Prozess um Mord ohne Leiche: Zeuge belastet Angeklagte schwer – “Opfer lebendig begraben”

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Foto: dpa-Archiv

SAARBRÜCKEN. Im Prozess um einen knapp 30 Jahre zurückliegenden Todesfall hat ein Zeuge die beiden Angeklagten schwer belastet.

Einer von ihnen, ein früherer enger Freund des Zeugen, habe ihm die Tat mehrmals geschildert, sagte er am Mittwoch vor dem Saarbrücker Landgericht. Der Zeuge hatte die Ermittlungen wieder ins Rollen gebracht.

Den beiden deutschen Angeklagten im Alter von 55 und 56 Jahren wird gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen. Sie sollen im September 1991 mit einem Mittäter einen 27-Jährigen aus Völklingen heimtückisch getötet und vergraben haben. Bis heute ist die Leiche des Mannes nicht aufgetaucht.

Dem Zeugen zufolge soll einer der Angeklagte ihm berichtet haben, dass er das Opfer wegen eines angeblichen Drogengeschäftes in einen Wald bei Wadgassen gelockt und mit einem Knüppel von hinten niedergeschlagen habe. Dann seien die beiden Komplizen aus einem Versteck aufgetaucht. Gemeinsam hätten sie den Mann «stundenlang bearbeitet», bis er «Blut gegurgelt» habe. Anschließend hätten sie ihn lebendig in einer vorbereiteten Grube vergraben.

Bereits etwa ein Jahr nach der Tat habe ihm der eine Angeklagte davon erzählt, im vergangenen Jahr noch einmal. Weil er bei der Arbeit den Bruder des Opfers kennengelernt habe, hätte er sich entschieden, den Angeklagten anzuzeigen und sich von seinem Wissen zu «befreien». «Ich habe auch Brüder und würde in einem solchen Fall auch wissen wollen, was passiert ist», sagte der Zeuge vor Gericht. Einer der drei mutmaßlichen Täter, die im August 2020 in Untersuchungshaft gekommen waren, hatte sich am 5. Januar im Gefängnis das Leben genommen.

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