Kein Helau? Dreyer sieht Einschränkungen bei Fastnacht wegen Corona

Ministerpräsidentin Dreyer ruft zum Herunterladen der neuen Corona-App auf und sieht Karneval 2021 in Gefahr. Eine neue Corona-Infektionswelle könne jederzeit kommen. Ein zweiter Shutdown müsse aber vermieden werden.

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Fastnacht wird nach Einschätzung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wegen Corona 2021 anders sein als gewohnt. «Solange es keinen Impfstoff und keine Medikamente gibt, müssen wir sehr kritisch prüfen, ob Karneval wie üblich gefeiert werden kann», sagte Dreyer am Dienstag in Mainz.

«Schunkelnd in aller Enge nebeneinander zu stehen, kann man sich im Moment nicht vorstellen.» Allerdings solle das nicht überall in Deutschland unterschiedlich geregelt werden. «Wir müssen beim Karneval eine einheitliche Linie bundesweit finden», forderte die Sozialdemokratin.

Der Ausbruch einer zweiten Infektionswelle müsse unbedingt verhindert werden, sagte Dreyer und forderte die Menschen auf, sich die freiwillige neue Corona-Warn-App herunter zu laden. «Das ist ein Modul, um die Infektionsketten durchbrechen zu können. Wieder nach dem Motto: Du schützt mich, ich schütze Dich.»

«Wir müssen alles daran setzen, den unkontrollierten Ausbruch einer etwaigen zweiten Welle zu verhindern», betonte Dreyer. «Einen allgemeinen Shutdown soll es keinesfalls mehr geben. Der könnte uns in die Knie zwingen», mahnte die Ministerpräsidentin. «Das könnte die Gesellschaft, die Wirtschaft nur schwer aushalten.»

Viele Wissenschaftler und Politiker hätten mit Blick auf die Infektionen großen Respekt vor dem Herbst. «Es kann passieren, dass ratzfatz ganz viele Menschen angesteckt sind», mahnte Dreyer. «Die Situation ist noch nicht so, das wir es uns erlauben können, leichtsinnig zu sein.» Masken und Abstandsregelungen seien wichtig – auch bei Demonstrationen.

«Die Versammlungsleiter müssen dafür sorgen, dass genügend Platz und Abstand ist und das Masken-Tragen eingehalten wird», sagte Dreyer. «Da muss man auch an die Vernunft appellieren.» Denn: «Das Demonstrationsrecht ist eines der wenigen, das uneingeschränkt gilt.»

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10 KOMMENTARE

  1. dass genügend Platz und Abstand ist und das Masken-Tragen …., ist das alles was man kann ? Es ist einfach nicht mehr erträglich was sich diese regierenden fortwährend leisten, nämlich nichts, traurig aber wahr. Und was das Demonstrationsrecht angeht, eine Demo ist noch nicht angemeldet, schon steht die Polizei bereit und und knüppelt alles zusammen, tagtäglich zu sehn und zu hören. Und eins ist sicher, ich werd garantiert Zeit meines Lebens keine der jetzigen gewählten je wählen. Eine Regierung die nichts anderes kann als sinnlose und stupide An- und Verordnungen zu erlassen, die ist es nicht wert.

  2. Diese Massnahmen sind Ländersache. Also ist Frau Dreyer voll verantwortlich für alle diese grundgesetzwidrigen Entscheidungen hierzulande.

    Es besteht bei dem erodoierenden Rechtstaat zwar wenig Hoffnung, aber vielleicht muss sich die Dame mit ihren Helfern von der Antifa (die hat sie auf Kosten des Steuerzahlers nach Kandel gekarrt um gegen normale Bürger vorzugehen) doch noch mal vor einem ordentlichen Gericht verantworten!

  3. Sehr geehrte Frau Dreyer,

    in ihren Entscheidungen sind Sie so etwas von engstirnig, phantasielos und konservativ. Die Lösung ist doch ganz einfach: Rosenmontag werden alle Autobahnen in RP gesperrt und alle können ihre Züge dann dorthin verlegen. Der Sicherheitsabstand könnte dann sogar auf 10 Meter ausgeweitet werden und Masken werden die Besucher freiwillig wegen der kalten Jahreszeit tragen.

    Und ihre Forderung nach Benutzung der App… Auch hier wurde, wie schon die letzten Monate auch, überhaupt nicht nachgedacht sondern nur planlos und ohne Sinn panikartig überreagiert. Mein Vorschlag wäre gewesen, in jeden 10er- Pack Schutzmasken ein rotes Fähnchen mit reinzulegen. Und jeder der positiv getestet wird, steckt sich das rote Fähnchen an den Hut, für alle gut sichtbar. Wir hart schuftenden Steuerzahler hätten dann für die € 20.000.000,- , die diese umwerfende App in der Entwicklung gekostet hat, vielleicht etwas Sinnvolles bekommen wie z. B. ein paar renovierte Schulen, Kitas o. Ä. Und die Wirkung wäre sogar noch besser gewesen. Wir hätten von weitem schon erkannt, zu wem wir Abstand halten müssen. Das ist in meinen Augen jedenfalls ergiebiger als ein „Pieppieppiep“ auf meinem Smartphone mit der Meldung „Vor 4 Tagen waren Sie in der Nähe eines Verdächtigen. Und denken Sie daran, nur Flauschi macht ihre Wäsche so richtig weiß.“ Oder anders, ich hätte gar keinen Kontakt zu der Person mit dem roten Fähnchen am Kopf aufgenommen und mich folglich auch nicht anstecken können.

