Corona und Feuerwehr: Ansteckung um jeden Preis vermeiden

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REGION. Das Coronavirus macht auch vor den Helfern bei den rheinland-pfälzischen Feuerwehren nicht Halt. «Nichts wäre schlimmer als zu sagen: Wir sind nicht mehr einsatzbereit, weil wir mehrere Corona-Fälle in der Mannschaft haben», sagte der Sprecher des rheinland-pfälzischen Landesfeuerwehrverbandes, Benedikt Wolter, der Deutschen Presse-Agentur. Seit Beginn der Pandemie sei alles darauf ausgerichtet, im Notfall genug gesunde Einsatzkräfte zu haben.

Damit das gelingt, übt die Freiwillige Feuerwehr in Neuwied seit Beginn des neuerlichen Teil-Lockdowns keine Einsätze mehr. «Wenn es darum geht, Kontakte zu reduzieren, gehört die Feuerwehr auch dazu», begründet Wehrleiter Kai Jost diesen Schritt. Das Treiben in der Feuerwehr müsse «zum Infektionsgeschehen passen». Auch im Frühjahr habe er schon auf Probeeinsätze verzichtet. Im Sommer habe man in zehnköpfigen Gruppen trainieren können. Eigentlich seien 30 bis 45 Personen in einer Übungseinheit, berichtete Jost.

Vor der Pandemie hätten seine Einsatzkräfte jede Woche für den Ernstfall geprobt. Auch deswegen führe die erneute Unterbrechung nicht zu Lernlücken, sagte Jost. Der allgemeine Schutz von Feuerwehrmännern und -frauen und Kontakten gehe nun eben vor.

Wolter vom Landesfeuerwehrverband betonte: «Feuerwehr heißt nicht nur Feuer löschen». Das sei der kleinere Teil der Aufgaben. Die Helfer würden auch gerufen, wenn es darum gehe, Türen zu öffnen oder hilfsbedürftige Menschen die Treppe hinunter zu tragen. Die Einsatzkräfte tragen dabei Masken, aber: «Im Einsatz bleibt ein Restrisiko.»

Einige Wehren hätten eine «Wechselbereitschaft» eingeführt, erzählte Wolter. Die Einsatzkräfte würden dabei in feste Gruppen aufgeteilt, der Kontakt gemieden. «Wenn es zur Infektion kommt, dann ist ein Teil der Mannschaft einsatzbereit», sagte Wolter. Das sei allerdings nur in ausreichend großen Feuerwehren möglich.

Mit rund 100 Helfern sind Rotationen bei der Freiwilligen Feuerwehr Bendorf (Kreis Mayen-Koblenz) nicht umsetzbar. «Wir haben nicht genug Personal», sagte Wehrleiter Markus Janßen. Aber «die Feuerwehr zu machen» könne er schlecht. Wie viele andere Wehren im Kreis fallen auch dort Ausbildungseinsätze wegen Corona ins Wasser. Insbesondere die Kameradschaft unter den ehrenamtlichen Feuerwehrmännern und -frauen leide während der Pandemie, sagte Janßen. Fehlende Übungen seien weniger das Problem, als die Motivation der Einsatzkräfte aufrechtzuerhalten.

Der Landesfeuerwehrverband versucht, Kontakte mit einem «digitalen Bildungszentrum» zu stärken. Feuerwehrkräfte könnten sich auf der Verbandswebseite in gemeinsamen Onlineseminaren in Sachen Führung, Pressearbeit oder Nachwuchsgewinnung weiterbilden, so Wolter. Für alle, die die Gemeinschaftsabende in der Feuerwehr vermissten, sei das «eine willkommene Alternative», so Wolter. (dpa)

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