Polizeiliche Kriminalstatistik 2019 der PI Birkenfeld

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1110 Straftaten im Dienstbezirk der Polizei Birkenfeld im Jahr 2019. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei Birkenfeld 1110 Straftaten in der „Polizeilichen Kriminalstatistik“, 781 Straftaten konnte durch die Polizei Birkenfeld aufgeklärt werden, die Aufklärungsquote liegt bei 70,4 Prozent. Fast 28 Prozent der Straftaten wurde von Jugendlichen und Heranwachsenden verübt, wobei eine deutliche Steigerung der Gewaltbereitschaft zu beklagen ist.

Die polizeiliche Kriminalstatistik dient der Beobachtung der Kriminalität sowie einzelner Deliktsarten. Durch die Erhebungen werden Erkenntnisse zur vorbeugenden und verfolgenden Kriminalitätsbekämpfung gewonnen. Sie dient zudem der organisatorischen Planung und Entscheidung, sowie kriminologisch-soziologischen Forschungen und kriminalpolitischen Maßnahmen. In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) Rheinland-Pfalz werden alle bekannt gewordenen Straftaten in Rheinland-Pfalz einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche sowie Informationen über ermittelte Tatverdächtige und Opfer erfasst. Nicht berücksichtigt werden in dieser Statistik die politisch motivierte Kriminalität, Verkehrsdelikte (mit Ausnahmen), Straftaten, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland begangen wurden und Verstöße gegen strafrechtliche Landesgesetze mit Ausnahme der einschlägigen Vorschriften in den Landesdatenschutzgesetzen (Innenministerium RLP v. 8.1.2018). Birkenfeld. Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten im Bereich der Verbandsgemeinde Birkenfeld ist im Vergleich zum Vorjahr um 24,6 Prozent gestiegen. Sowohl bei der Gewalt- und auch Straßenkriminalität ist ein Anstieg der Fallzahlen zu erkennen. Die Straßenkriminalität stieg um 45 Fälle, prozentual eine Addition der Fallzahlen um 36 Prozent. Im Vergleich der vergangenen fünf Jahre wurde in 2019 die höchste Aufklärungsquote, zugleich die höchste Anzahl statistisch erfasster Fälle registriert. Im Jahr 2016 wurden 1085 Straftaten polizeilich aufgenommen, im Jahr 2017 waren es noch 989 und in 2018 war ein weiterer Rückgang um fast zehn Prozent auf 891 Straftaten festzustellen. Insgesamt ermittelte die Polizei 567 Tatverdächtige, davon waren 19,4 Prozent nichtdeutsche Tatverdächtige. 158 Tatverdächtige waren hierbei Jugendliche oder Heranwachsende, hiervon 123 männlich und 35 weiblich. Dies entspricht -wie bereits im Vorjahr- etwa einem Drittel der gesamt verübten Straftaten im Dienstbezirk der Polizei Birkenfeld. Im Bereich der Gewaltkriminalität, die unter anderem auch gefährliche und schwere Körperverletzung umfasst, ist ein Anstieg der bekannt gewordenen Fälle erkennbar; von 24 Fällen im Vorjahr auf 35 Straftaten in 2019. Prozentual gesprochen bedeutet dies ein Anstieg der Fallzahlen um 45,8 Prozent. Erklärungsansätze dürften häufig im Verhalten delinquenter Jugendlicher und Heranwachsender zu sehen sein, die sich an bekannten Treffpunkten im Stadtgebiet einfinden, dort Alkohol konsumieren und für ruhestörenden Lärm sorgen. Bei Eintreffen der Polizei entfernen sie sich fußläufig in alle Richtungen und erschweren damit die Feststellung ihrer Personalien. Infolge alkoholbedingter Enthemmung kommt es regelmäßig zur Begehung von Straftaten wie Körperverletzungen oder auch Sachbeschädigungen. Auch bei der Straßenkriminalität, sprich Gewaltdelikte oder Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen oder Plätzen, ist ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen festzustellen. Der Anstieg der Straftaten auf Straßen und öffentlichen Wegen oder Plätzen liegt bei 36 Prozent, 170 Fälle wurden im vergangenen Jahr bearbeitet. Sachbeschädigungen auf Straßen, öffentlichen Wegen und Plätzen wurden in 41 Fällen bekannt. Die Aufklärung derartiger Straftaten gestaltet sich regelmäßig schwierig, da in der Regel keine verwertbaren Spuren am Tatort hinterlassen werden, die zur Identifizierung eines Täters führen können. Die Polizei ist in solchen Fällen auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Natürlich ist es erklärtes Ziel der Polizeiinspektion Birkenfeld, etwaigen Auswirkungen auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung durch verstärkte Polizeipräsenz zu begegnen. Dies setzt jedoch voraus, dass der Polizei auch ausreichend Personal zur Erfüllung ihrer Aufgaben zur Verfügung steht. Der übermäßige Konsum von Alkohol ist oft Auslöser sogenannter Aggressionsdelikte, wie Körperverletzungen oder gefährlicher Körperverletzungen. Im enthemmten Zustand ergibt schnell ein Wort das andere, körperliche Auseinandersetzungen sind regelmäßig die Folge.