    Sie sehen, Frau Dreyer, alles gar nicht so schwer, zumindest für einen Nichtpolitiker der in seinem Kopf kein Aufnahmeband für eine Endlosschleife hat, die jeden Tag den gleichen Schrott von sich gibt (grenzt schon irgendwie an Gehirnwäsche). Dieses ganze Corona- Gejammer empfinde ich nämlich inzwischen genauso ätzend wie 12 Monate „Oh, Tannenbaum“ im Radio.

    • Ihre Theorie hat einen Haken:
      Mal angenommen, Sie bewegen sich im öffentlichem Raum und treffen neben anderen Leuten Person I an Tag x.
      An Tag x+1 treffen Sie niemanden. Person I bekommt währenddessen Symptome und lässt sich testen.
      An Tag x+2 ist bestenfalls das Ergebnis des Abstrichs von Person I vorhanden. Es ist positiv. Sie gehen zur Arbeit oder sonstwo hin und treffen Personen B, C, D und E. Darüber hinaus sehen Sie jeden Tag Ihre Familie F1, F2 und F3. Person I, die nur zufällig im selben Bus, Supermarkt oder sonst in Ihrer Nähe war, trägt ab sofort eine rote Maske mit rotem Fähnchen, um zu warnen. Sie treffen diese Person aber nicht mehr, da diese vernünftig ist und sich selbst für zwei Wochen isoliert.
      An Tag x+(3 … 5) gehen Sie weiter ihrem Alltag nach und treffen weiterhin Personen.
      An Tag x+6 sind sie nun auch infektiös, und treffen weiterhin Personen B, C, D, und E sowie Ihre Familie F1-F3.
      An Tag x+7 gehen Sie nach dem Arbeitstag (Personen B-E getroffen) mit der Familie (F1-F3) essen und sitzen mit 20 Ihnen nicht bekannten Personen P1-P20 in einem Raum.
      An Tag x+8 fühlen sie Symptome und lassen sich testen.
      Das Ergebnis an Tag x+9 ist positiv. Sie ziehen ihr Fähnchen an und bleiben bestenfalls vernünftigerweise für 14 Tage zuhause. Mit dem roten Fähnchen. Ihre Familie können Sie noch warnen, aber auch hier wurde eine weiterevPerson von Ihnen angesteckt. Ebenso Kollegen C und E, mit denen Sie länger geplaudert haben. Auch 1/3 der Personen P im Restaurant wurden von Ihnen infiziert.
      Macht unterm Strich ca. 10 weitere Fälle, die auf Sie zurückzuführen sind.
      Wenn nun Sie und Person I die Corona WarnApp genutzt hätten, wären Sie an Tag x+3 spätestens gewarnt worden und hätten höchstwahrscheinlich niemanden angesteckt, da man im Schnitt erst ab dem Tag vor Symptombeginn hochgradig infektiös ist.

      • Sehr geehrter Sascha. Ihre Ausführungen sind zwar durchaus nachvollziehbar aber sie haben dabei etwas sehr Wichtiges außer Acht gelassen: Ich bin ein Zyniker der bestehende Fakten teilweise bis ins Lächerliche auf die Spitze treibt um meinen Unmut an bestehenden Zuständen kundzutun.

        Aber es freut mich, dass Sie anscheinend meinen Vorschlag in Bezug auf Fastnacht befürworten.

        • Eine andere Möglichkeit sehe ich da auch nicht, da haben Sie Recht. In Trier könnte wahlweise auch die Uferstraße oder die sechsspurige Konrad Adenauer Brücke dazu dienen.
          P.S.: Zynik ist leider nicht immer zwischen den Zeilen herauszulesen 😉

          • “Zynik ist leider nicht immer zwischen den Zeilen herauszulesen”

            Dann scheine ich mein Ziel ja zu erreichen. Übrigens, selbst der Postillion hat diese Probleme, besonders wenn Samstags die Leserbriefe veröffentlicht werden

  4. Seht ihr, jetzt gehts schon bis Fastnacht, und dann wird es heissen: Bis Mai 2021, usw. und im Hintergrund wird an der totalen Umstrukturierung der Gesellschaft gearbeitet.

  5. @Peter

    Sie haben das richtig interpretiert. Genauso sieht das aus und die “Schlafschafe” raffen es mehrheitlich NOCH nicht. Die Erkenntnis wird kommen. Warten wir ab, wenn die wirtschaftlichen Folgen dieses schwachsinnigen Lockdowns im Herbst richti durchschlagen. Da werden sicherlich viele von ihrem Demorecht Gebrauch machen wollen, aber wegen CORONA nicht können. Das Regieren mit der Angst ist für die Regierenden praktisch.

    Aber wer weiss was noch passiert. Vielleicht werden Dreyer&Konsorten doch nicht mit ihrem schändlichen widerrechtlichen Treiben davonkommen.

    • Jaja… die wirtschaftlichen Folgen von denen alle sprechen (besonders die DAX- Unternehmen). Ich kann mich noch an den prophezeiten Millennium- Crash vor knapp 20 Jahren erinnern. Auch da warten wir heute noch drauf. Seien wir ehrlich, das wird uns doch nur eingeredet weil Politiker mal wieder ihre persönlichen Lobbyisten füttern müssen. Und damit der Michel sich nicht aufregt geschieht alles unter dem Deckmantel von Corona. Ok, die Kleinen werden verrecken (Einzelunternehmen, kleine Händler, Gastwirte usw.). Aber jeder Kampf bringt Kollateralschäden. Dieses Opfer muss die Regierung einfach bringen damit die oberen 1% weiter schmieren können.

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