++ Aktuell: Polizeipräsidium Trier veröffentlicht die Verkehrsunfallbilanz 2020 ++

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Polizeikontrolle (Symbolbild); Foto: Patrick Pleul (dpa)

TRIER. Insgesamt haben die Beamt*innen des Polizeipräsidiums Trier im vergangenen Jahr deutlich weniger Verkehrsunfälle aufgenommen als in 2019. Insbesondere bei den Verkehrsunfällen unter Alkohol- oder Drogeneinwirkung sowie den Unfällen infolge von Vorfahrtsverletzungen sind teilweise starke Rückgänge zu verzeichnen. Erfreulich: Senioren über 65 Jahre, junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren und Kinder waren weniger an Unfällen beteiligt als in 2019. Lediglich Mofa-, Moped- und Fahrradfahrende waren in 2020 öfter an Verkehrsunfällen beteiligt als im Jahr davor.

HIER GEHT ES ZUR UNFALL-STATISTIK DER POLIZEIINSPEKTION (PI) TRIER

Zu den Zahlen:
Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier wurden im Jahr 2020 insgesamt 21.088 Verkehrsunfälle (VU) polizeilich registriert. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen starken Rückgang um 3.070 VU, was 12,7 Prozent entspricht. Das ist der niedrigste Stand bei Verkehrsunfällen der letzten fünf Jahre.

10.740 VU ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften, auf den Autobahnen waren es 864. Von den insgesamt 3.434 registrierten Verkehrsunfallfluchten konnten 1.473 aufgeklärt werden. Damit sank die Aufklärungsquote leicht um 1,02 Prozentpunkte auf 42,89 Prozent.

Wurden 2019 noch 2.227 Verkehrsunfälle mit Personenschaden registriert, sank diese Zahl 2020 um 74 VU auf 2.153 (minus 3,3 Prozent). Hiervon waren 137 VU mit Fußgängerbeteiligung, 437 mit Radfahrenden (davon 85 mit Pedelec), 436 mit motorisierter Zweiradbeteiligung und 185 mit LKW- Beteiligung.

Insgesamt verunglückten 180 Menschen weniger auf den Straßen der Region als noch im Jahr davor. 2.129 Menschen wurden bei Verkehrsunfällen leicht und 646 schwer verletzt, 30 Menschen kamen ums Leben.

Häufigste polizeilich festgestellte Unfallursache (nach den sog. Wildunfällen) ist nach wie vor „ungenügender Sicherheitsabstand“. Hierdurch ereigneten sich 4.347 Verkehrsunfälle. Es folgen Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren sowie beim Ein- oder Ausfahren in/aus dem fließenden Verkehr mit 3.857 VU. An dritter Stelle liegt mit 1.687 Fällen die Unfallursache „Geschwindigkeit“, gefolgt von 832 „Vorfahrts- und Vorrangunfällen“ sowie 844 Verkehrsunfällen, bei denen „fehlerhafte Straßenbenutzung“, wie beispielsweise Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot, unfallursächlich waren.

Junge Fahrerinnen und Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren waren 2020 an 4.464 Unfällen und somit an 21,2 Prozent aller Verkehrsunfälle beteiligt. Bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden liegt der Anteil bei 26,7 Prozent (574 VU). Bei einem Bevölkerungsanteil der 18- bis 24-Jährigen von etwa 8 Prozent ist diese Personengruppe nach wie vor überproportional hoch an Verkehrsunfällen beteiligt. 2020 verloren vier junge Menschen auf den Straßen der Region Trier ihr Leben, einer mehr als 2019. Weitere 534 junge Erwachsene der Altersklasse der 18-24-Jährigen wurden verletzt davon 93 schwer.

