Regionaler Arbeitsmarktbericht: Kurzarbeit, Ausbildung, etc.. – Blick in die einzelnen Landkreise

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Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Arbeitsministerin in Rheinland-Pfalz. Foto: Andreas Arnold/dpa

TRIER. Die Arbeitslosigkeit in der Region Trier ist gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen. 11.468 Menschen sind ohne Arbeit. Das sind 158 oder 1,4 Prozent mehr als im November. Der Anstieg fällt jedoch geringer aus als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Zwar liegt die Arbeitslosenzahl um 2.049 oder 21,8 Prozent höher als im Dezember 2019 vor der Corona-Pandemie.

Die Differenz zum Vorjahreswert ist aber bereits im vierten Monat in Folge geschrumpft. Ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember sei saisonal üblich, erklärt Heribert Wilhelmi, Chef der Agentur für Arbeit in Trier: „Witterungsbedingt gibt es weniger Beschäftigung im Baugewerbe und anderen Außenbranchen.“ In diesem Jahr allerdings überlagerten zusätzliche Einflüsse die saisonalen Faktoren: „Die Corona-Pandemie und der aktuelle Lock-Down wirken sich auf verschiedene Branchen, besonders Gastronomie und Handel aus. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Einbußen ist es vielen Betrieben nicht möglich, ihre gesamte Belegschaft zu halten“.

Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit schlägt sich nicht in der Arbeitslosenquote nieder. Sie bleibt konstant bei 3,9 Prozent und liegt damit 0,7 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. 2.407 Menschen meldeten sich im Dezember arbeitslos, 141 weniger als im November und 448 weniger als im Vorjahresmonat. Ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten 2.226 Personen, das sind 754 weniger als im Vormonat und 248 weniger als im Vorjahr. Die Zahl derjenigen, die aus der Arbeitslosigkeit heraus in eine Erwerbstätigkeit fanden, beziffert sich auf 764 und liegt leicht über den Werten des Vorjahresmonats. Ungebrochen ist der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit, die seit März verzeichnet wird: Im Dezember waren 3.070 Menschen länger als 190 Tage ohne Job, 68 mehr als im Vormonat und 927 mehr als im Dezember 2019.

Den trotz der Corona-Pandemie vergleichsweise moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit führt Heribert Wilhelmi nicht allein auf eine weiterhin robuste Verfassung des regionalen Arbeitsmarktes zurück: „Die Unternehmen der Region wissen um den Wert ihrer Fachkräfte und nutzen daher das Instrument der Kurzarbeit, um ihr Personal zu halten.“ Dennoch bleibe abzuwarten, wie sich der Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten entwickele. „Wenn im Januar die Insolvenzantragspflicht wieder in Kraft treten sollte, werden erst die tatsächlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sichtbar“, schätzt der Experte. Allerdings sei auch nach Impfwelle und Abklingen der Pandemie mit einer Konjunkturbelebung zu rechnen, die dem Arbeitsmarkt wieder Auftrieb geben könnte.

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
In der Region Trier zählte die Agentur für Arbeit Trier im Dezember 11.468 Arbeitslose. Somit waren 158 Menschen mehr arbeitslos als noch im November und 2.049 mehr als im Dezember 2019. Die Arbeitslosenquote blieb konstant bei 3,9 Prozent.

Die Bewegungsdaten, die die Zugänge in Arbeitslosigkeit und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit bewerten, geben wichtige Hinweise zur Dynamik am Arbeitsmarkt. Mehr Zugänge als Abgänge weisen auf eine steigende Arbeitslosigkeit hin. 2.407 Menschen haben sich im Dezember arbeitslos gemeldet, 2.226 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Personengruppen – jugendliche und ältere Arbeitslose, Frauen und Männer, Ausländer und Langzeitarbeitslose
6.160 der Arbeitslosen sind Männer, 5.308 Frauen. Unter den insgesamt 11.468 Arbeitslosen befinden sich 1.261 Jüngere unter 25 Jahren, 2.8400 Ältere ab 55 Jahren sowie 2.650 Ausländer und 3.070 Langzeitarbeitslose.

