Aktuell: Trierer Stadtrat lehnt Umbenennung des Bischof-Stein-Platzes ab

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Foto: Presseamt Trier

TRIER. Der Trierer Stadtrat hat eine Umbenennung des Bischof-Stein-Platzes in Trier wegen Vertuschungsvorwürfen gegen den früheren Trierer Bischof Bernhard Stein (1904-1993) zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt.

Gegen den Antrag von Bündnis90/Die Grünen auf Umbenennung stimmten am Mittwoch 26 Stadtratsmitglieder, dafür waren 18, sieben enthielten sich. Die Mehrheit will zunächst das Ergebnis einer von der katholischen Kirche beauftragten unabhängigen Kommission abwarten, die die Vorwürfe prüft. Dann könne man erneut darüber abstimmen, hieß es.

Der Vereinigung der Missbrauchsopfer im Bistum Trier (Missbit) liegen nach eigenen Angaben Erkenntnisse vor, dass Bischof Stein an der Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch Kleriker in seinem Amtsbereich beteiligt war. Stein, der von 1967 bis 1980 Bischof von Trier war, soll demnach Täter gedeckt haben, indem er sie in ihren Ämtern belassen oder sie an andere Orte versetzt habe.

«Wir können den Bürgern unserer Stadt nicht zumuten, dass jemand wie Bischof Stein weitere Jahre in den Annalen als Ehrenbürger geführt wird, dass man noch jahrelang über einen Platz gehen muss, der seinen Namen trägt», sagte Richard Leuckefeld (Grüne).

Thomas Albrecht (CDU) erwiderte, er verstehe sehr gut, dass die Opfer «auch auf symbolische Aufarbeitung ihres Leides dringen». Die Vorwürfe würden aber von der Kommission untersucht, deren Ergebnis man abwarte solle. Es gebe keinen Zeitdruck. Auch Sven Teuber (SPD) sagte, man solle die Stellungnahme der Kommission abwarten. Allerdings dürfe man sich da nicht bis zum «Sankt-Nimmerleinstag» vertrösten lassen.

Auch nach Ansicht des Bistums Trier sollte vor einer möglichen Umbenennung das Ergebnis abgewartet werden. «Die Vorwürfe gegen Bischof Stein sind uns bekannt und wir nehmen sie ernst», teilte das Bistum mit. Der Platz am Dom heißt seit 2012 Bischof-Stein-Platz.

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