„Notbremse ziehen“ – Lage bei Pflegediensten dramatisch

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Foto: dpa-Archiv

Wegen der Corona-Pandemie ist die personelle und finanzielle Lage der ambulanten Pflegedienste in Rheinland-Pfalz nach Angaben des Pflegedienstbetreibers Sertac Bilgin aus Ludwigshafen äußerst angespannt.

Eine weitere Ausweitung der Schnelltestverfahren sei nicht machbar, sagte Bilgin, der den CDU-Fraktionschef Christian Baldauf in diesem Bereich berät, am Freitag. «Es geht nicht mehr. Wir sind am Limit.» Er rechnete vor, dass sein ambulanter Pflegedienst bei einem positiv getesteten Pflegebedürftigen inklusive Wegzeit, Ausrüstung und bürokratischem Aufwand 22 Euro drauflege. Bei 500 derartigen Fällen komme somit ein Fehlbetrag von rund 11 000 Euro zustande, für die sein Dienst in Vorleistung treten müsse.

Er forderte die Landesregierung auf, die «Notbremse» zu ziehen, und verlangte ein klares Förderkonzept für die nächsten Monate. Baldauf rief die Ampelkoalition auf, für mehr Personal im Pflegebereich und eine schnelle und unbürokratische Erstattung der Kosten etwa für Schnelltests und Schutzausrüstung der Dienste zu sorgen. Die Zusammenarbeit mit den Katastrophenschutzverbänden solle geprüft werden, je nach Dramatik der Situation auch mit der Bundeswehr. Außerdem müsse klar geregelt werden, wer bei Pflegebedürftigen zur Bestätigung eines positiven Schnelltests einen sogenannten PcR-Test durchführe und zuständig sei, um rasch und angemessen zu reagieren, erklärte Baldauf. (dpa)

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