RLP-Überblick am Dienstag: Weniger Verkehrstote in Krise – Lüftungsgeräte für Schulen

Ein kleiner Lichtblick in Corona-Zeiten: Die Pandemie lässt Experten zufolge die Zahl der Verkehrstoten in Rheinland-Pfalz sinken. Sonst bleibt die Lage aber angespannt. Angesichts steigender Neuinfektionen fördert die Landesregierung etwa Lüftungsgeräte für Schulen.

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MAINZ. Die Straßen in Rheinland-Pfalz scheinen während der Pandemie weniger voll als zuvor, nun untermauert eine Statistik diesen Eindruck: Die Zahl der Verkehrstoten ist in der Corona-Krise gesunken. Hingegen stieg die Zahl der Infizierten zu Wochenbeginn weiter. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) bekräftigte unterdessen, dass Schulen und Kitas möglichst offen bleiben sollen.

Die Entwicklung im Bundesland im Überblick:

VERKEHRSTOTE: Die Zahl der Verkehrstoten in Rheinland-Pfalz ist in der Corona-Krise gesunken. In den ersten acht Monaten 2020 starben dem Statistischen Landesamt zufolge 97 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen, 15 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch die Zahl der Verletzten sei rückläufig. 2121 Menschen seien schwer und 8882 leicht verletzt worden. Das sei jeweils ein Rückgang um rund zehn Prozent, teilten die Statistiker am Dienstag mit. Insgesamt registrierte die Polizei 81 271 Unfälle auf den Straßen des Landes bis Ende August, ein Rückgang um 13,6 Prozent. Hintergrund dürfte die Pandemie sein, da insbesondere von März bis Mai die Verkehrsbewegungen deutlich zurückgegangen seien.

NEUE ZAHLEN: Innerhalb eines Tages haben sich in Rheinland-Pfalz 242 Menschen nachweislich neu mit dem Coronavirus infiziert. Derzeit gebe es landesweit 14 189 bestätigte Corona-Fälle, teilte am Dienstag das Gesundheitsministerium in Mainz mit. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger war unverändert bei 265. Gegenwärtig seien 3225 Menschen im Land mit dem hochansteckenden Coronavirus infiziert – 164 mehr als am Montag. Die meisten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen hatte weiter der Landkreis Bitburg-Prüm: Der Wert stieg weiter auf 135. Derzeit werden 173 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern behandelt, davon 41 intensivmedizinisch. Von ihnen werden 31 beatmet.

LÜFTUNGSGERÄTE: Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen will die rheinland-pfälzische Landesregierung Lüftungsgeräte für Schulen mit bis zu sechs Millionen Euro fördern. Darauf hat sich das Kabinett am Dienstag in Mainz verständigt, wie das Bildungsministerium mitteilte. «Das Lüften der Klassenräume bleibt – neben der Einhaltung der AHA-Regeln – das A und O», sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). «Auf frische Luft in den Klassenzimmern kann auch in der kälteren Jahreszeit nicht verzichtet werden.» Für wichtige, aber nicht zu lüftende Unterrichtsräume könnten mobile Lüftungsgeräte eine Lösung sein. Das hatte das Umweltbundesamt vor kurzem empfohlen.

KEIN FREMDVERSCHULDEN: Der Tod einer in einem Schulbus bei Wörth zusammengebrochenen Schülerin ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Landau nicht auf ein Fremdverschulden zurückzuführen. Das teilte die Justiz in der Pfalz am Dienstag nach einer Untersuchung durch Rechtsmediziner mit. Die Gutachter schließen zudem aus, dass das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes in ursächlichem Zusammenhang mit dem Tod stehen könnte. Ein normal getragener Schutz führe nicht zur übermäßigen Ansammlung von Kohlenstoffdioxid, da eine Maske seitlich offen und der Stoff teilweise luftdurchlässig sei, hieß es. Die 13-Jährige war am 7. September in dem Bus im Kreis Germersheim bewusstlos geworden und in einem Krankenhaus in Karlsruhe gestorben.

SCHULEN: Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) hat vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Entwicklung bekräftigt, dass Schulen und Kitas möglichst offen bleiben sollen. Man habe das Recht auf Bildung und den Gesundheitsschutz der gesamten Schulfamilie eng im Blick, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

«Angesichts der sehr heterogenen Situation in Deutschland kann aber niemand ernsthaft wollen, dass alle Schulen und Kitas wieder komplett schließen müssen.» Es gelte, vor Ort die Lage sehr genau zu analysieren und passende Maßnahmen anzuordnen, so wie es auch das Robert Koch-Institut empfehle. Hubig sagte, es mache einen Unterschied, ob ein Infektionsgeschehen eng eingrenzbar oder in der Gesellschaft breit gestreut sei. «Dann treten Maßnahmen in Kraft wie eine Maskenpflicht im Unterricht, der Wechsel von Fern- und Präsenzunterricht oder aber auch die temporäre Umstellung auf Fernunterricht – so wie das aktuell in den Ländern geschieht.»

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