Umfrage: Viele Hoteliers und Gastronomen in Existenznot – Drohende Insolvenzen

8
Foto: dpa-Archiv

BAD KREUZNACH. Zwei Drittel der Betriebe im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe sehen sich in der Corona-Pandemie nach einer Umfrage des Branchenverbandes in ihrer Existenz gefährdet. 

Jedem sechsten Betrieb in Rheinland-Pfalz drohe bereits von diesem Monat an die Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit, teilte der Gastgewerbeverband Dehoga am Dienstag weiter mit. Bundesweit seien knapp 9000 Betriebe befragt worden, darunter etwa 500 in Rheinland-Pfalz.

Restaurants müssen im gegenwärtigen bundesweiten Teil-Lockdown für Gäste geschlossen bleiben – nur Außer-Haus-Verkauf ist erlaubt. Im Gegenzug gewährt der Staat Zuschüsse pro Woche der Schließung in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019. Die Erstattung ist auf Umsätze mit vollem Mehrwertsteuersatz begrenzt. Das bedeutet: Verkaufte Speisen im Außer-Haus-Geschäft werden aus der Gesamtrechnung herausgenommen, damit Restaurants dieses Krisengeschäft ausweiten.

Dehoga-Präsident Gereon Haumann betonte, jetzt sei es wichtig, dass Gastronomen schnellstmöglich ihre Entschädigung für die zwangsweise Schließung im November erhalten: «Es eilt!» 13 500 Betriebe warteten in Rheinland-Pfalz auf diese Hilfe.

Das gegenwärtige Verbot von touristischen Übernachtungen trifft laut Haumann die Hoteliers in Rheinland-Pfalz besonders hart: «Die Verzweiflung in der Branche wächst.» Denn die rheinland-pfälzischen Beherbergungsbetriebe machten nur knapp 37 Prozent ihres Umsatzes mit Geschäftsreisenden. Diese dürfen noch in Hotels und Gaststätten übernachten.

8 KOMMENTARE

  1. Ganz schlimm für die Pizzeria ,Kebaplöden und Shishabars die aus alter Tradition natürlich nur die Hälfte des tatsächlichen Umsatz angegeben haben und ihre Mitarbeiter nur zur Hälfte angemeldet hatten!!! Da gibts auch jetzt nur die Hälfte, gelle? Da droht natürlich die Insolvenz, bei allen anderen sehe ich keine Gefahr, denn das Hilfsprogramm ist mehr als großzügig!

  2. Ich denke das es für die Gastrobetriebe schon schlimm ist. Das gilt aber auch für alle die da dran hängen zb Zulieferer etc.
    Grundsätzlich ist es aber auch für alle anderen Branchen bis auf wenige Ausnahmen ein Desaster. Vll bringt es aber auch den ein oder anderen zum reflektieren das man richtig betriebswirtschaftlich arbeitet und eben nicht die Hälfte neben der offiziellen Kasse verdient. Und das gilt nicht nur für die Gastronomie.

  3. Der springende Punkt ist doch der: es gibt KEINEN Beweis dafür, dass die Gastronomie für die Ausbreitung verantwortlich ist. KEINEN EINZIGEN BEWEIS!

    Die Gastronomen haben in den letzten Monaten alle Auflagen erfüllt und bekommen trotzdem einen Tritt in den Hiintern. Überfüllte Schulbusse u.s.w. sind natürlich kein Problem.

    Fazit: in diesem Land reicht es für die Existenzzerstörung und Berufsverbote aus, wenn unsere Führung einfach “ ein schlechtes Gefühl “ hat. Das ist eine etwas dürftige Begründung, vor allem staune ich, dass die Betroffenen diese „Kröte“ ohne grossen Widerstand schlucken.

    Zudem staune ich über die Ignoranz der Bürger, die (NOCH) nicht von dieser oder noch kommenden Massnahmen betroffen sind. Hier läuft etwas schief.

    • Nur weil Du diese alternativen Fakten gebetsmühlenartig wiederholt werden sie nicht automatisch richtiger! Ist genauso, das derjenige der am lautesten oder am nervigsten ist nicht immer recht hat.

      Informiere Dich doch mal breit gefächerter und nicht immer bei den Gleichgesinnten.

  4. Neue Studie haben sehr wohl ergeben, dass ein Großteil der Coronavirus-Infektionen zufolge aller Wahrscheinlichkeit nach an sogenannten «Superspreader»-Orten wie Restaurants, Fitnessstudios und Cafés entstehen .

    • Ein Grossteil der Infektionen entsteht durch Menschen, Konsequenz: Alle Menschen sollten lebenslang Ganzkörpernzüge tragen.
      Praktisch dass die Studie grade jetzt auftaucht, wo die ersten Klagen vor Gericht erfolgreich sind, in ein paar Wochen kommt dann eine andere die das wiederlegt. Aber kannst Dich ja komplett selbst isolieren, spricht nix dagegen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.