schwierigkeiten geraten das sie ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können würde das den Anleihenmarkt – und somit die Börse – unter Umständen extrem hart treffen. Bei einem Land wie Griechenland oder Argentinien sind die Folgen sicher noch überschaubar. Aber was wären die Folgen bei einem Land wie Japan, dass schon 2019 eine Verschuldung von 238% des Bruttosozialproduktes auswies? Die Folgen wären sicher verheerend.

    Wie kann die Börse sich schützen
    Der effektivste Schutz für die Börse und somit für die Anleger ist maßvolles und strategisches Anlegen, ohne ein zu großes Risiko einzugehen. Leider ist es Tatsache das gerade unsichere Zeiten zwar das größte Risiko bergen aber eben auch die größten Chancen bieten. Je unsicherer die Lage politisch und wirtschaftlich ist umso eher werden sich somit dann auch Anleger finden, die hier Ihre Chance wittern, um durch entsprechende Anlagen größtmögliche Profite zu generieren. Der Börse stehen also wahrscheinlich in den nächsten Jahren extrem turbulente Zeiten bevor.

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