Stellenangebote
Allen Jobsuchenden in der Region Trier stehen aktuell 3.907 freie Stellen zur Verfügung, 194 weniger als im November und 799 weniger als im Vorjahresmonat. Im Dezember wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit 788 neue Jobs gemeldet. Die meisten freien Stellen gibt es in der Zeitarbeit mit 947.Anschreibungen, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe mit 561 Angeboten, dem Handel mit 513 Jobofferten und dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem Baugewerbe mit jeweils 420 Ausschreibungen.

Unterbeschäftigung
Wer an einer Qualifizierung teilnimmt oder erkrankt ist, wird während dieser Zeit laut Gesetz nicht als Arbeitsloser gezählt. Um hier Transparenz zu schaffen, publiziert die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat die sogenannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht zusätzlich zu den Arbeitslosen unter anderem all jene ein, die zur Erhöhung ihrer Integrationschancen arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Laut aktueller Datenbasis lag im Dezember die Unterbeschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Trier bei 14.515 Personen; dies entspricht einer Unterbeschäftigungsquote von (unverändert) 4,9%.

Entwicklung der Kurzarbeit in der Region
Ein wesentliches Instrument zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit in der Region Trier ist nach wie vor die Kurzarbeit. Aufsummiert von April bis Dezember haben 6.992 Betriebe für 69.924 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. „Seit November beobachten wir wieder eine Zunahme der Anzeigen auf Kurzarbeit, nachdem deren Zahl in den Monaten davor rückläufig war“, erklärt der Trierer Agenturchef Heribert Wilhelmi. „Das lässt sich auf den neuen Lockdown zurückführen. Allerdings können in den neuen Zahlen Doppelzählungen von Betrieben enthalten sein, die in 2020 mehr als eine Anzeige abgegeben haben, weil sie die Kurzarbeit für mindestens drei Monate unterbrochen haben oder weil die erste Anzeige nur für ein halbes Jahr galt“. Im Dezember gingen bei der Agentur für Arbeit Trier 489 neue Anzeigen auf Kurzarbeit für 4.214 Beschäftigte ein.

Mittlerweile gibt es Hochrechnungen über die tatsächliche Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmer. Da die Unternehmen nach der Anzeige auf Kurzarbeit, die sozusagen eine Schätzung darstellt, drei Monate Zeit haben, um die Anträge auf Kurzarbeit einzureichen, wird erst nachträglich das tatsächliche Ausmaß der Kurzarbeit sichtbar. Real haben demnach in der Region Trier im Juli insgesamt 1.732 Betriebe mit 12.410 Mitarbeitenden kurzgearbeitet. Die Quote der Kurzarbeitenden bezogen auf alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten betrug 7,1 Prozent. Für den August weist die Hochrechnung 1.420 Betriebe mit 8.926 Beschäftigten und eine Kurzarbeiter-Quote von 5,1 Prozent aus

Anmerkung:
Die hochgerechneten Werte zur realisierten Kurzarbeit liegen zum aktuellen Zeitpunkt für den Monat August ausschließlich für den Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Trier vor. Hochrechnungen für die Stadt Trier und die vier Landkreise des Agenturbezirks sind bislang nur bis zum Monat Juni verfügbar und befinden sich weiter unten im Text in der Darstellung der Arbeitsmarktentwicklung je Landkreis.

Blick in die einzelnen Regionen

Stadt Trier
In der Stadt Trier ist die Zahl der Arbeitslosen von November auf Dezember leicht um 22 auf 3.884 Personen gefallen. Die Arbeitslosenquote liegt konstant bei 6,3 Prozent.

Unter den aktuell 2.213 arbeitslosen Männern und 1.671 arbeitslosen Frauen befinden sich 491 Jüngere zwischen 15 und 24 Jahren, 710 Ältere ab 55 Jahren und 1.098 Ausländer.

Der relativ hohe Anteil ausländischer Menschen an den Arbeitslosen ist mit 28,3 Prozent ein Sondereffekt in der Stadt Trier. Das liegt daran, dass geflüchtete Menschen aus dem Umland ins Oberzentrum Trier ziehen, um hier von der guten Infrastruktur zu profitieren und ihre Jobchancen zu verbessern.

Von April bis Dezember haben insgesamt 1.869 Unternehmen für 20.580 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Im Dezember haben 157 Betriebe für 1.489 Personen Kurzarbeit angezeigt. Die Hochrechnung der tatsächlich realisierten Kurzarbeit für Juli zeigt, dass zu die-sem Zeitpunkt 503 Betriebe für 3.707 Beschäftigte Kurzarbeit in Anspruch nahmen.

