Natur wird stiller: Zugvögel der Region auf dem Weg in den Süden

Die meisten Mauersegler sind schon weggezogen, die Schwalben sammeln sich zum Abzug. Singvögel sind auf der Suche nach Beeren, um sich vor der weiten Reise zu stärken.

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Foto: dpa-Archiv

REGION TRIER. Der Sommer ist noch nicht zu Ende, aber viele Zugvögel haben bereits die Reise in den Süden angetreten oder bereiten sich darauf vor. «Mauersegler sind zum großen Teil schon abgezogen», sagt der rheinland-pfälzische Vogelexperte Christian Dietzen.

Diese seien «straff durchorganisiert» – was bei einer rund 10 000 Kilometer langen Reise ins südliche Afrika auch nötig ist.

Im Unterschied zu den Mauerseglern sind Mehlschwalben zum Teil noch mit der Brut beschäftigt, wie Dietzen erklärt. Am Rhein oder an Baggerseen seien am Abend aber auch schon größere Ansammlungen von Mehl- und Rauchschwalben zu sehen, die sich dort vor dem Flug in den Süden Schlafplätze gesucht haben.

Anders als Kraniche, Störche oder Gänse fliegen die meisten Singvögel nicht in eindrucksvollen Formationen nach Süden, sondern machen sich einzeln und meist unbemerkt auf den Weg. «Wenn sie dann plötzlich verschwinden, fällt das nicht auf», erklärt der Ornithologe Jost Einstein vom Nabu Baden-Württemberg.

«Es ist schon ruhig geworden, weil die Vögel nicht mehr singen», sagt Dietzen, der Koordinator der Avifaunistischen Kommission Rheinland-Pfalz (AKRP) ist. Wenn einzelne Singvögel wie die Gartengrasmücke noch im Unterholz zu finden seien, dann meist auf der Suche nach Beeren, um gut genährt auf die Reise zu gehen. Nicht die Kälte, sondern der Nahrungsmangel in der kalten Jahreszeit sorgt dafür, dass Vögel ihre Brutregion verlassen und nach Süden fliegen.

Aus dem Norden halten sich im Spätsommer an Gewässern wie den Weihern im Westerwald Watvögel auf, die in Skandinavien gebrütet haben und auf dem Weg nach Afrika einen Rastplatz suchen. Zu diesen sogenannten Limikolen gehören etwa Bekassinen, Rotschenkel, Wasserläufer oder Silberreiher.

Die Hitzetage in Rheinland-Pfalz haben die Vögel in Rheinland-Pfalz vermutlich gut überstanden. «Sie haben sicherlich gelitten, von direkten hitzebedingten Ausfällen ist uns aber nichts bekannt», sagte Dietzen. Wer einen Garten oder einen Balkon hat, kann Vögeln helfen und ihnen eine Schale mit Wasser hinstellen. Vor allem Samenfresser sind von Trockenheit betroffen, da Körner meist wenig Wasser enthalten. Hingegen können Insektenfresser einen größeren Teil ihres Wasserhaushalts mit der Nahrung decken.

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