Mobile Blitzer gegen Rotlicht-Sünder in Trier

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Ein Auto f‰hrt an einer roten Ampel vorbei. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

TRIER. Die Stadt Trier will bei der Jagd auf Rotlichtsünder Ernst machen. Wie die Stadt auf einer Pressekonferenz bekannt gibt, will sie die Autofahrer ab 2021 verstärkt an Ampeln kontrollieren.

Wie ein Sprecher der Stadt mitteilte, sollen hierzu drei mobile Ampelkameras angeschafft werden. Diese Blitzer sollen im zeitlichen Wechsel variabel an gefährlichen Stellen angebracht werden. Die Kosten für die Anschaffung liegen bei mehr als 300.000 Euro.

Vor dem Start der Ampelblitzer bedarf es allerdings noch der Zustimmung des Innenministeriums, denn bisher sei die Stadt nur für Geschwindigkeitsmessungen und Überwachung des Parkraumes im Stadtgebiet zuständig.

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27 KOMMENTARE

  1. Ich brauche an jedem Morgen für den ersten Kilometer meines Arbeitsweges aus der Stadt raus 10min. Klar, es ist viel Verkehr, aber die Gründe liegen hauptsächlich in dem absolut verfehlten Ampelschaltungs-Konzept der Stadt Trier. Wenn man morgens vom Südbahnhof Richtung Saarstraße möchte, kommen pro Ampelschaltung meist nur 2-3 Autos durch. Dazu liegen dann in der Saarstraße die Bushaltestellen teilweise gleich hinter Kreuzungen. Hält hier ein Bus, geht schon gar nichts mehr. Ich fahre deswegen natürlich nicht bei Rot rüber, aber würde die Stadt dieses Konzept verbessern und einem auch mal eine grüne Welle gönnen, anstatt alle paar hundert Meter an einer roten Ampel stoppen zu müssen, würden viele wahrscheinlich nicht mit allen Mitteln versuchen durchzukommen. Das gilt im übrigen auch nicht nur für Autofahrer. Für so manchen Farradfahrer bedeutet nämlich eine rote Ampel auch nichts.

    • Grüne Welle, in Trier ein ganz fremdes Wort und wahrscheinlich gar nicht erwünscht, ich muss jedesmal den Kopf schütteln, und denke:“ Wer bitte hat sich das so ausgedacht?“

    • Ich glaube, bei dem Verkehrsaufkommen ist in Trier eine grüne Welle nicht möglich. Wenn jeder AUtofahrer für sich eine „grüne Welle“ beansprucht, kann das rein rechnerisch nicht funktionieren, schon gar nicht in Bezug auf eine Nebenstraße wie vom Südbahnhof zur Saarstraße. Hier machen den Stau hauptsächlich Autofahrer aus, die von Mariahof Heiligkreuz Weismark Feyen kommen und das hohe Verkehrsaufkommen auf den Hauptstraßen umgehen wollen. Klassische „Ich zuerst“ Situation, die sich dann negativ auf alle Verkehrsteilnehmer auswirkt.
      Der Standort der Bushaltestelle dort hat übrigens seine Berechtigung. Die Haltestelle heißt Südbahnhof und sollte deshalb auch dort sein.

  2. Die 300.000 € müssen erst einmal wieder reinkommen. Ach nee …finanziert durch den Blitzeranhänger .. ne , Quatsch , der muss ja auch noch bezahlt werden. Ne grüne Welle wäre doch mal eher angebracht, aber neeeee , das bekommen die “ Verantwortlichen “ ja nie hin .

    • Zeigen Sie mal das mathematische Modell, wo jeder, der durch Trier fährt, überall und zu jeder Zeit eine grüne Welle hat! Die Stadt würde Ihnen mit Kusshand sofort eine unbefristete Stelle anbieten.

      • Ein flussoptimierter PKW-Verkehr ist doch garnicht gewollt. Man möchte das doch genau so haben. Beachten Sie einmal die Verkehrslagen in den ersten Stunden nach einem Systemneustart der Ampelsoftware. Dann läuft es recht gut. Diese Schaltung war halt für 70km/h an den Uferstrassen optimiert, warum auch nicht?

