«Aufbruch und Erneuerung» vor Landtagswahl – auch Handwerker kämpfen mit Corona-Krise

0
Symbolbild "Schreiner" - Foto: dpa-Archiv

Auch Dachdecker, Maler und Schreiner kämpfen mit der Corona-Krise. Die Handwerkskammern formulieren daher neue Forderungen an die Landespolitik. Es geht auch um den Fachkräftemangel.

Viele junge Leute wollen lieber studieren als in die Lehre gehen – das rheinland-pfälzische Handwerk pocht vor der Landtagswahl auf bessere Rahmenbedingungen für berufliche Bildung. «Besonders in der Ausbildung muss es schnellstmöglich eine Kehrtwende geben, damit mehr junge Menschen den Weg ins Handwerk finden und die Betriebe ihre Zukunft sichern können», betonte der Präsident der Handwerkskammer der Pfalz, Dirk Fischer, am Donnerstag. Nach Worten seines Kollegen von der Handwerkskammer Rheinhessen, Hans-Jörg Friese, braucht die Berufsorientierung ihren festen Platz im Stundenplan der Schulen – gut verankert im Schulgesetz. Auch Gymnasiasten müssten sich mit Praktika orientieren können.

Das rheinland-pfälzische Handwerk sieht sich von der Corona-Krise stark getroffen. Die Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern hat deshalb unter dem Motto «Aufbruch und Erneuerung nach der Pandemie» Forderungen an die Politik mit Blick auf die Landtagswahl am 14. März formuliert. Es gelte, nach der Seuche «den Aufschwung herbeizuführen und die Wirtschaftskraft des Landes zu erneuern».

Neben einer modernen Ausstattung der Berufsschulen forderte der Präsident der Handwerkskammer Trier, Rudi Müller, eine finanzielle Entlastung der Auszubildenden und ihrer Betriebe sowie vergünstigte Azubitickets für den Öffentlichen Nahverkehr in ganz Rheinland-Pfalz. Müller betonte: «Die duale Ausbildung ist unser schärfstes Schwert im Kampf gegen den Fachkräftemangel im Handwerk.»

Eine Kernforderung der vier Handwerkskammern im Land ist laut ihrer Arbeitsgemeinschaft auch «der weitere Ausbau einer leistungsfähigen und modernen Infrastruktur im eher ländlich geprägten Rheinland-Pfalz». Eine klare Perspektive ist Müller zufolge überdies beim Klima- und Umweltschutz nötig – nicht nur mit mehr Maßnahmen der Energieeffizienz für Betriebe, sondern auch mit wirtschaftlichen Chancen bei einer beschleunigten Umsetzung der Energiewende.

Eine wirtschaftsfreundliche Politik wird laut der Arbeitsgemeinschaft auch nach Corona Voraussetzung für erfolgreiches unternehmerisches Handeln sein. Dabei verdienten Handwerker eine besondere Wertschätzung: «Denn mit 52 000 Handwerksbetrieben im Land, knapp 266 000 Beschäftigten, darunter über 20 000 Auszubildenden und gut 31 Milliarden Euro Umsatz, bilden die kleinen und mittelständischen Betriebe des Handwerks eine tragende Säule der rheinland-pfälzischen Wirtschaft.»

© dpa-infocom, dpa:210120-99-104917/4

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.