Kitsch oder Freude? „Juppis“ geschmücktes Haus in der Region zieht Bewunderer an

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Thomas Frey (dpa)

KLOTTEN/MAYEN. Corona verhindert Weihnachtsmärkte. Um so mehr fallen reichlich illuminierte Weihnachtshäuser und adventlich angestrahlte Baudenkmäler ins Auge. Kitsch oder Kinderfreude?

Hell erleuchtete bunte Figuren, Weihnachtsbaum, Schneemann, Geschenke und ein Lichtermeer: Gerade in Corona-Zeiten ohne Weihnachtsmärkte zieht das Weihnachtshaus von Josef Johann im Moseldorf Klotten Bewunderer an. «Besonders Kinder haben ihren Spaß und ich auch», sagt der frühere Pflasterer im Straßenbau und Kellner in seinem Privathaus im Kreis Cochem-Zell. Auch anderswo in Rheinland-Pfalz gibt es reichlich illuminierte Weihnachtshäuser und auch adventlich beleuchtete Baudenkmäler wie etwa den Goloturm in Mayen in der Osteifel.

«Das mache ich jetzt seit zehn Jahren», berichtet Johann. «Das hat klein angefangen. Im Haus habe ich auch eine Riesenkrippe. Dann fingen wir mit der Fensterbeleuchtung und später mit der Außendeko an.» Im Internet hole er sich Anregungen. Bis 22.00 Uhr lasse er draußen auch Weihnachtsmusik ertönen und bis 24.00 oder 1.00 Uhr die Lichter an. «Die meisten Leute denken, der Strom ist teuer. Aber das stimmt nicht, ich habe überall LED und in den Figuren Energiesparlampen», erklärt Johann, den seine Freunde «Juppi» nennen.

Auf Facebook gehen die Meinungen auseinander. «Geschmäcker sind verschieden, aber für mich zuviel Kitsch und Amerikanisierung und Energieverschwendung», heißt es beispielsweise in einem Kommentar, in einem anderem dagegen: «Ich weiß genau, dass mich ein solch geschmücktes Haus als Kind begeistert hätte.» Johann berichtet von Dutzenden abendlichen Bewunderern mit Corona-Sicherheitsabständen, die ihre Freude hätten. Er lerne so auch neue Leute kennen.

In Mayen sollte sich von diesem Freitagabend an der 34 Meter hohe Goloturm der mittelalterlichen Genovevaburg wieder in eine riesige Adventskerze verwandeln – bereits zum 15. Mal in der Weihnachtszeit, wie Stadtsprecherin Jasmin Alter mitteilt. Der Docht sei ein gelb illuminiertes, sechs Meter hohes Metallgestell oben am Fahnenmast des Turms. Darunter befänden sich rot beleuchtete LED-Netzteile rund um das Bauwerk, die von zwei Hobbykletterern und einer Elektrofirma montiert werden sollten. Laut der Stadtsprecherin Alter wird die Riesenkerze an der Genovevaburg, dem Wahrzeichen der Kleinstadt, jeden Tag bis zum 6. Januar von 7.00 bis 8.30 Uhr und von 16.00 bis 23.00 Uhr leuchten.

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