Corona trübt Konjunkturklima weiter ein – Einzelhandel zieht Bilanz

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Die Stimmung der Unternehmen in Rheinland-Pfalz ist im Juni so schlecht wie in der Finanzkrise von 2009. Das Konjunkturklima habe sich wegen der Corona-Krise deutlich verschlechtert, teilte die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern (IHK) in Rheinland-Pfalz am Mittwoch mit. Hier ein Überblick über diese und weitere Entwicklungen im Corona-Alltag:

KONJUNKTUR: Der IHK-Konjunkturklima-Indikator für die jetzige und künftig erwartete Geschäftslage stürzte von 113 Punkten Ende 2019/Anfang 2020 auf 77 Punkte. Die aktuelle Geschäftslage bewerteten 63 Prozent der 848 teilnehmenden Unternehmen als gut oder gleichbleibend. 37 Prozent meldeten eine schlechtere Geschäftssituation. Hoffnungsvoll stimmen laut der IHK-Arbeitsgemeinschaft die Beschäftigungspläne der Unternehmen: 74 Prozent gaben an, dass sie die Anzahl der Beschäftigten in den kommenden zwölf Monaten nicht verringern wollen.

EINZELHANDEL: Die Umsätze im Einzelhandel waren im April um 4,3 Prozent niedriger als vor einem Jahr, bereinigt um Preisveränderungen. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems setzte der Einzelhandel mit Lebensmitteln zwar real 6,3 Prozent mehr um als im entsprechenden Vorjahresmonat, der Handel mit sonstigen Produkte brach hingegen um zwölf Prozent ein.

INFEKTIONSGESCHEHEN: Die Zahl der bestätigten Fälle von Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz stieg am Mittwoch um zwölf auf 6858, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Die Zahl der Todesfälle von infizierten Menschen blieb unverändert bei 233 (Stand 10.15 Uhr). Aktuell sind 160 Menschen im Bundesland mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die meisten Neuinfektionen gibt es zurzeit in Speyer mit zehn Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Alle weiteren Städte und Landkreise haben maximal vier Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. In 19 der 36 Kreise und kreisfreien Städte gab es in den vergangenen sieben Tagen keine einzige Neuinfektion.

VERSCHWÖRUNGSERZÄHLUNGEN: Die umlaufenden Vermutungen zu vermeintlichen Manipulationen im Zusammenhang mit der Corona-Krise werden nach Ansicht der Sozialpsychologin Pia Lamberty auch über die Pandemie hinaus wirken. „Ich befürchte, dass von den Narrativen etwas zurückbleibt“, sagte die Wissenschaftlerin der Johannes Gutenberg-Universität der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Die Grenze des Sagbaren hat sich verschoben.“ Das reiche bis hin zur Bagatellisierung des Holocausts, wenn auf Demonstrationen gegen Corona-Auflagen Menschen einen Judenstern trügen.

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