Corona in RLP – Wirtschaft fordert Hilfe von der Politik!

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Foto: dpa-Archiv

KAISERSLAUTERN. In Rheinland-Pfalz wurde bei einem weiteren Mann das Coronavirus nachgewiesen. Ihm geht es trotzdem gut, Symptome zeigt er nicht. Die Ausbreitung des neuartigen Virus bereitet indes bei Wirtschaftsvertretern Sorgen. Sie fordern Hilfe von der Politik.

Die Zahl nachgewiesenen Coronafälle in Rheinland-Pfalz ist gestiegen. Ein 28-Jähriger wurde positiv auf das neuartige Virus Sars-CoV-2 getestet, wie das Gesundheitsamt Kaiserslautern am Dienstag mitteilte. Dem Mann gehe es aber gut. Er habe keine Symptome und befinde sich bereits seit vergangener Woche in häuslicher Quarantäne. Eine Behandlung im Krankenhaus sei nicht notwendig. Der Gesundheitszustand aller Menschen, die in häuslicher Quarantäne seien, werde jeden Tag kontrolliert.

Der 28-Jährige war getestet worden, weil er zu den Kontaktpersonen eines 32-Jährigen gehörte, bei dem zuerst in der Region das Virus nachgewiesen worden war. Bei anderen ebenfalls getesteten Kontaktpersonen fiel der Virustest laut Gesundheitsamt negativ aus. Der 32-Jährige sowie ein weiterer gleichaltriger Mann mit dem Virus sind derzeit im Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern untergebracht. Den beiden gehe es weiterhin gut, erklärte der Sprecher der Klinik.

Aktuell gibt es damit insgesamt laut Gesundheitsministerium drei bestätigte Fälle in Kaiserslautern. Betroffen ist außerdem noch ein 41-jähriger Soldat aus Nordrhein-Westfalen, der zur Flugbereitschaft am Militärflughafen Köln-Wahn gehört. Der Mann befand sich am Dienstag noch in der Klinik, weil ein erneuter Test positiv ausgefallen war, wie das Bundeswehrkrankenhauses Koblenz bestätigte.

Das Westpfalz-Klinikum hatte wegen der beiden Coronapatienten zwischenzeitlich auf Notversorgung umgestellt. Damit sollten für mögliche neue Corona-Patienten Isolationsmöglichkeiten vorgehalten werden. Am Dienstag wurde laut einem Kliniksprecher der Normalbetrieb wieder aufgenommen. Für Patienten bedeute das, dass wieder planbare Behandlungen vorgenommen würden. Ob bei neuen Fällen wieder auf eine Notfallversorgung umgestellt werde, könne nicht im Vorfeld gesagt werden. Das müsse je nach konkreter Situation entschieden werden.

Indes sorgen sich Wirtschaftsvertreter um die möglichen Folgen für die Betriebe durch die Ausbreitung des Coronavirus. Die Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU) Rheinland-Pfalz forderte von der Bundesregierung Unterstützung für die Unternehmen. Es müsse für die Betriebe kurzfristig einen erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld geben, erklärte der LVU-Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke. «Mittelfristig sind Entlastungen bei Steuern, Sozialabgaben und Energiekosten zwingend notwendig.»

Das Virus könne beispielsweise für die Industrie in Rheinland-Pfalz negative Folgen haben, da die Betriebe dort überdurchschnittlich stark vom Export und vom Welthandel abhängig seien. Durch die Virusverbreitung drohe unter anderem eine Störung der Wertschöpfungskette. «Im schlimmsten Fall kommt es dann zu Produktionsausfällen bei uns.» Auch könnten Unternehmen Märkte verlieren, beispielsweise aus logistischen Gründen oder weil sich Verbraucher in betroffenen Ländern zurückhielten.

Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann, schrieb in einem Brief an mehrere Landesministerien von Stornierungen in Betrieben aus Angst vor dem Coronavirus – vor allem im Tagungs- und Businessgeschäft. Das führe zu «nicht verkraftbaren Umsatzeinbrüchen». Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums bestätigte den Eingang des Schreibens.

«Wir haben täglich fast im Stundentakt Hilferufe von Hoteliers», sagte Haumann der Deutschen Presse-Agentur. Ganze Tagungen würden abgesagt. Wie groß die Einbußen in Rheinland-Pfalz wegen des Coronavirus ausfallen, konnte Haumann nicht sagen. Eine entsprechende Schätzung sei derzeit in Arbeit. Im Nachbarland Österreich rechne der Hotelverband mit 40 bis 59 Prozent Stornierungen innerhalb der kommenden zwei Monate. Zuvor hatte die «Allgemeinen Zeitung» berichtet.

Das Wirtschaftsministerium in Mainz kündigte ein Spitzengespräch mit Vertretern der Wirtschaft am kommenden Dienstag (10. März) an. Dabei gehe es um einen Austausch zur Lage und zu möglichen Maßnahmen. Es sollten gemeinsame Vorbereitungen geben, um die Folgen der Coronaverbreitung für die Wirtschaft zu begrenzen.

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