Landkreis Bernkastel-Wittlich
Im Landkreis Bernkastel-Wittlich ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Im Dezember meldeten sich 570 Menschen arbeitslos. Insgesamt wurden 2.175 Bürgerinnen und Bürger des Landkreises als Arbeitslose registriert, 114 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote ist damit um 0,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent nach oben geklettert.
Unter allen Arbeitslosen befinden sich 1.112 Männer und 1.063 Frauen. Darunter wiederum befinden sich 218 Jüngere zwischen 15 und 24 Jahren, 661 Ältere über 55 Jahren und 479 Ausländer.

Seit April haben insgesamt 1.676 Unternehmen aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich für 17.660 Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt. Im Dezember zeigten 102 Betriebe für 1.002 Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Nach der Hochrechnung haben im Monat Juli tatsächlich 373 Betriebe mit 2.755 Arbeitnehmern kurzgearbeitet.

Eifelkreis Bitburg-Prüm
Einen geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnet auch der Eifelkreis Bitburg-Prüm. Im Vergleich zum November sind mit 1.630 Personen 31 Menschen mehr arbeitslos. Die Quote bleibt jedoch unverändert bei 3,0 Prozent.
Unter den aktuell 856 arbeitslosen Männern und 774 arbeitslosen Frauen befinden sich 172 Jüngere zwischen 15 und 24 Jahren, 435 Ältere ab 55 Jahren und 391 Ausländer. 351 Menschen konnten im Dezember ihre Arbeitslosigkeit beenden, 389 Personen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm liegt die Gesamtzahl der Anzeigen auf Kurzarbeit, die seit April eingegangen sind, bei 1.169 Betrieben mit 9.871 Beschäftigten. Im Dezember zeigten hier 76 Betriebe für 598 Mitarbeitende Kurzarbeit an.
Die für Juli vorliegenden Zahlen der tatsächlich realisierten Kurzarbeit sagen aus, dass in diesem Monat 313 Unternehmen mit 1.530 Beschäftigten kurzgearbeitet haben

Kreis Vulkaneifel
1.261 Menschen in der Vulkaneifel waren im Dezember arbeitslos, 7 weniger als im November. Damit ist die Arbeitslosenquote lediglich leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent gesunken. Sie liegt um 0,2 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat.

Im Dezember haben sich 242 Menschen arbeitslos gemeldet, 251 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Von den 1.261 Arbeitslosen sind 686 Männer und 575 Frauen, darunter befinden sich 131 Jüngere unter 25 Jahren, 345 Ältere ab 55 Jahren und 189 Ausländer.

In der Vulkaneifel liegt die Gesamtzahl der Anzeigen auf Kurzarbeit von April bis Dezember bei 787 Betrieben mit 7.164 Beschäftigten. Im Dezember zeigten 51 Unternehmen für 246 Personen Kurzarbeit an.
Die Hochrechnung der tatsächlich realisierten Kurzarbeit für Juli zeigt, dass zu diesem Zeit-punkt 190 Betriebe für 1.820 Beschäftigte Kurzarbeit in Anspruch nahmen.

Landkreis Trier-Saarburg
Die Arbeitslosenquote in Landkreis Trier-Saarburg verharrt mit 3,1 Prozent auf einem stabilen Niveau. Lediglich 42 Personen mehr als im November waren von Arbeitslosigkeit betroffen. Insgesamt 2.518 Bewohner des Landkreises befinden sich aktuell auf Jobsuche.

Unter den 1.293 arbeitslosen Männern und 1.225 arbeitslosen Frauen befinden sich 249 Jüngere unter 25 Jahren, 689 Ältere ab 55 Jahren und 493 Ausländer. 488 Menschen meldeten sich im Dezember arbeitslos, 452 Personen haben ihre Arbeitslosigkeit beendet.

Von April bis Dezember haben im Landkreis Trier-Saarburg insgesamt 1.491 Betriebe für 14.649 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Im Dezember meldeten 103 Betriebe für 879 Beschäftigte Kurzarbeit an.

Die Hochrechnung für den Juli zeigt, dass in diesem Monat 352 Unternehmen mit 2.598 Arbeitnehmern Kurzarbeit auch tatsächlich in Anspruch nahmen.

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