Vorsitzender Landkreistag: Langfristig mehr Personal in Gesundheitsämtern nötig

0
Günther Schartz (CDU), Vorsitzender des Landkreistags, lächelt. Foto: picture alliance / Fredrik von Erichsen/dpa/Archivbild

TRIER/MAINZ. Um die Zusatzaufgaben in der Corona-Pandemie stemmen zu können, brauchen die landesweit 24 Gesundheitsämter nach Ansicht des Landkreistages Rheinland-Pfalz langfristig mehr Personal. «Wir müssen einen gewissen Personalstamm haben, weil wir nicht wissen, wie lange die Aufgabe uns beschäftigt», sagte der Vorsitzende des Verbands, der Landrat des Kreises Trier-Saarburg, Günther Schartz (CDU), der Deutschen Presse-Agentur.

Die Unterstützung aus der Landesverwaltung und von Ehrenamtlichen helfe «im Moment». «Aber wir können natürlich nicht dauerhaft auf Freiwillige setzen», sagte er.

Neben der Verfolgung der gesamten Corona-Testfälle stehe eine höhere Zahl von Tests im Raums: «Wenn man die Testungen jetzt noch einmal hochfahren will, was ja vom Bund geplant ist, dann werden die Gesundheitsämter wieder stärker gefordert sein», sagte Schartz. Zudem gebe es einen höheren Bedarf an Hygieneinspekteuren: «Wir gehen davon aus, dass wir einen pro 20 000 bis 25 000 Einwohner haben müssen. Viele haben aber einen pro 30 000 oder 40 000 Einwohner.»

Dass die Pandemie-Abwicklung jetzt «kommunalisiert» worden sei, sei gut und zu erwarten gewesen, sagte der Landrat. Nur so könne man den Bedürfnissen der Wirtschaft und der Menschen vor Ort gerecht werden. «Aber es führt bei uns Kreisen zu einem sehr starken Aufwand»: Nicht nur bei den Gesundheitsämtern, sondern auch bei den Ordnungsämtern, die die Verordnungen des Landes «vollziehen und kontrollieren» müssten.

Es werde in der Krise nun auf die kommunale Ebene gesetzt: Das könne man organisatorisch ein wenig mit der Flüchtlingskrise vergleichen. «Es wäre schön, wenn nachher Bund und Land nicht vergessen würden, dass wir diese Geschichte gemeinsam gefahren haben», sagte Schartz.

Dem Aufruf zur Mithilfe in den Gesundheitsämtern in Rheinland-Pfalz in Zeiten von Corona waren laut Gesundheitsministerium bis Ende April mehr als 1000 Menschen gefolgt. Darunter etwa 750 Landesbedienstete, der Rest verteilte sich auf Personal des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) und auf Ehrenamtliche. Diese Personen sollten als sogenannte Infektionsschutzhelfer tätig sein, also bei der Suche nach Menschen mitwirken, die Kontakt mit Infizierten hatten.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.