280 Karstadt-Kaufhof-Mitarbeiter bangen um Arbeitsplatz

Bundesweit sind 62 Filialen von der Schließung bedroht, in Rheinland-Pfalz sind es vier und im Saarland ein Warenhaus. Die Landesregierungen in Mainz und Saarbrücken zeigen sich besorgt.

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. In Mainz, Worms, Landau und Trier bangen 280 Beschäftigte in vier Filialen des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) um ihre Arbeitsplätze. Für bundesweit 62 Filialen bestehe angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive mehr, sagte der GKK-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz am Freitag in Essen. Im Saarland ist ein Warenhaus in Neunkirchen mit 68 Beschäftigten auf der Liste der Filialen, die geschlossen werden sollen.

Die Gewerkschaft Verdi hofft, die Zahl der Schließungen noch senken zu können. «Wir werden mit aller Kraft für den Erhalt der Standorte und die Zukunft der Beschäftigten kämpfen. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen», sagte das Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler kündigten Gespräche mit den Betriebsräten aller zehn GKK-Standorte in Rheinland-Pfalz an. Der Landesregierung gehe es «in erster Linie um die von den Standortschließungen betroffenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Warenhäusern». Galeria Karstadt in Mainz beschäftigt nach Verdi-Angaben 90 Menschen, bei Galeria Kaufhof in Landau sind es 44, bei Galeria Karstadt in Trier/Simeonstraße 105 und bei Galeria Kaufhof in Worms 41.

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) erklärte, «der bundesweite Kahlschlag bei Galeria Karstadt-Kaufhof» treffe auch das Saarland hart. «Wir werden das Unternehmen nicht aus der Verantwortung lassen: Nichts geht ohne Einbindung der Arbeitnehmervertretung und sozialverträgliche Pläne.»

Auch die Stadt Mainz bedauerte die Entscheidung. Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) und Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) erklärten, dass nicht die Corona-Pandemie ausschließlich für die Schließung verantwortlich sei. Die wirtschaftlichen Probleme des Konzerns seien schon vor Jahren entstanden. Die Hauptverantwortung für die wirtschaftliche Schieflage trage der Vorstand. «Deshalb muss jetzt die Managementspitze des Handelskonzerns auch dafür Sorge tragen, dass allen betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Perspektive aufgezeigt wird und keiner der Beschäftigten im Regen stehen bleibt.» Die Mainzer Innenstadt als Einkaufsstandort sei robust genug, um mit der Filialschließung umgehen zu können. Die geplante Neugestaltung der Ludwigsstraße biete die große Chance, diesen Bereich der Innenstadt nachhaltig zu entwickeln.

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