Krankenkasse: Post-Zusteller sind öfter krank als andere Beschäftigte

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Oliver Berg

RLP. Post-, Kurier- und Expressdienstfahrer sind nach einer Erhebung der Krankenkasse Barmer in Rheinland-Pfalz überdurchschnittlich häufig krank. «Der Job geht Paketzustellern auf die Knochen», stellte die Krankenkasse in ihrem am Freitag in Mainz veröffentlichten Report für 2019 fest. Dazu komme 2020 noch Corona. «In der Vorweihnachtszeit müssen Beschäftigte bei Post- und Zustelldiensten oft Sonderschichten einlegen», stellte die Landesgeschäftsführerin der Krankenkasse, Dunja Kleis, fest. «Die Corona-Epidemie hat zu einem Boom beim Online-Shopping geführt und dürfte die Paketzusteller zusätzlich belasten.»

Die bei der zweitgrößten Krankenkasse des Landes versicherten Beschäftigten dieser Branche seien 2019 durchschnittlich an 22,8 Tagen arbeitsunfähig gewesen. Das sei einer der höchsten Werte aller 25 untersuchten Branchen und übertreffe den Landesdurchschnitt von 18,5 Arbeitsunfähigkeitstagen deutlich. Rund 15 000 Menschen seien in Rheinland-Pfalz sozialversicherungspflichtig als Post-, Kurier- und Expressdienstfahrer beschäftigt.

Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Arthrose, Gelenkprobleme und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen seien der häufigste Grund für die Krankschreibungen. Fast 7,3 Tage waren die Zusteller deshalb arbeitsunfähig – deutlich häufiger als der Landesdurchschnitt (4,1 Tage). Dazu kämen Brüche, Prellungen und Verstauchungen. Dabei sei die Branche Spitzenreiter von den 25 untersuchten und die Beschäftigten wegen solcher Verletzungen gut vier Tage im Jahr durchschnittlich arbeitsunfähig gewesen. Der Landesschnitt liege bei 2,3 Krankheitstagen. Psychische Erkrankungen spielten bei den Zustellern dagegen nur eine geringe Rolle: 3,3 Tage waren die Fahrer deshalb im Jahresdurchschnitt arbeitsunfähig, der Landesschnitt liegt bei 3,6 Tagen.

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