Hochwasserlage an Mosel und Rhein bleibt angespannt: „Aber nicht dramatisch“

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Ein Baukran nahe der Moselschleuse droht umzustürzen. Foto: Thomas Frey/dpa (Foto: dpa)

TRIER/KOBLENZ. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Anne Spiegel rechnet für das Wochenende mit einer angespannten Hochwasserlage im Land. „Aber sie wird nicht dramatisch“, teilte die Grünen-Politikerin am Freitag in Mainz mit.

Der Wasserstand im Rhein am Pegel Maxau ganz im Süden sinke, weiter nördlich stagnierten die Stände oder stiegen nur noch geringfügig.

Den Angaben zufolge erwartet die Hochwasservorhersagezentrale des Landesamtes für Umwelt für den nördlichen Oberrhein Höchststände im Verlauf des Samstags, am Mittelrhein im Verlauf des Sonntags. Die Höchststände der vergangenen Tage könnten an einzelnen Tagen noch leicht überschritten werden. Nach dem Wochenende sei auch am Mittelrhein mit einem leichten Absinken des Wasser zu rechnen.

An der Mosel am Pegel Trier sei der Höchststand schon am Donnerstag erreicht gewesen, berichtete Spiegel. Hier hielten sich die Wasserstände, wie auch an den wichtigen Zuflüssen Saar und Sauer, zunächst noch auf einem hohen Niveau. Sie fallen voraussichtlich erst zum Ende des Wochenendes langsam ab, teilte Spiegel weiter mit und dankte den Einsatzkräften im Land. Sie hätten mit dazu beigetragen, dass größere Hochwasserschäden vermieden werden konnten.

Wasserstand am Pegel Trier, 05.02.21, 18.00 Uhr

In Koblenz gab es nichtsdestotrotz einen Schreckmoment. Dort umspülte das Mosel-Wasser einen Baustellenkran. Feuerwehrleute räumten am Freitag vorsorglich drei benachbarte Mehrfamilienhäuser, die Baufirma hatte nach Feuerwehrangaben ein Umstürzen des roten Krans auf dem Gelände der Moselschleuse befürchtet. „Unsere Einschätzung ist, dass der Kran stabil steht“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Zur Sicherheit sei aber ein Statiker gerufen worden. Bei einer Entwarnung des Fachmannes sollten die Anwohner wieder in ihre geräumten Wohnungen zurückkehren können.

Am Vorabend hatte ein 41 Jahre alter Mann sein Auto in Leubsdorf (Landkreis Neuwied) im Hochwasser festgefahren. Das Fahrzeug musste durch einen Abschleppdienst geborgen werden, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Polizei geht von einem Totalschaden des Motors aus. Passend zur Situation händigte der 41-Jährige den Beamten zunächst nicht seinen Pkw-Führerschein, sondern seinen Sportbootführerschein aus, hieß es. Der Mann hatte am Donnerstagabend trotz des hohen Wasserstandes die Bundesstraße 42 entlangfahren wollen. Erst als der Motorblock unter Wasser stand, beendete er sein Vorhaben und versuchte verzweifelt, das Auto wieder aus dem Wasser zu schieben, was ihm aber misslang.

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