Ist für viele bald Ladenschluss? Grüne Trier für schnelle Mietminderungen

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Foto: dpa-Archiv

TRIER. Wie die Stadtratsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen in einer aktuellen Pressemitteilung zu Gastronomie und Einzelhandel in der Stadt Trier mitteilen, sind die Gastronomie und der Einzelhandel von den Corona-Einschränkungen besonders hart betroffen. Dies sei auch auf die überdurchschnittlichen Mieten und Pachten in Trier zurückzuführen.

„Im Gespräch mit unserer Fraktion äußerten Trierer Gastronomen die Befürchtung, dass 30 % der Betriebe die Krise nicht überleben werden“, sagt Richard Leuckefeld, wirtschaftspolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion von B90/Die Grünen. Im Einzelhandel, besonders bei den inhabergeführten Geschäften dürfte die Situation ähnlich sein. So ging man vor der Krise davon aus, dass bundesweit circa 64.000 Einzelhandelsbetriebe bis 2030 schließen müssen. Jetzt rechnet man mit bis zu 200.000* Schließungen.

„Wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird, hat das große Auswirkungen auf die Innenstädte“, sagt Leuckefeld. „Leerstände in erheblichen Ausmaß wären die Folge.“ In Trier komme erschwerend hinzu, dass die Zukunft der drei Karstadt/Kaufhof-Warenhäuser mehr als ungewiss sei.

In allen Gesprächen mit Einzelhändlern und Gastronomen bekomme man immer wieder zu hören, dass die überdurchschnittlichen Mieten und Pachten in Trier die Situation verschärften, sagt Leuckefeld. Im Normalfall sollte die Miete oder Pacht beim Einzelhandel sechs bis acht Prozent, bei der Gastronomie und Dienstleistern acht bis 12 Prozent des Nettoumsatzes betragen. In Trier liegt dieser Satz bei vielen Betrieben erheblich höher.

So sei es laut Leuckefeld nicht verwunderlich, dass die staatlichen Soforthilfen von den Empfängern direkt an die Vermieter durchgereicht wurden. „Dieses Geld war eigentlich zur Rettung von Kleinbetrieben gedacht, und nicht nur zur Renditeerhaltung von Immobilieneigentümern.“ Zwar sei des Öfteren eine Mietstundung erreicht worden, aber die Bemühungen um eine Mietminderung blieben weitgehend ohne Erfolg. „Sicherlich kann man nicht alle Vermieter über einen Kamm scheren“, sagt Leuckefeld, „aber gerade bei Immobilien-Verwaltungsgesellschaften traf der Ruf nach Mietminderungen auf taube Ohren.“

Die Grünen sind der festen Überzeugung, dass gewerbliche Mieten für Handel und Gastronomie in Trier sinken müssen. Nur so könne garantiert werden, dass gerade in der Innenstadt weiterhin ein vielfältiges Angebot präsentieren werden könne. Normalerweise regle so etwas langfristig der Markt. Aber das plötzliche Hereinbrechen der Corona-Krise fordere ein schnelles Handeln. Auf Marktmechanismen zu warten bedeute für viele einen Existenzverlust.

Zwar sei der Einfluss der Kommunalpolitik auf gewerbliche Mietpreise gering und fast nur appellhaft möglich. Die Grünen weisen aber darauf hin, dass die Bewältigung der Krise eine Gemeinschaftsaufgabe sei. „Nicht nur die öffentliche Hand, sondern auch die Immobilienbesitzer sind in der Verantwortung“, sagt Leuckefeld, „zur Krisenbewältigung einen Beitrag zu leisten.“

9 KOMMENTARE

  1. Sowieso eine Sauerei das der Mietspiegel wieder angehoben wurde. Wohnungen mit Garten werden an Studenten WGs vermietet, weil man die gnadenlos abzocken kann. Oder „berufstätige Paare“ die nie Zuhause sind. Keine Kinder & keine Tiere erwünscht und dann soll man noch soviel zahlen & hat nichtmal ein Fitzelchen grün… unverschämt teuer sind ja schon die Privat Wohnungen. Logisch das Geschäftsräume in der Innenstadt schließen werden. Geht ja nurnoch um Profit überall. Schade.

  2. Hurra, sogar die Grünen haben das begriffen!!!! Führen seit Jahren einen Krieg gegen den Individualverkehr und wundern sich wenn deshalb die Leute nicht mehr in die Innenstädte kommen!!! Ihr Heuschler, glaubt ihr wirklich die Konsumenten aus Butzweiler trierweiler oder Pluwig kommen zukünftig mit dem Fahrrad nach. Trier zum shoppen

  3. Frau Jottpee würde die grüne Farbe auch auf Ihren Gummiwänden halten?
    Wäre doch auch was schönes für sie als Abwechslung in Ihrem leidigen Leben.
    Werden sie bald gesund !

  4. Nicht nur die Mieten sind zu hoch auch die Befreiung von den Kammerzwangsbeiträgen,wäre eine Entlastung für Handel , Gewerbe und Gastronomie. Dringend muss die Kammerzwangsmitgliedschaft von Zwang auf Freiwilligkeit umgestellt würde. Die Kammerzwangsbeiträge bedeuten für viele Händler, Wirte, Kleingewerbetreibende. Soloselbständige rausgeworfenes Geld.
    Alles was die Kammern aufzubieten haben ist auch auch freiwilliger Basis zu erreichen mit entsprechenden Gebühren. Es wäre möglich wenn sich die Kammern auf ihre im Kammergesetz § 1 selbst gebastelten Paragraphen aufgabenmäßig beschränken würden. Nein da muss man ja noch ein Abteilung zur Vermittlung von Facharbeitskräften gründen und den Gewerbetreibenden dieser Branche Konkurrenz machen.
    Sie ist einmalig die weltweit einzigartige deutsche Zwangsverkammerung zur Sicherung des Kammerfürstenwohlstandes. Sie fühlen sich wie Dagobert, sie schwimmen im Geld (Bericht der. SZ)
    Unternehmer aus Handel und Gewerbe brauchen keine guten Ratschläge der Kammern. Unternehmer sind Unternehmer. Corona zeigt die Hilflosigkeit der Kammern erst richtig auf. Sollen mal für ihre teuren Juristen Kurzarbeitergeld beantragen, damit diese das auch einmal kennen lernen.

    • Sie haben die verbrecher bei den Berufsgenossenschaften vergessen!!! Die haben jetzt einfach noch einen hochgebührenpflichtigen arbeitsmedizinischen Dienst gegründet!!! Die Zwangsmitglieder müssen für einen 30 minütigen Rundgang hohe dreistellige Gebühren zahlen!!! In welche Taschen fließen diese Milliardenbeträge?

  5. Welcher Handel, in Trier kann man nur noch Döner, Kebap, Waffeln, Eis, Fritten usw. kaufen. Karstadt kündigt an 80 seiner 170 Filialen zu schliessen, da wird noch was kommen. Der Autofahrer wird gegängelt und macht einen Bogen um die Innenstadt z.B. zum Globus, wenn er kommen sollte. Für mich zerstört grüne Politik die Stadt.

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