Pandemie und Kälte: Hilfe von vielen Seiten für Trierer Obdachlose

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Esther Pickmann überreicht ein Hygiene-Set an einen Obdachlosen in Trier
Esther Pickmann überreicht ein Hygiene-Set an einen Obdachlosen. Foto: Presseamt Trier

TRIER. Corona stellt Obdachlose im Winter vor besondere Herausforderungen: Manche von ihnen sind nicht nur vom Erfrieren bedroht, sondern oft auch der Pandemie schutzlos ausgeliefert.

In Trier wurde frühzeitig und umfassend Vorsorge getroffen. Neben dem seit 1. November eingesetzten Kältebus in Kooperation mit der Caritas sowie mit Unterstützung der Kostka-Stiftung und einer Bäckerei sind weitere Hilfen im Angebot: Im Benedikt-Labre-Haus der Caritas für männliche Obdachlose (23 Plätze) gibt es eine Einzelunterbringung, regelmäßiges Abfragen des Gesundheitszustands, Schnelltests und Hygiene-Schutzvorkehrungen. Ähnlich sieht es in dem vom Amt für Soziales und Wohnen koordinierten Netzwerk mit freien Trägern bei den Angeboten des Sozialdienstes Katholischer Frauen am Krahnenufer aus, darunter der Haltepunkt und ein Tagescafé. Wegen der guten baulichen Situation stehen dort Einzelzimmer zur Verfügung. Werden weitere Quarantäneplätze benötigt, gibt es in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und den freien Trägern zusätzliche Kapazitäten in einer Halle im hinteren Bereich der Jägerkaserne.

Streetworker spielen zentrale Rolle

Eine zentrale Rolle bei der Betreuung der Obdachlosen im Stadtgebiet spielen der städtische Streetworker Lars Frankfurter und seine Caritas-Kollegin Isabel Endres, die sich um betroffene Frauen kümmert. Sie weisen ständig auf die Hilfsangebote hin sowie die besonderen Herausforderungen der Pandemie. Am Kältebus, der regelmäßig feste Punkte in der Innenstadt ansteuert, werden Hygieneartikel ausgegeben, die für den Alltag in der Pandemie unerlässlich sind.

Anwärterin Esther Pickmann startet Aktion

Eine unerwartete Unterstützung für dieses Angebot ergab sich letzte Woche durch die städtische Anwärterin Esther Pickmann: Bei ihrer Ausbildungsstation beim Streetworker im Amt für Soziales und Wohnen wurde sie mit dem Thema vertraut und startete eine zusätzliche Aktion: Als Mitglied der jüdischen Gemeinde erfuhr sie von dem bundesweiten „Mitzwah- Day“ des Zentralrats der Juden. Dabei geht es darum, eine gute Tat zu vollbringen. Pickmann nutzte die Aktion der JSUD (Jüdische Studierendenunion Deutschland) mit der Spende kleiner Hygiene-Kits für bedürftige Menschen. Sie erhielt 16 kleine Papiertüten mit zehn Masken, einer Flasche Desinfektionsmittel und Taschentüchern und verteilte die Sets mit dem Streetworker an der Treviris-Passage und vor dem Hauptbahnhof. Die Reaktionen waren durchweg positiv.

„Obdachlose in der Not nicht alleine lassen“

Sozialamtsleiter Hans-Werner Meyer erneuert seine Bitte, Obdachlose in Not nicht allein zu lassen: „In Trier muss niemand auf der Straße leben oder erfrieren.“ Das Netzwerk, dem auch das Gesundheitsamt, das Brüderkrankenhaus, das Jobcenter und die Polizei angehören, benötige Unterstützung: „Wenn Menschen in einer hilflosen Situation sind, in kalten Nächten schlafend auf einer Parkbank liegen, stark alkoholisiert sind oder sich aus anderen Gründen nicht mehr helfen können, sollte es als Bürgerpflicht angesehen werden, nicht wegzuschauen und Hilfe zu holen.“ Ansprechpartner sind das Sozialamt (0651/718-4504, werktags zu den Öffnungszeiten bis 16 Uhr), das Ordnungsamt (0651/718-4321, werktags 7.30 bis 0.30, samstags, 9.30 bis 2.30 Uhr) der Notruf 112 und am Wochenende auch die Polizei unter 110.

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