        • Nochmal: Wenn aus x Richtungen Fahrzeuge auf einen Knotenpunkt zufahren und in verschiedene Richtungen wollen, ist eine grüne Welle für alle schlicht und ergreifend nicht möglich. Da kann man eine noch so gute Software haben, aber das kann nicht funktionieren, solange ein Mensch das Fahrzeug bedient und dann ewige braucht, um anzufahren.

  3. Zu viele Entscheidungen werden am grünen Tisch entschieden.Ein klares
    auch umweltfreundliches Konzept steht nicht auf der Tagesordnung bei den
    Verkehrsplanern der Stadt Trier.

  4. Dass die Stadt mal Geld in eine bessere Ampelsteuerung investieren sollte , soweit mir bekannt ist arbeiten die mit 3 Systemen die nicht kompatibel sein sollen, dem stimme ich zu, aber auch an Kreuzungen wo die Ampelschaltung passt fahren viele bei Rot drüber, das erlebe ich jeden Tag den ich in der Stadt unterwegs bin.
    Und an alle die jetzt wieder Abzocke rufen, Rotblindheit schützt vor Strafe nicht.

  5. Mobile Ampelkameras, das ist eine reine Gelddruckmaschine bei der Ampelschaltung in Trier. Man kann ja vermutlich da auch Toleranzen zum Auslösen des Blitzers einstellen. Wurde letztens in der Parkstr. abends um 21.00 Uhr bei Tempo 30 geblitzt, laut Tacho bin ich Punkt 30 gefahren (mit Tempomat), bin mal gespannt was da kommt. Trier uns schöner Stadt – Am Ar…
    Warum keine fest Installierten Ampelblitzer? Das hätte nicht so den Charakter von Abzocke.

  6. Die Stadtverwaltung braucht aufgrund ihrer mangelhaften Haushaltsführung Geld und so wird an abgelegenen Stellen wo nachweislich noch kein Unfall passierte geblitzt um wenigstens die Mindestgebuehr rauszuholen. Jetzt wird vorraussichtlich an den Blitzerampeln die Zeit zwischen Grün und Rot verkürzt um mehr „Täter“ zu erwischen.

    Hätte die Stadt Trier das Personal, daß sie verdient, z. B. einen fähigen Baudezernent der seinen Aufgaben gewachsen ist und nicht unnötige Projekte initiiert, müsste die Stadtverwaltung nicht ihre Bürger schröpfen.

  7. Neben einer grünen Welle (nicht die bereits vorhandene bei 30 oder 80km/h) wäre es ebenso sinnvoll, nachts, wenn eh kaum Menschen unterwegs sind, einige Ampeln auszuschalten. Die Stadt scheint ihre Bürger für unglaublich dumm oder mit dem Autofahren öllig überfordert zu halten.

    Warum muss ich die Hälfte einer Fahrt quer durch die Stadt um 3Uhr an einer roten Ampel stehen, wenn das niemand mitbekommt, weil weit und breit kein anderer unterwegs ist?

    • Einfach wie in Italien machen, drüberfahren, ist doch eh keine Kontrolle weit und breit unterwegs um 3 Uhr nachts (extrabreitgrins)

  8. Hallo Sascha,
    stimmt natürlich dass die Haltestelle Südbahnof am Südbahnhof sein sollte. Davon gibt es aber gleich drei. Alle drei hinter einer Kreuzung. Bei zweien sieht man den Südbahnhof nicht einmal. Das war im übrigen auch nur ein Beispiel. Selbe Situation findet sich auch an vielen weiteren Stellen der Stadt. Das verfehlte Verkehrskonzept der Stadt Trier ist für mich auch nicht mit dem Eigensinn der Verkehrsteilnehmer zu rechtfertigen. Irgendwo muss man lang fahren um aus der Stadt zu gelangen. Mir ist hier leider keine Strecke bekannt auf der dieses mit fließendem Verkehr möglich wäre.