Mit 286 so genannten Alkoholunfällen wurden 69 derartige Unfälle weniger registriert als im Vorjahr, was einem Rückgang um 19,4 Prozent entspricht. Gemessen am Gesamtunfallgeschehen machen Alkoholunfälle knapp 1,4 Prozent aus. Bei Unfällen mit Personenschaden liegt der Anteil dieser Unfälle allerdings mit 13,3 Prozent fast zehnmal höher. Das heißt: Mehr als jeder sechste Unfall, bei dem Alkohol eine Rolle spielte, wurde von einem jungen Fahrer verursacht.
Die Zahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss verringerte sich von 61 Fällen im Jahr 2019 auf 46 (minus 24,6 Prozent) im vergangenen Jahr. Erstmals ist im Fünfjahreszeitraum ein Rückgang festzustellen. In 28 Fällen waren Hauptverursacher Pkw-Fahrende, in 13 von diesen aus der Altersklasse der 18–24-Jährigen.
Die Langzeitentwicklung der Unfälle mit Kinderbeteiligung zeigt nach einem Höchststand in 2019 einen erfreulichen Rückgang um 45 Unfälle auf 161. Dies entspricht einem Rückgang von 21,8 Prozent. 40 Kinder verunglückten als Radfahrende, 23 als Fußgänger und 67 als Mitfahrende im Auto. Die Zahl der verunglückten Kinder ist von 182 auf 140 gesunken. Dabei wurden 31 Kinder schwer und 109 Kinder leicht verletzt.

Insgesamt zeigt die Langzeitbetrachtung, trotz stetig steigendem Bevölkerungsanteil der Seniorinnen und Senioren, erstmals einen deutlichen Rückgang der Seniorenunfälle. 2020 ereigneten sich 3.527 VU mit Verkehrsteilnehmer*innen ab 65 Jahren. Das waren 736 VU oder 17,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der verunglückten Senioren sank um 40 auf 334.

2020 ereigneten sich 512 VU mit Beteiligung von Radfahrenden, davon 91 VU mit Pedelec. 10 VU mit Beteiligung von Elektrokleinstfahrzeugen (E-Scooter u.a.) wurden registriert. Diese VU werden erst seit 2020 gesondert statistisch erfasst. Insgesamt verunglückten 470 Fahrradfahrende, davon 2 tödlich. 121 erlitten schwere und 347 Personen leichte Verletzungen.

Die Zahl der Unfälle mit Motorrädern mit amtlichem Kennzeichen sank um 42 auf 448 in 2020. Das entspricht einem Rückgang von 8,6 Prozent. In 174 Fällen handelte es sich um sog. Alleinunfälle. Die Zahl der verunglückten Motorradfahrenden stieg um 19 auf 371 Menschen. 11 Biker verloren ihr Leben, 150 wurden schwer und 210 leicht verletzt. Bei 314 Motorradunfällen waren Motorradfahrende die Hauptverursacher mit den hierbei hauptsächlich festgestellten Unfallursachen Geschwindigkeit (163 VU), Überholen (18 VU) und Vorfahrt (5 VU).

2020 ereigneten sich auf den Straßen der Region 6.514 Wildunfälle, was einen deutlichen Rückgang um 11,6 Prozent oder 857 VU gegenüber dem Vorjahr darstellt. Gemessen am Gesamtunfallgeschehen im Bereich des PP Trier waren dies 30,9 Prozent aller polizeilich aufgenommener Verkehrsunfälle

Die Beamt*innen des Polizeipräsidiums Trier erstatten im vergangenen Jahr im Rahmen der Verkehrsüberwachung 2.787 Strafanzeigen sowie 24.224 Ordnungswidrigkeitenanzeigen und sprachen 78.245 Verwarnungen aus. Die sogenannten semimobilen Geschwindigkeitsmessanlagen („Trailer“) registrierten 207.109 Geschwindigkeitsverstöße.
Zur Feststellung der Fahrtüchtigkeit ordnete die Polizei 1.313 Blutproben an bzw. ließ Atemalkoholtests durchführen. In 384 Fällen konnten bevorstehende Trunkenheitsfahrten noch vor Fahrtbeginn verhindert werden. 6.404 sog. Mängelberichte wegen festgestellter Fahrzeugmängel wurden ausgestellt.

