Harter Lockdown: Saarland stoppt geplante Weihnachts-Lockerungen

Ursprünglich sollten sich über Weihnachten im Saarland mehr Menschen treffen dürfen als derzeit erlaubt. Doch daraus wird nun nichts - das Land nimmt die angekündigte Lockerung der Kontaktbeschränkungen zurück. Stattdessen sollen nun harte Einschnitte folgen.

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Harter Lockdown an Weihnachten
Foto: dpa-archiv

SAARBRÜCKEN. Im Saarland werden die coronabedingten Kontaktbeschränkungen nun doch nicht für die Weihnachtszeit gelockert. Das teilten Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und seine Stellvertreterin Anke Rehlinger (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Saarbrücken mit.

Sie begründeten diese Entscheidung mit den stark steigenden Infektionszahlen. «Klar ist jetzt schon, dass Corona unseren Hoffnungen auf ein möglichst unbeschwertes Weihnachtsfest einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und an einem harten Lockdown kein Weg vorbeiführt», sagte Hans.

Angekündigte Regelung über Weihnachten tritt nicht in Kraft

Nach der bisherigen Planung sollten sich im Saarland zwischen dem 23. und dem 27. Dezember Angehörige eines Haushaltes mit höchstens zehn weiteren Menschen aus drei weiteren Haushalten oder «dem familiären Bezugskreis» treffen dürfen, Kinder bis 14 Jahre nicht eingerechnet. Diese angekündigte Regelung wird nun aber nicht umgesetzt. Derzeit dürfen sich im Saarland Angehörige eines Haushaltes lediglich mit maximal fünf Personen aus einem weiteren Haushalt oder dem «familiären Bezugskreis» treffen, ausgenommen Kinder bis 14 Jahre.

Bisherige Verordnung wird verlängert

Die neue saarländische Verordnung zur Corona-Pandemie wird nun außerdem nicht an diesem Montag (14.12.) in Kraft treten. Die bisherige Verordnung werde stattdessen übergangsweise verlängert, um die Ergebnisse der Beratungen von Bund und Ländern an diesem Sonntag (13.12.) noch einarbeiten zu können, hieß es.

„Harter Lockdown“

Hans hatte sich zuletzt mehrfach dafür ausgesprochen, das öffentliche Leben weitgehend herunterzufahren, was er als «harten Lockdown» bezeichnet. «Alleingänge einzelner Bundesländer bringen uns in dieser Situation nicht weiter, wir brauchen den bundesweiten Schulterschluss und einheitliche Maßnahmen, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen», bekräftigte er nach der Kabinettssitzung. Über Zeitraum und Details werde man am Sonntag gemeinsam mit den anderen Ländern und dem Bund entscheiden.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin Rehlinger sagte: «Auch wenn es weh tut: Die bisherigen Maßnahmen waren nicht ausreichend.» Das Ziel sei es nun, Menschen vor dem Coronavirus zu bewahren und Leben zu retten. «Wir sind deshalb auch im Saarland bereit, das gesellschaftliche Leben sehr weitgehend runterzufahren.»

Schärferes Testkonzept für Senioren- und Pflegeheime

Die Landesregierung verständigte sich unter anderem auf ein schärferes Testkonzept für Senioren- und Pflegeheime, um Corona-Ausbrüche schneller erkennen zu können. Ab einem landesweiten Wert von 150 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen soll zweimal die Woche in den Pflegeeinrichtungen getestet werden.

Schüler sollen vermehrt zuhause lernen

Auch für die Schulen im Saarland soll das Konzept ab kommendem Mittwoch (16.12.) angepasst werden. Dazu gehört, dass Schüler vermehrt zuhause den Unterrichtsstoff lernen sollen. Betreuungsmöglichkeiten in der Schule sollen aber sichergestellt werden.

Seit Anfang November sind auch im Saarland bereits Gaststätten sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen geschlossen, die Infektionszahlen steigen aber weiterhin auf einem relativ hohen Niveau.

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