Saarland: Coronavirus soll mit Sofortmaßnahmen eingedämmt werden

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Oliver Dietze

SAARLAND. Im Saarland bereitet man sich auf die Ausbreitung des Coronavirus vor. Eine Reihe von Sofortmaßnahmen gibt es jetzt. Und es gibt auch Sorge über Pendler aus dem benachbarten Frankreich.

Mit einer Reihe von Sofortmaßnahmen will die saarländische Landesregierung die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Dazu gehören unter anderem verbindliche Anweisungen für die Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern. «Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um die Epidemie möglichst einzudämmen», sagte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Mittwoch im Landtag. «Alle wissen, dass wir uns in einer ernsten Situation befinden. Wir stehen vor einer bisher nicht gekannten Herausforderung.»

Unmittelbar vor der Plenarsitzung des Landesparlaments beschloss die Regierung ein Bündel von Maßnahmen. Unter anderem wird eine Regelung vorbereitet, mit der Schülern aus Risikogebieten der Schulbesuch verboten werden kann. Auch soll geprüft werden, ob die Einrichtung von dezentralen, mobilen Teststationen und ärztlichen Schwerpunktpraxen sinnvoll ist. Alle nicht zwingend notwendigen landeseigenen Veranstaltungen werden abgesagt. Das Wissenschaftsministerium soll prüfen, ob die Vorlesungszeit an den Hochschulen verkürzt werden kann. Bis Ende April dürfen die Schulen keine neuen Buchungen für Klassenfahrten vornehmen. Sofern bereits gebuchte Klassenfahrten abgesagt werden müssen, sollen die Stornierungskosten vom Land übernommen werden. Damit sollen die Eltern entlastet werden.

Bachmann sagte, bisher gebe es im Saarland keine Infizierten mit schwerem Krankheitsverlauf: «Wir können es aber für die weitere Zukunft natürlich auch nicht ausschließen.» Die Ministerin sagte, auch in hochentwickelten Industriestaaten wie Italien sei das Virus nicht mehr unter Kontrolle: «Es gibt keine Gewähr dafür, dass uns nicht Ähnliches droht.» Man müsse mit weiter ansteigenden Infektionen rechnen, «und das gilt auch für unser schönes Saarland.» Bei einer Ausweitung der Erkrankungsfälle werde man festgelegte Krankenhäuser als Erstaufnahmeeinrichtungen deklarieren. «Ich betone, dass eine weitere Ausbreitung des Coronavirus kaum zu vermeiden ist», sagte die Ministerin.

Die Landesregierung sei «aufgeschreckt» von der Nachricht, dass die Behörden in der benachbarten französischen Region Grand Est nicht mehr in der Lage seien, mögliche Infizierte ausreichend zu testen. «Bei rund 18 000 Pendlern aus der Region ist das ein Thema, das uns beschäftigen muss.» Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) habe mit den Verantwortlichen in Frankreich Kontakt auf genommen «mit dem Ziel, dass dort die Tests möglichst wieder aufgenommen werden». Man wolle die Maßnahmen grenzüberschreitend koordinieren.

In den saarländischen Krankenhäusern stünden 549 Beatmungsplätze zur Verfügung. Die Krankenhäuser seien aufgefordert worden, planbare Operationen zu verschieben. Wichtig sei, die Ausbreitung des Virus zu verzögern. Bachmann versprach, die Regierung werde «ein Höchstmaß an Transparenz» zeigen: «Wir sind festen Willens, nichts zu verharmlosen. Aber wir werden auch keine Hysterie verbreiten.» Das Land befinde sich in einer Ausnahmesituation, weil eine Reihe von Maßnahmen getroffen werden müssten, «die unseren Alltag schon jetzt spürbar und möglicherweise künftig noch weitergehender verändern werden». Die Verwaltung des saarländischen Landtages teilte mit, dass eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen ebenso wie Dienstreisen von Abgeordneten verschoben werden.
(dpa)

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