Zur Überwachung des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs kontrollierten die Mitarbeiter der spezialisierten Kontrollgruppe insgesamt 3.642 Fahrzeuge. Dabei wurden 620 Fahrzeuge wegen Fahrzeugmängeln, Verstößen gegen fahrpersonalrechtliche Bestimmungen oder gefahrgutrechtlicher Mängel beanstandet.

Im Kontext Verkehrsunfallprävention betreuten die Verkehrssicherheitsberaterinnen und -berater der Polizeiinspektionen 14 Jugendverkehrsschulen. 3.068 Schulkinder schlossen hier erfolgreich ihre Radfahrausbildung ab. 1.439 Kinder, Jugendliche und Erwachsene konnten in zahlreichen Veranstaltungen von der Polizeipuppenbühne erreicht werden. Das pädagogisch ausgebildete Team vermittelt Kindern im Vorschul- und Grundschulalter auf spielerische Weise u.a. das richtige Verhalten im Straßenverkehr. In begleitenden Elterngesprächen werden die Themen vertieft.
Die Moderatorinnen und Moderatoren „Drogenprävention“ besuchten 113 Schulklassen, um besonders Fahranfängerinnen und Fahranfängern die Folgen des Fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss zu verdeutlichen. Fast 2.450 junge Menschen folgten den Ausführungen der speziell geschulten Beamtinnen und Beamten. An Elternabenden und weiteren Veranstaltungen zu dieser Thematik nahmen 264 weitere Interessierte teil.

Die Verkehrsunfallprävention des Polizeipräsidiums Trier wird sich im Jahr 2021 weiterhin auf die Zielgruppen „Radfahrende“, „Kinder“, „Junge Fahrer“ und „Senioren“ konzentrieren, da sich diese in der aktuellen Verkehrsunfallstatistik mit anhaltend hohen Zahlen präsentieren.

Die erfolgreichen Veranstaltungen für Motorradfahrer im Rahmen der internationalen Verkehrssicherheits-Konzeption „Motorradfahren in der Eifel – aber sicher!“ mit den Kooperationspartnern Luxemburg, Belgien, Niederlande und Nordrhein-Westfalen und „Verantwortung statt Vollgas“, werden weiter fortgeführt. Ob 2021 Großveranstaltungen stattfinden können, hängt im Wesentlichen von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab.

„Nachdem wir im Bereich des Polizeipräsidiums Trier in den vergangenen Jahren nahezu unveränderte Unfallzahlen hatten, verzeichnen wir in 2020 einen starken Rückgang. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist gesunken, die Anzahl der Verletzten und Getöteten ist weniger geworden und bei den Hauptunfallursachen verzeichnen wir zum Teil starke Rückgänge,“ sagt Polizeivizepräsident Franz-Dieter Ankner, “der insgesamt positive Trend in der Verkehrsunfallentwicklung im vergangenen Jahr ist allerdings auch im Lichte der Corona-Pandemie zu sehen. Die Restriktionen in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens haben zu einem geringeren Verkehrsaufkommen und damit zu weniger Verkehrsunfällen geführt. Von daher ist das Jahr 2020 auch im Hinblick auf die Verkehrsunfallstatistik ein Ausnahmejahr. Nichtsdestotrotz ist jeder Unfall einer zu viel. Das gilt insbesondere für solche, bei denen Menschen verunglücken.“ Deshalb werde das Polizeipräsidium Trier auch weiterhin gezielte Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen betreiben. Dabei würde die Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern aus dem In- und Ausland fortgeführt. Darüber hinaus will das Polizeipräsidium Trier auch weiterhin flächendeckende aber auch gezielte Verkehrskontrollen im Zusammenhang mit ausgesuchten Phänomenen, Personengruppen oder Örtlichkeiten durchführen.

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