Arbeiten von Zuhause aus: Kommt die Hausratversicherung für Schäden im Home-Office auf?

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Symbolbild; dpa

Das Arbeiten im Home-Office wird immer beliebter oder ist teilweise sogar absolut notwendig. Wer ein eigenes Arbeitszimmer zum ruhigen und konzentrierten Arbeiten hat, kann sich darum glücklich schätzen. Was viele allerdings nicht bedenken: Kommt es im Home-Office zu einem Brand oder einem Einbruch, können dabei erhebliche Schäden entstehen. Sollten diese nicht von der Hausratversicherung übernommen werden, kann das erhebliche finanzielle Einbußen für den Versicherten bedeuten.

Home-Office: Unklarheiten bezüglich des Versicherungsschutzes

Das Arbeiten von Zuhause aus bringt sowohl für Selbstständige sowie für Unternehmen und ihre Beschäftigten viele Vorteile mit sich. Während Selbstständige und Unternehmen hohe Kosten für Büroräume einsparen können, haben Beschäftigte die Möglichkeit, Beruf und Familie besser zu vereinbaren und sich ihre Arbeitszeit freier einteilen zu können.

Nichtsdestotrotz bringt das unkomplizierte Arbeiten von Zuhause aus aber auch einige Schwierigkeiten und Unklarheiten mit sich. Diese Unklarheiten betreffen dabei insbesondere den Versicherungsschutz und werden dann relevant, wenn es durch Brände, Einbrüche oder ähnliche Ereignisse zu einem Schaden am Arbeitsequipment kommt. Gehört das Arbeitsequipment dem Arbeitgeber oder ist es sehr hochpreisig, kann es zu echten Problemen kommen, falls die Hausratversicherung im Schadensfall nicht einspringt.

Unterversicherung und ausbleibende Versicherungsleistungen können in diesem Zusammenhang oft existenzgefährdend werden. Besonders wichtig zu wissen ist es darum, welche Schäden die eigene Hausratversicherung abdeckt und ob auch das Home-Office mitversichert ist.

Prinzipiell schließt die Hausratversicherung das Home-Office mit ein

Prinzipiell umfasst der Schutz der Hausratversicherung alle Gegenstände, die sich innerhalb der eigenen Wohnräume finden. Mit eingeschlossen sind dabei prinzipiell auch solche Gegenstände, die im Eigentum eines anderen stehen oder zu gewerblichen Zwecken genutzt werden. Das bedeutet: Auch ein Laptop oder andere Arbeitsgeräte, die der Arbeitgeber seinem Beschäftigten zur Verfügung stellt, werden von der Hausratversicherung des Beschäftigten erfasst.

Ähnlich wie bei den oftmals tückischen Vertragsfallen rund um Rechtsschutzversicherungen, gibt es jedoch auch bei Hausratversicherungen wichtige Ausnahmefälle zu beachten. Schließlich kann es in bestimmten Fällen vorkommen, dass die Hausratversicherung für Schäden im Home-Office gerade nicht aufkommt: Die Hausratversicherung springt nämlich meist dann nicht ein, wenn das Home-Office nicht als fester Teil einer Privatwohnung anzusehen ist.

Das Home-Office als fester Teil der eigenen Wohnung

Damit das Home-Office vom Schutz der Hausratversicherung erfasst wird, muss das Arbeitszimmer fester Teil der eigenen Wohnung sein. Das bedeutet: Die Erreichbarkeit des Arbeitszimmers darf nur über andere Räume des Hauses oder der Wohnung gegeben sein. Befindet sich das Arbeitszimmer hingegen in einem separaten Gebäude oder ist mit einem eigenen Hauseingang ausgestattet, handelt es sich nicht um ein Home-Office im Versicherungssinne.

Ähnliches gilt außerdem für eine Kleingartenlaube oder eine Ferienwohnung. Beide sind – als nicht dauerhaft bewohnte Räumlichkeiten – nicht zwingend von der Hausratversicherung mit umfasst. Wird etwa durch den Arbeitgeber überlassenes Arbeitsequipment in diesen Räumlichkeiten beschädigt oder entwendet, besteht oft keinen Ersatzanspruch gegenüber dem Versicherer.

Das Home-Office richtig absichern

Sofern das Arbeitszimmer als Teil der eigenen Wohnung anzusehen ist, ist es prinzipiell auch vom Versicherungsschutz einer vorhandenen Hausratversicherung umfasst. Allerdings lohnt es sich auch hier, noch einmal genauer hinzusehen. Auch dann, wenn eine Mitversicherung des Arbeitsraumes prinzipiell gegeben ist, ist nämlich die vertraglich festgelegte Versicherungssumme genau zu prüfen.

Bei Abschluss einer jeden Hausratsversicherungsvertrag wird eine bestimmte Versicherungssumme bezüglich der versicherten Räumlichkeiten vereinbart. Die Versicherungssumme stellt dann quasi eine Haftungsobergrenze für den Versicherer dar und legt fest, bis zu welcher maximalen Höhe Schäden ersetzt werden müssen.

Hier besonders genau hinschauen müssen diejenigen, die in ihrem Home-Office besonders hochpreisige Arbeitsgeräte oder sonstiges Equipment aufbewahren. Ist die Versicherungssumme nämlich zu niedrig, kann es sein, dass sie nicht für alle im Home-Office verwendeten Geräte und den Rest der Wohnung ausreicht.

Sollte sich das Home-Office hingegen außerhalb der von der eigenen Hausratversicherung abgesicherten Wohnung befinden, muss der Arbeitsplatz gesondert versichert werden. Anderenfalls sind die dort befindlichen Arbeitsgeräte und -materialien quasi schutzlos. In diesem Zusammenhang lohnt es sich oft, Kontakt mit dem Versicherungsanbieter aufzunehmen, über den bereits eine Hausrat- oder sonstige Versicherungen abgeschlossen sind. Oft ist es nämlich möglich, das Home-Office recht unkompliziert in den vorhandenen Versicherungsschutz einzugliedern.

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