Beweisaufnahme im Prozess um Messerattacke geschlossen

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Im Krankenhaus Marienwörth wurde eine 25 Jahre alte schwangere Frau Opfer einer Messerattacke. Foto: Thomas Frey/dpa-Archivbild

BAD KREUZNACH. Der Prozess um die aufsehenerregende Messerattacke auf eine schwangere Frau in einer Bad Kreuznacher Klinik nähert sich seinem Ende. Am Dienstag schloss der Vorsitzende Richter Folkmar Broszukat vor dem Landgericht Bad Kreuznach die Beweisaufnahme.

Anschließend begannen die Plädoyers, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Begründet wurde das damit, dass zuvor ein Teil der Beweisaufnahme – und zwar die Vernehmung des Opfers – ebenfalls nicht-öffentlich war. Nach Angaben Broszukats könnte am Dienstagnachmittag noch ein Urteil fallen. Angeklagt ist ein 25-Jähriger aus Afghanistan, der zum Tatzeit im Januar dieses Jahres im südhessischen Biblis wohnte und der Vater des noch ungeborenen Kindes war.

Er soll die Schwangere damals in einem Krankenhauszimmer mit einem Messer attackiert und schwer verletzt haben. Ihr Leben konnte mit einer Notoperation gerettet werden, das Kind der beiden starb in der Nacht danach. Ihm wird versuchter Mord unter anderem in Tateinheit mit Schwangerschaftsabbruch vorgeworfen. Der Mann wird auch beschuldigt, mit der Frau im Juli 2018 in seiner Wohnung in Biblis gegen ihren Willen ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Ob das Kind dabei gezeugt wurde, ist nach früheren Angaben der Anklage unklar.

Vor dem Abschluss der Beweisaufnahme am Dienstag hatte der Verteidiger noch die Vernehmung der in Polen lebenden Eltern des ebenfalls 25 Jahre alten Opfers beantragt. Die Vernehmung solle unter anderem zeigen, dass die Eltern die Beziehung ihrer Tochter zu seinem Mandanten wegen dessen Religion und kulturellem Hintergrund abgelehnt hätten, erklärte Verteidiger Olaf Langhanki. Das Gericht lehnte den Antrag ab. Dass es Spannungen zwischen dem Opfer und den Eltern gegeben habe, sei bereits bewiesen.

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