In Trier und anderen Städten – Anträge auf Wohngeld steigen nach oben

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Zentralbild // dpa

Wegen einer Gesetzesänderung haben mehr Menschen Anspruch auf Wohngeld bekommen. Doch auch die Corona-Krise treibt die Zahl der Anträge in Rheinland-Pfalz nach oben.

Die Zahl der Wohngeldanträge in rheinland-pfälzischen Städten ist in diesem Jahr stark gestiegen. Neben einer Wohngeldreform im Januar 2020 sei das auch auf die Corona-Krise zurückzuführen, hieß es aus den Städten. In Mainz wurden dieses Jahr bisher rund 2500 Anträge auf Zuschüsse zur Miete gestellt, knapp 45 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2019, wie die Stadt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das liege zum einen an der Wohngeldreform, zum anderen an den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise.

Durch eine am 1. Januar in Kraft getretene Wohngeldreform haben mehr Menschen in Deutschland Anspruch auf Wohngeld. Zudem ist zum Teil die Höhe der Leistungen gestiegen. Zu dem bereits erhöhten Antragsaufkommen kamen ab März zudem die wirtschaftlichen Einbußen aufgrund der Corona-Krise hinzu, viele Menschen waren in Kurzarbeit.

In Trier sind deutlich mehr Anträge eingegangen. In der Zeit von Januar bis Anfang November 2020 registrierte die Stadt durchschnittlich 245 Anträge im Monat, 2019 waren es 172 pro Monat. «In den Monaten April 2020 bis Juni 2020 führte der Bezug von Kurzarbeitergeld vorübergehend zu einer erhöhten Wohngeldantragstellung», teilte die Stadt mit. Allerdings könne man den Einfluss der Corona-Krise nicht genau beziffern. Man schätze allerdings, dass die Wohngeldreform für etwa 30 Prozent mehr Anträge gesorgt habe, die Corona-Krise für rund 10 Prozent. «Die Auswirkungen der Corona-Einschränkungen im November 2020 können noch nicht beurteilt werden.

In Kaiserslautern verzeichnete die Stadtverwaltung ebenfalls ein erhöhtes Antragsaufkommen. Durch die Wohngeldreform sei die Zahl der Anspruchsberechtigten gestiegen. «Letztendlich trug auch die Corona-Krise dazu bei, dass viele Menschen Einkommenseinbußen erlitten», teilte die Stadt mit. Die veränderten Bedingungen führten demnach nicht in allen Fällen zu einem Wohngeldanspruch, jedoch zu einem erhöhten Beratungsbedarf und mehr Antragstellungen.

Rund 30 Prozent mehr Anträge auf das Wohngeld verzeichnet die Stadt Ludwigshafen dieses Jahr. Bisher seien 2217 Wohngeldanträge gestellt worden, teilte die Stadt mit. «Ein wissenschaftlich begründeter Nachweis über einen Zusammenhang der Corona-Pandemie und der Anzahl der Wohngeld-Anträge liegt nicht vor.»

Die Stadt Koblenz hingegen führt keine Statistik über die eingegangenen Wohngeldanträge. «Wir können jedoch eine Steigerung von rund acht Prozent an Wohngeldneubewilligungen und Wohngelderhöhungen im ersten Halbjahr 2020 geben über dem ersten Halbjahr 2019 feststellen», teilte die Stadt auf Nachfrage mit. Auch hier begründet man den Anstieg unter anderem mit der Wohngeldreform. «Durch diese Reform wurde einem größeren Personenkreis der Zugang zum Leistungsbereich des Wohngeldgesetzes eröffnet», hieß es. Zudem seien vermehrt Anträge von Bürgern bewilligt worden, «da sie eine Reduzierung des Einkommens auf Grund der Corona-Pandemie bei der Antragstellung nachgewiesen haben.»
(dpa)

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