    • Hallo Klaus,
      ich glaube aber, wenn die Haltestellen vor der Kreuzung wären, würde das auch keine Besserung bringen. Außerdem würde dann die Saarstraße ständig grün haben, weil die Busse die Vorrangschaltung anfordern, obwohl sie an einer Haltestelle stehen. Deshalb wohl die Haltestellen allesamt hinter der Kreuzung.
      Mit dem jetztigem Verkehrskonzept, es jedem Individualpendler rechtmachen zu wollen, klappt das im Gesamten aber nicht, da gebe ich Ihnen Recht. Trier hat aber auch aufgrund von Luxemburg ein Vielfaches an Pendlern im Vergleich zu anderen Städten dieser Größe. Während andere Städte morgens nur Einpendel- und abends nur Auspendelverkehr haben, hat Trier beides zweimal am Tag. Das kann nicht funktionieren. Hier müssen schnell bessere ÖPNV Anbindungen bis ins Umland her, neue Busspuren, P+R ganzjährig mit 5 Minuten Takt Anbindung und 10 Minuten bis ins Zentrum auf gesonderten Busspuren. Ein Anfang scheint ja gerade gemacht worden zu sein, mit den neuen Buslinien Richtung Eifel und Mosel, aber auch das ist noch ausbaufähig. Der nächste Schritt, damit dieses Angebot auch genutzt wird, wären eigene Busspuren. Im Zentrum müssen dafür zur Not Fahrspuren für den Individualverkehr wegfallen oder Parkplätze vom Straßenrand verlegt werden.

  9. nicht nur die Ampeln für Fahrzeuge sind teilweise nicht nachvollziehbar geschaltet
    nein, auch die Fußgängerampeln sind manchmal so geschaltet, dass man eigentlich mitten auf der Strasse stehen bleiben müsste weil sie schon wieder rot sind.
    So z. B. die beiden Fußgängerampeln von der Matthias- in die Medardstr. da schafft man es kaum bei grün in „normalem“ Schrittempo, geschweige denn ältere oder behinderte Menschen (Schammatdorf, Wohnanlage für Ältere in der Medardstr.) oder Eltern mit ihren Kindern. (zwei Schulen und drei Kindergärten in der näheren Umgebung)
    Ebenso die Ampel in der Stresemannstr. – und das sind nur die, die mir bekannt sind

  10. Wenn Sie Wissen über eine mangelhafte Kassenführung haben sind Sie verpflichtet dies den zuständigen Stellen wie der Polizei oder der Kommunslaufsicht zu melden.
    Und ich kann nicht verstehen wie man darauf kommt das nur an Unfallstellen geblitzt werden darf. Es kann überall da geblitzt werden wo es eine Limitierung gibt. Viele Tempolimits gelten ja auch dem Lärmschutz. Und Trier hat viele Limitierungen aufgehoben. Z.b. in der Kohlenstraße, in der Avelsbacherstr., in der Sickingenstr.u.a.
    Jedem Ertappten steht es frei den Rechtsweg zu gehen. Es ist in Trier jetzt nicht bekannt das da Zweifel am Vorgehen der Stadt bestätigt wurden.
    Und: Ein Mehr an Kontrollen ist von den Bewohnern ausdrücklich und klar gewünscht.

    • Das stimmt!
      Schön wäre es jetzt, wenn die Bewohner in bestimmten Höhenstadtteilen, die weniger Durchgangsverkehr und mehr Blitzer fordern, sich auch in anderen Stadtteilen an die Regeln halten würden (Geschwindigkeit, Parken, Anwohnerstraßen) oder nicht alleine im SUV zum Markt zu fahren.

      • was fahre ich soooo gerne mit meinem 350 PS V8 Pickup zum Markt ….. Media Markt … Flohmarkt …. Woher kommt eigentlich dieser SUV Hass ? Neid , Angst ?

