Mit Spannung erwartet: Angeklagter „Manage“» will im „Cyberbunker“-Prozess aussagen

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Harald Tittel // dpa

In einem der bundesweit größten Cybercrime-Prozesse will heute in Trier einer der mutmaßlichen Hauptorganisatoren eines illegalen Rechenzentrums aussagen. Die Anklage bezeichnet den 50-jährigen Niederländer als eine «Art Manager» in einem alten Bunker an der Mosel, in dem über Hunderte Server kriminelle Geschäfte von Kunden im Darknet gelaufen sein sollen. Der Angeklagte habe die Arbeit in dem «Cyberbunker» verteilt. Nach der Schilderung seines Lebenslaufs am vergangenen Donnerstag werden nun am dritten Verhandlungstag Angaben zur Sache erwartet.

Die Staatsanwaltschaft wirft den insgesamt acht Angeklagten Beihilfe zu rund 250 000 Straftaten vor, darunter millionenschwere Drogendeals, Datenhehlerei, Computerangriffe, Falschgeldgeschäfte und Mordaufträge. Hunderte Polizisten hatten die mehrstöckige unterirdische Anlage bei Traben-Trarbach vor gut einem Jahr ausgehoben.

Angeklagt sind vor dem Landgericht Trier vier Niederländer, drei Deutsche und ein Bulgare. Sie sollen die illegalen Webseiten gehostet und so Beihilfe zu den von ihren Kunden begangenen Straftaten geleistet haben. Laut der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz ist es ein einmaliger Prozess, begonnen vor einer Woche und terminiert bis Ende 2021.

Erstmals in Deutschland stehen mutmaßliche Betreiber krimineller Plattformen im Darknet vor Gericht. Die zentrale Frage ist, ob den Angeklagten nachgewiesen werden kann, dass sie von den illegalen Machenschaften der Kunden wussten.

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