Großer Run auf Karten für neues Heinz-Becker-Programm

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Der Kabarettist Gerd Dudenhöffer in seinem neuen Bühnenprogramm mit dem saarländischen Titel ´DOD'. Foto:Management Dudenhöffer/Archivbild

SAARLAND. Gerd Dudenhöffer bringt seine Kunstfigur Heinz Becker mal ganz anders auf die Bühne: im schwarzen Anzug – seine Frau Hilde ist gerade beerdigt worden. Wie gehen Kabarett und das Thema Tod zusammen?

Vor der Premiere des neuen Heinz-Becker-Programms von Kabarettist Gerd Dudenhöffer (69) gibt es eine große Nachfrage nach Tickets. 23 von 40 Vorstellungen bis Weihnachten seien bereits ausverkauft, sagte Dudenhöffer in Mainz der Deutschen Presse-Agentur. «So viele ausverkaufte Abende im Vorfeld hatte ich noch nie. Vielleicht verwechselt man mich.» Das neue Stück mit dem saarländischen Titel «DOD» («tot») wird am (morgigen) Freitag im Parktheater im hessischen Bensheim (20.00 Uhr) uraufgeführt.

Es ist anders als die vorherigen. Denn der nörgelige Rentner Heinz Becker (gespielt von Dudenhöffer) tritt in einer Ausnahmesituation auf die Bühne: Seine Ehefrau Hilde ist gestorben – er muss mit dem Verlust fertig werden. «Man meint immer, wenn der Heinz auf die Bühne kommt, muss man lachen», sagte der Saarländer Dudenhöffer. Wie Becker nun beim Publikum rüberkomme, bleibe abzuwarten. Aber sein Auftritt sei auch humorvoll. «Natürlich ist es auch erlaubt, zu lachen.»

Der Abend von «DOD» (Untertitel: «Das Leben ist das Ende») beginne damit, dass Heinz Becker nach der Beerdigung nach Hause komme – in der Hand ein paar weiße Callas, die er ins Grab zu werfen vergessen hat. «Da merkt man sofort die Unbeholfenheit. Ihm fehlt auch die Wortwahl.» All das sei menschlich – und stehe stellvertretend für Otto Normalverbraucher.

Anders als die vorherigen Programme mit Heinz Becker sei dieses eine Inszenierung. «Es ist ein kleines Theaterstück.» Es werde mit Licht gearbeitet, das Bühnenbild sei schwarz-weiß. «Und Heinz Becker hat zum ersten Mal einen schwarzen Anzug an», sagte Dudenhöffer.

Der Tod von Hilde sei aber nur Fiktion in der Fiktion: Es könne gut sein, dass sie in späteren Programmen wieder lebendig werde. Dudenhöffer steht seit 1985 als Heinz Becker mit Hosenträgern und «Batschkapp» auf Bühnen in Deutschland. Jedes Jahr hat er rund 100 Auftritte. Er verkörperte die Rolle auch von 1992 bis 2004 in der Fernsehserie «Familie Heinz Becker» – mit 42 Folgen.

Sein nun 18. Bühnenprogramm möchte er bis Ende 2020 spielen. Danach plane er 2021 ein weiteres Best-Of-Programm «Déjà-vu 2». Über das Aufhören denke er auch gelegentlich mal nach, sagte der Kabarettist. «Mit 70 plant man nicht mehr zehn Jahre.» So lange er aber die Figur dem Publikum glaubhaft vermitteln könne, mache er weiter.

Warum Heinz Becker nach nun rund 40 Jahren immer noch so ankomme? «Die Figur ist grundehrlich und natürlich. Man muss nicht überlegen, man muss nichts übersetzen von der Verhaltensweise her. So wie sie ist das Leben.» Dudenhöffer war 2015 vom Land Rheinland-Pfalz mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet worden.

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