„Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern zwölf“ – Friseure bereiten sich auf Kundenansturm vor

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Friseurgesellin Jennifer Klein aus Auw-Schlausenbach siegt auf Kammerebene und macht bei dem Praktischen Leistungswettbewerb im pfälzischen Landstuhl auf Landesebene Platz drei.

Bildquelle: © Friseur-Innung Westeifel

PRÜM. Die Friseure im Rheinland bereiten sich zur Wiedereröffnung der Betriebe ab dem 1. März auf einen Kundenansturm vor. «Die Telefone laufen heiß», sagte Christian Weirich, Sprecher des Landesverbands Friseure und Kosmetik Rheinland. Auch per Email oder Handy versuchten Kunden, Termine auszumachen. «Sämtliche Kommunikationsmöglichkeiten werden ausgenutzt.»

Noch aber, betonte Weirich, seien die Friseurbetriebe etwas vorsichtig bei der Terminvergabe. Die entsprechende Landesverordnung für die Corona-Beschränkungen sei in Rheinland-Pfalz noch nicht veröffentlicht. Die Vorbereitungen für die Öffnung orientieren sich an dem laut Weirich sehr gut funktionierendes Hygienekonzept nach der Wiederöffnung nach dem ersten Lockdown im Frühjahr. «Die Friseure tun das Menschenmögliche, um für Sicherheit zu sorgen.»

Die Friseurbetriebe begrüßen dem Landesverband zufolge die Öffnung ab März. «Es war dringend eine Perspektive notwendig», sagte Sprecher Weirich. In den vergangenen Wochen habe es vermehrt Anrufe gegeben, von Betrieben, die sich nicht über die Lockdown-Zeit hätten retten können. «Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern zwölf.» Gerade für die vielen Familienbetriebe sei die Lage dramatisch, auch weil Friseure erst sehr spät für Hilfsgelder berechtigt gewesen seien.

Doch auch die Wiedereröffnung schafft nicht unbedingt den Ausgleich. «Die Kuh ist wirtschaftlich noch nicht vom Eis», sagte Weirich. Viele, meist inhabergeführte kleinere Friseurbetriebe hätten mittlerweile ihre gesamten Rücklagen aufgebraucht und auch die eigene Altersvorsorge angegriffen. «Für viele Betriebe ist die Lage hochdramatisch.» Sie seien sehr froh darüber, dass sie nun öffnen dürfen. Um dem Kundenandrang gerecht zu werden, verlängern manche Friseure demnach ihre Öffnungszeiten, führen für ihre Mitarbeiter eine Art Schichtbetrieb ein und machen auch montags die Türen auf.

Der Landesverband Friseure und Kosmetik Rheinland vertritt die örtlichen Friseur-Innungen mit rund 450 Innungsfriseuren und durchschnittlich jeweils drei Beschäftigten. Im Süden des Bundeslands hat der Landesverband Pfalz seinen Sitz in Kaiserslautern.

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