Im Zelt, hinter Glas: Senioren-Besuche am Corona-Muttertag

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Veronika Ambach-Gattung (r.) spricht mit ihrer Mutter Hannelore Scheuerle. Foto: Thomas Frey/dpa

REGION TRIER/MAINZ. So nah wie lange nicht: Das Seniorenheim «Maria Königin» in Mainz hat am Muttertag eine ungewöhnliche Begegnung möglich gemacht. Angehörige und Bewohner konnten sich am Sonntag in einem Zelt zum ersten Mal seit langer Zeit gegenübersitzen, aus Schutzgründen getrennt durch eine Plexiglasscheibe.

Für Veronika Ambach-Gattung war das Wiedersehen mit ihrer 89 Jahre alten Mutter Hannelore Scheuerle ein ganz besonderer Moment. «Ich habe mich total gefreut, dass ich meine Mutter heute mal sehen kann», sagte Ambach-Gattung mit belegter Stimme. Sie habe die Nacht zuvor kaum geschlafen, so aufgeregt sei sie gewesen. «Man hört sich ja sonst nur am Telefon», berichtet sie. Das sei auch für ihre eigentlich noch sehr fitte Mutter eine bedrückende Situation.

Für das Seniorenheim, das unter der Trägerschaft der Caritas steht, ist mit den Besuchen erheblicher Aufwand verbunden. «Es ist nicht nur mit dem Zeltaufbau oder ein bisschen Händedesinfektion getan», erklärte Pflegedienstleiterin Rasha Schreiber. So seien etwa Termine per Telefon abgesprochen worden. Ein Mitarbeiter nehme zudem die Daten der Angehörigen beim Besuch auf, um eine Nachverfolgung gewährleisten zu können. Außerdem werde das Mobiliar im Zelt nach jedem Besuch desinfiziert.

Der Andrang ist groß: Mehr als 20 Angehörige kamen zu Besuch. Daher seien die Termine auch auf 25 Minuten begrenzt, erklärte Schreiber. Trotz des Aufwands soll das Angebot weitergeführt werden. Für die 89-jährige Hannelore Scheuerle steht der Plan schon. Eine weitere Tochter und ein Sohn haben sich schon angekündigt, berichtete Tochter Veronika Ambach-Gattung. «So wechseln wir uns jetzt ein bisschen ab, damit sie immer ein bisschen Kontakt hat mit uns.»

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