Solidarität mit Kindersoldaten: Red-Hand-Fahne vor dem Trierer Rathaus gehisst

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Auch in der Corona-Krise hängt die Red-Hand-Fahne vor dem Rathaus. OB Wolfram Leibe (l.) hisste sie zusammen mit Schülern vom FWG, HGT und der IGS. Foto: Presseamt Trier

TRIER. Um auf den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen unter 18 als Soldatinnen und Soldaten aufmerksam zu machen, findet jährlich am 12. Februar der Red Hand Day statt – mit Demonstrationen und weiteren Protestaktionen, die 2021 wegen Corona hauptsächlich digital stattfinden.

Seit 2010 beteiligen sich Kinder und Jugendliche aus Trier an den weltweiten Aktionen gegen den Einsatz von Kindersoldatinnen und Soldaten. In den vergangenen Jahren wurden jeweils tausende roter Hände auf Papier als Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen an Oberbürgermeister Wolfram Leibe übergeben. Er leitete diese Roten Hände dann an maßgebliche Politikerinnen oder Politiker mit der Bitte weiter, sich für die Forderungen der Aktion einzusetzen. Wegen der Corona-Pandemie liegt dieses Jahr der Schwerpunkt der bundesweiten Kampagne auf digitalen Aktionen.

In Trier diskutierten Kinder und Jugendliche online mit sieben Abgeordneten des Landtags über ihre Forderungen an die Politik. Die Aktivitäten in diese Richtung sollen verstärkt werden. Frank Mischo (Kindernothilfe) berichtete in der Trierer Runde über Projekte, in denen ehemalige Kindersoldatinnen und Kindersoldaten Unterstützung finden, trotz ihrer schweren Traumatisierung ein neues Leben zu beginnen. Dies kann allerdings nur nach dem Ende einer gefährlichen Flucht oder kriegerischen Auseinandersetzung gelingen.

Die Jugendlichen beteiligten sich rege und empathisch an der Diskussion. Eine Schülerin des FSG fasste die Veranstaltung so zusammen: „Ideen sammeln, andere Aktivisten kennenzulernen und ein paar amüsante Konversationen – alles war dabei. Eine Chance, wieder sowas zu machen, lasse ich mir nicht entgehen.“ Organisiert und koordiniert wurde die Beteiligung in Trier von der „Werkstatt Globales Lernen“ der Lokalen Agenda 21.

Als sichtbares Zeichen des Protests gegen Kindersoldaten hisste OB Leibe am Montag mit drei Schülern die Flagge mit der Roten Hand vor dem Rathaushauptgebäude. Dabei verwies er auch auf den Zusammenhang mit Kinderarbeit und die aktuellen Debatte um das Lieferkettengesetz. Es gehe zum Beispiel um Kinder in Ägypten, die bei der Weiterverarbeitung von Plastikmüll gefährlichen Stoffen ausgesetzt seien.

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