Frühling in Rheinland-Pfalz zu warm

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Silas Stein // dpa

«Wir bräuchten dringend Regen», heißt es an Rhein und Mosel. Bereits das Frühjahr war im Bundesland wohl zu warm. Und die Landwirte sind skeptisch, ob der Rest des Jahres spürbare Besserung bringt.

Der Frühling 2020 ist in Rheinland-Pfalz offenbar deutlich zu warm ausgefallen. Kurz vor Veröffentlichung der vorläufigen Auswertung der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeichnete sich ab, dass die Temperatur in den Monaten März, April und Mai etwa 2,1 Grad über der Vergleichsperiode liegen dürfte.

Zudem handelte es sich um ein extrem sonniges Frühjahr, so ein DWD-Sprecher. Bereits wenige Tage vor Monatsende waren bereits 165 Prozent des Sonnenschein-Solls erfüllt. Ganz anders sah es bei den Niederschlägen aus: Hier lag Rheinland-Pfalz nur bei etwa 62 Prozent des Sollwerts, aber immerhin noch ein Stück über den bundesweiten Werten von 57 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge.

Die Landwirte im Bundesland klagen massiv über starke Trockenheit. «Das ist wirklich ein großes Problem für die gesamte Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus», sagte Herbert Netter vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau. «Wenn es nicht bald ausgiebigen Regen gibt, ist die Futtergrundlage für viele viehhaltende Betriebe nicht mehr gewährleistet.» Die Trockenheit führe zu deutlichen Ertragseinbußen beim Grünschnitt. «Aber auch im Ackerbau, im Getreide, beim Raps, Kartoffeln und so weiter sind Einbußen zu erwarten – hinsichtlich der Menge und der Qualität.»

Zwar könnten die Betriebe ein Trockenjahr in der Regel durch Futterabsicherungen aus dem Vorjahr ausgleichen und verschmerzen. «Jetzt befinden wir uns aber im dritten Trockenjahr hintereinander. Es gibt keine Puffer mehr, die Trockenheit schlägt also voll durch», betonte Netter. Die Folge seien Futterzukauf oder Verminderung des Viehbestandes. «Beides hat natürlich eine Minderung des Einkommens der Betriebe zur Folge. Viele werden in die Verlustzone abrutschen – mit Konsequenzen für die betroffenen Betriebe.»

«Die Situation ist nicht gut», sagte auch Reinhold Hörner vom Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd. «Die Trockenheit macht uns sehr zu schaffen. Wir leiden wirklich.» Die Landwirte würden schon lange auf Besserung warten, allerdings sei diese nicht wirklich in Sicht. «Auch die jüngsten Niederschläge waren bildlich gesehen nur ein Tropfen auf den heißen Stein», meinte Hörner. Hinzu komme ein schädlicher Wind. «Man hat allmählich den Eindruck, dass es nur noch zu trockene oder zu nasse, aber keine normalen Jahre mehr gibt.»

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