Stetige Erweiterung in den letzten Jahren – immer mehr Kitaplätze im Landkreis Trier-Saarburg

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Foto: dpa-Archiv

TRIER. Im Landkreis Trier-Saarburg besuchen vergleichsweise viele Kinder unter drei Jahren eine Kindertagesstätte oder werden von Tagespflegepersonen betreut. Die Quote liegt für den Stichtag 1. März 2020 bei knapp 40 Prozent. Laut der aktuellen Übersichtskarte der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder ist der Landkreis damit bundesweit sehr gut aufgestellt. Hervorzuheben ist die stetige Erweiterung des Betreuungsangebots in den letzten Jahren.

Seit dem 1. August 2013 haben Kinder vom ersten bis dritten Lebensjahr den bundesgesetzlichen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte oder in Kindertagespflege. Im Landkreis bedeutete dies, dass erneut bedarfsgerecht Plätze für einen zusätzlichen Jahrgang bereitzustellen waren, diesmal für die Einjährigen (damals rund 1 200 Kinder).

Denn schon seit 2010 galt in Rheinland-Pfalz ein landesgesetzlicher Rechtsanspruch für den Jahrgang der Zweijährigen. Deshalb hatte das Kreisjugendamt frühzeitig mit dem Ausbau der Betreuungsplätze in den Kitas und mit der Qualifizierung von Tagespflegepersonen begonnen, lange bevor die entsprechenden Gesetze in Kraft traten. So war man 2013 mit rund 1 500 Plätzen für unter Dreijährige in damals 75 Einrichtungen schon gut vorbereitet.

Weil der Trend sich fortsetzte, haben der Kreis und die Kommunen seither weiter in den Ausbau investiert. Insgesamt stehen deshalb in diesem Jahr von rund 7.600 Plätzen in den Kitas im Landkreis bereits 2.150 Betreuungsplätze für unter Dreijährige in jetzt 78 Einrichtungen zur Verfügung – inklusive der Plätze für diese Altersgruppe in Kindertagespflege. Zum Vergleich: 2005 gab es kreisweit gerade mal 50 solcher Plätze. Beim Angebot liegt der Kreis damit von landesweit 41 Jugendamtsbezirken an dritter Stelle und beim Ausbautempo sogar bundesweit unter den ersten drei Kommunen.

Das Kreisjugendamt gewährleistet durch diesen Ausbau der Kapazitäten grundsätzlich ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot. Bei den Drei- bis Sechsjährigen stehen ohnehin für alle Kinder Plätze zur Verfügung. Rund 98 Prozent dieser Altersgruppe besuchen eine Kita. Bei den unter Dreijährigen kann es örtlich zu Verzögerungen kommen, wenn beispielsweise durch ein Neubaugebiet zusätzliche Kita-Plätze benötigt und neuerliche Baumaßnahmen erforderlich werden.

Landrat Günther Schartz freut sich über die positive Entwicklung: „Das Kreisjugendamt leistet hier gute Arbeit. Das Angebot wird auch auf die Bedürfnisse der Familien abgestimmt. Wir sehen dabei nicht nur die Betreuung in der Kita als wichtig an, sondern lassen den Eltern alle Wege offen, selbst zu entscheiden, was sie wollen. Der Mix an Angeboten ist entscheidend“. So hat sich beispielsweise auch die Zahl der Kinder, die bei Tageseltern betreut werden, in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Die Kommunen stünden derzeit bedarfsplanerisch und finanziell erneut vor großen Herausforderungen, so Schartz. Das sogenannte „Kita-Zukunftsgesetz“ des Landes schreibt ab Mitte 2021 für alle Kinder den Rechtsanspruch auf eine durchgehende siebenstündige Betreuung über Mittag fest. „Denn wir bemühen uns, dann auch alle Kinder mit einem warmen Mittagessen und ausreichend Ess- und Ruhebereichen versorgen – obwohl das Land dies in seinem Gesetz nicht ausdrücklich vorsieht.“ Auch die Finanzierung sei ein Problem, so Schartz. „Das Kita-Gesetz ist vom Land nicht abgesichert. Dadurch kommen die Kommunen an ihre finanzielle Leistungsgrenze“.

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