        • Lieber Jottpee,

          in der Tat ist es Letzteres. Die Angst. Wenn ich mit dem Fahrrad fahre oder zu Fuß gehe habe ich manchmal Angst, so wie hier manche Leute mit ihrem viel zu großem Auto herumrasen, dass diese es irgendwann mal nicht unter Kontrolle haben und mich überfahren. Extrembeispiel gefällig: Erst letzten Samstag fuhr einer dieser Möchtegern Protzer mit sein weißen Audi Q SUV mit aufheulendem Motor und 70 km/h durch die Gartenfeldstraße knapp an einem anderen Radler vorbei, um dann an der Ampel ohnehin zu stehen. Argumente oder gar ganze Sätze brachte der Typ danach allerdings nicht zustande, als ich und der anderer Herr ihn zurechtwiesen. Sowas ist einfach unnötig, genau wie die Größe des Autos, mit der er wohl bestimmte private Dinge kompensieren muss!
          Ich habe auch große Angst davor, dass sich die Klimabedingungen weiter verschlechtern, weil unnötig viele Leute unnötig große Autos fahren, die unnötig viel Sprit verbrauchen. Dann kann es nämlich gut sein, dass die Schablone einfach verschoben wird und wir dann alle nach Skandinavien über die Ostsee flüchten müssen, weil es hier auch zu heiß wird, um Wasser gekämpft wird und die Küstenstädte absaufen. Wollen Sie das etwa ihren Kindern/Enkeln antun? Dann machen Sie nur weiter so.
          Neidisch sind im übrigen Freunde von mir, die mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen, weil es an vielen Stellen (noch?) keinen vernünftigen ÖPNV gibt.

          • Extrembeispiele der Velo- Fahrer gefällig ? Lassen wir´s besser….
            die halten sich nämlich an gar nichts was den Strassenverkehr betrifft .

    • Mathias Fischer

      Also wenn Trier auf die Milliardenschwelle der Schulden zusteuert,
      kann man wohl kaum von exzellenter Kassenführung sprechen.

      • Jockelmac,

        Die Schulden sind entstanden weil die Stadt gezwungen ist Fremdaufgaben zu übernehmen.
        Alleine im Bereich Schulen: Ca. 40% der Schüler an den Gymnasien kommen nicht aus Trier sondern aus umliegenden Gebietskörperschaften. Die aber keine Kosten(Schulbau, Fahrkarten, Lehrmittel usw) übernehmen. Das sind schonmal 10-15 mio.die Trier dem Kreis schenkt. Und da gibts noch andere Beispiele.
        Trier könnte im Jahr 100 mio.weniger Kosten haben bei anderen Regelungen

  11. Morjen,
    Trier ist nur eine von vielen Städten die die gleichen Probleme haben. Die Lösung sind weder Blitzer noch anders eingestellte Ampelphasen. Es ist einfach zuviel Verkehr. Da wird auch das hochgelobte E-Auto nichts dran ändern. Was fehlt ist ein flächendeckender kostenfreier Personen Nahverkehr. Auch in ländlichen Gebieten damit der Pendler mit Bus und Bahn von und zu seiner Schicht kommt. Vielerorts fährt der erste überfüllte Bus morgens um 7 und der letzte um 18 Uhr. Dazwischen kommt alle zwei Stunden mal einer, von der Bahn reden wir garnicht, weil nicht vorhanden. Das kommt halt dabei raus wenn die Politik im Dornröschenschlaf liegt und die Bürger immer wieder die gleichen lernresistenten Partein wählt.

  12. Wenn nicht die Hälfte der Autofahrer|innen an der Ampel mit ihrem ausgelagertem Hirn („Smartphon“) beschäftigt wären, kämen an den meisten roten Ampeln 2-3 Fahrzeuge mehr bei grün durch. Aber dem ist nicht so, weil man ja erst mal das Teil aus der Hand legen muss (oder den wichtigen Beitrag lesen/schreiben muss) bevor man die Hände zum Fahren frei hat.
    Das rechtfertig keinesfalls ein Rotlichtvergehen, ist aber zunehmend zu beobachten und erklärt die Ineffizienz mancher Ampelschaltungen.
    Deshalb wär es mir lieber, man würde an einer Ampelschlange mal alle Handyspieler ordentlich zur Kasse bitten, und zwar so, das es im Geldbeutel richtig weh tut.

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