Die neue Präventionskampagne der Polizei Rheinland-Pfalz, „Mit Konfetti in der Blutbahn feiern-RESPECT THE LIMIT!“ soll ein Umdenken der Zielgruppen dahingehend bewirken, dass die eigenen Grenzen beim Konsum von Alkohol erkannt und nicht überschritten werden.

Im Bereich Raub- und Körperverletzungsdelikte wurden 200 Fälle polizeilich erfasst, die Aufklärungsquote lag bei 93 Prozent. Auch hier ist die deutlich höhere Gewaltbereitschaft des Klientels erkennbar; im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Körperverletzungsdelikte um 50 Fälle gestiegen. Auch bei Widerständen gegen Polizeibeamte ist der Anstieg der Gewaltbereitschaft erkennbar. In 2018 wurde in sechs Fällen Widerstand geleistet, im Jahr 2019 waren es neun Widerstände. Alkohol und Drogen führen zu einem berauschten und enthemmten Zustand, kommt dann noch fehlender Respekt gegenüber dem staatlichen Monopol hinzu, ist dies ein denkbarer Erklärungsansatz für die Gewalt, der die Polizei ausgesetzt ist. Als Täter treten hier häufig alkoholisierte junge Männer auf. Dies sind regelmäßig zuvor bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Ein Anstieg der Fallzahlen ist auch im Bereich Eigentumsdelikte erkennbar. Einfache Diebstähle wurde im vergangenen Jahr in 163 Fällen polizeilich bearbeitet. Auffallend ist der Anstieg an Diebstählen von Fahrrädern. In 2018 waren nur vier Fälle polizeilich bekannt, im vergangenen Jahr stieg die Zahl auf 24 Fälle. Eine leichte Steigerung der Aufklärungsquote auf 37,4 Prozent konnte erreicht werden. Positiv festzustellen ist ein deutlicher Rückgang von Diebstählen unter erschwerenden Umständen um 42,4 Prozent. 2018 wurden 66 Fälle erfasst, in 2019 waren es nur noch 38.

Wohnungseinbruchsdiebstähle (21 Uhr bis 6 Uhr) und Tageswohnungseinbrüche (6 Uhr bis 21 Uhr) sind zahlenmäßig im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls rückläufig, in 2018 wurden 26 Wohnungseinbruchsdiebstähle bearbeitet, in 2019 waren es 12. Bei den Tageswohnungseinbrüchen wurden drei Fälle weniger erfasst, es wurden 7 Fälle dieses Deliktstypus bekannt. Nach derzeit vorliegenden Erkenntnissen dürften derartige Straftaten häufig von reisenden Banden aus dem benachbarten Ausland begangen worden sein. Konsequente Bestreifung, insbesondere in Wohngebieten, sowie Sensibilisierung der Bürger, sollen hier zur nachhaltigen Verbesserung führen. Zudem ist auch hier die konsequente Erhebung von erkennungsdienstlichem Material und DNA zielführend, um Tatverdächtige zu ermitteln. Die abschließende Bearbeitung dieser Delikte erfolgt durch die Regionale Kriminalinspektion Idar-Oberstein bzw. durch das K15 der Zentralen Kriminalinspektion Trier, die in Zusammenarbeit mit anderen Bundeländern die Aufklärungsquote in diesem Phänomenbereich steigern und das Aufkommen gezielter bekämpfen wollen. Positive Ergebnisse wie die Festnahmen von Tätergruppen und Aufhellen von Strukturen sind bereits erkennbar. Bei Vermögens- und Fälschungsdelikten ist ebenfalls ein dramatischer Anstieg der Fallzahlen erkennbar. In 2018 wurden 87 Fälle registriert, im vergangenen Jahr waren es 224 Fälle, somit eine Steigerung von 157,5 Prozent. Insbesondere bei privaten Käufen und Verkäufen im Internet, die in der Regel über Plattformen wie eBay, eBay Kleinanzeigen abgewickelt werden, ist eine enorme Steigerung der Fälle von Warenbetrug bzw Warenkreditbetrug auffällig. Wurden 2018 19 Fälle erfasst, waren es 2019 122 Fälle.

Im Bereich „Enkeltrick, Falscher Polizeibeamter oder Call Center Betrug“ werden trotz Warnungen in den Medien immer wieder ältere Menschen Opfer von Straftaten, die mit hohen Vermögensverlusten einhergehen. Mittels meist fingierter Telefonnummern werden potentielle Opfer angerufen und zur Herausgabe persönlicher Daten, insbesondere Kontodaten, animiert. Wichtig ist es, am Telefon keinerlei derartigen Angaben zu machen. Die Polizei bittet, Warnhinweise in den Medien und Ratschläge zu befolgen, um nicht Opfer dieses Phänomenbereichs zu werden. Schließlich wurde 2019 bei der Rauschgiftkriminalität eine ähnliche Fallbelastung wie bereits im Vorjahr erfasst. 122 Fälle wurden registriert, die Aufklärungsquote lag bei 91 Prozent. „Auch zukünftig wird die Polizei Birkenfeld bemüht sein, um das gute Aufklärungsergebnis zu stabilisieren und gegebenenfalls sogar noch zu verbessern. Hierdurch soll das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung gesteigert werden. Um dieses Ziel erreichen zu können, sind wir natürlich auch auf die Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen.“ (Heinz Greschke, EKHK, stellv. Leiter der PI Birkenfeld).

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